Das bayerische Justizministerium hat die Echtheit von Videoaufnahmen bestätigt, die Häftlinge in der JVA Bamberg mit illegalen Smartphones zeigen. Die Bilder waren an die Öffentlichkeit gelangt und hatten eine Debatte über Sicherheitslücken in bayerischen Gefängnissen ausgelöst.
Die Aufnahmen entstanden bereits im Januar. Das Ministerium erklärte, der Sachverhalt sei seit dem 18. Mai bekannt. Die gezeigten Geräte konnten die Beamten allerdings schon im Februar sicherstellen. Die beteiligten Insassen wurden mit Arrest bestraft.
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Einer der filmenden Häftlinge – ein polnischer Juwelenräuber – soll das Smartphone nicht nur privat genutzt, sondern auch für die Planung weiterer Straftaten verwendet haben. Das Ministerium spricht von einer bundesweiten Herausforderung.
Schmuggel per Drohne und Wurstpaket
Wie gelangen die Geräte überhaupt in die Zellen? Die Methoden sind vielfältig. Drohnen werfen Smartphones über Gefängmauer ab. Andere Geräte werden in Paketen versteckt – etwa in Lebensmitteldosen oder Wurstwaren.
Die JVA Bamberg hat darauf reagiert: Paketsendungen von außen sind nicht mehr zugelassen. In der Vergangenheit gab es zudem Korruptionsfälle. Bedienstete schmuggelten gegen hohe Geldbeträge Mobiltelefone in die Anstalten.
Datenklau in München: 200.000 Betroffene
Während die JVA Bamberg die Sicherheitslücke schließt, beschäftigt ein anderer Fall die bayerischen Behörden. Der städtische IT-Dienstleister LHM-Services steht im Zentrum von Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und der Münchner Kriminalpolizei.
Die Täter kopierten illegal Daten von über 200.000 Personen. Betroffen sind Schüler, Kita-Kinder sowie Lehr- und Erziehungskräfte. Erste Hinweise deuteten auf ein Auftauchen der Datensätze im Darknet hin – bislang ohne Bestätigung.
Das Unternehmen selbst bestreitet ein technisches Datenleck. Stattdessen vermuten die Verantwortlichen eine gezielte Zuspielung durch einen ehemaligen Mitarbeiter. Der Bayerische Landesbeauftragte für Datenschutz prüft den Vorfall.
Internationale Erfolge gegen Cyberkriminalität
Das Problem illegaler Kommunikation hinter Gittern ist kein rein deutsches. In Brasilien führten Sicherheitskräfte am 15. Juni eine Razzia mit rund 400 Beamten im Gefängnis Penitenciária Estadual do Jacuí durch. Ziel: die Beschlagnahme von Kommunikationsmitteln.
Seit Anfang 2025 haben die Behörden dort hunderte Mobiltelefone und SIM-Karten konfisziert. Die Geräte wurden von Bandenmitgliedern genutzt.
Auch international gibt es Erfolge. US-Behörden meldeten am 14. Juni die Zerschlagung eines chinesischen Phishing-Netzwerks namens „Outsider Enterprise“. Die Plattform betrieb über 9.000 betrügerische Websites. Die Täter erbeuteten rund 3,8 Millionen Kreditkartendaten. Der Gesamtschaden: etwa 1,9 Milliarden Euro.
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Neue Angriffskette gegen Microsoft 365
Neben physischen Sicherheitslücken rücken auch technische Schwachstellen in den Fokus. Sicherheitsforscher identifizierten eine Angriffskette gegen Microsoft 365 Copilot Enterprise – unter der Kennung CVE-2026-42824.
Die Kombination aus drei Schwachstellen ermöglicht es Angreifern, vertrauliche Daten aus E-Mails und Cloud-Speichern zu entwenden. Für die betroffenen Nutzer bleibt der Angriff zunächst unsichtbar.
Keine Frequenzstörer an bayerischen Schulen
Angesichts zunehmender Manipulationsmöglichkeiten durch Künstliche Intelligenz im Bildungsbereich hat das bayerische Kultusministerium eine klare Ansage gemacht. Der Einsatz von Frequenzstörern an Schulen kommt nicht infrage.
Die Begründung: Solche Maßnahmen sind nach dem Telekommunikationsgesetz rechtlich unzulässig. Zudem stellen sie ein Sicherheitsrisiko dar – sie könnten Notrufe oder medizinische Geräte stören. Statt technischer Blockaden setzt die Verwaltung auf organisatorische Maßnahmen und eine Weiterentwicklung der Prüfungsformate.

