Die Hacker-Gruppierung ZeroBytes gibt an, eine umfangreiche Datenmenge aus den Systemen des französischen Bildungsministeriums (Éducation nationale) entwendet zu haben. Nach Angaben der Akteure beläuft sich das Datenvolumen auf etwa 43 GB, was mehr als 346 Millionen Rohzeilen entsprechen soll. Das Ministerium selbst hat die mutmaßliche Datenpanne bisher nicht offiziell bestätigt.
Umfangreiche Datensätze von Schülern und Personal betroffen
Den Behauptungen der Angreifer zufolge umfasst der Datendiebstahl sensible Informationen über einen langen Zeitraum. Die entwendeten 2.500 Dateien sollen Dokumente und Datenbankeinträge enthalten, die bis in das Jahr 2000 beziehungsweise 2002 zurückreichen und bis in den Juli 2026 reichen.
In den veröffentlichten Informationen ist von insgesamt 346.178.591 Rohzeilen die Rede, wobei ZeroBytes darauf hinweist, dass die Daten nicht dedupliziert seien.
Besonders kritisch erscheint der Umfang der betroffenen Personen: Die Hacker behaupten, Zugriff auf Daten von 1.224.291 einzelnen Schülern erlangt zu haben. Zudem sollen 4.350.358 historische Matrikelnummern des Personals (I-Prof), inklusive Archivdaten, in dem Paket enthalten sein.
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Ein weiterer Schwerpunkt des Leaks liegt auf LDAP-Konten, die für die Authentifizierung in Netzwerken genutzt werden. Hierbei werden 602.282 Konten genannt, die sich primär auf die Verwaltungsbezirke Créteil (399.305 Konten) und Versailles (202.977 Konten) verteilen sollen. Diese Datensätze enthalten laut den Angreifern auch Passwort-Hashes in den Formaten SHA/SSHA sowie Windows NT.
Technischer Hintergrund und Veröffentlichung von Beispieldaten
ZeroBytes gab an, den Zugriff auf die internen Systeme über eine VPN-Verbindung realisiert zu haben. Der eigentliche Einbruch in die Infrastruktur wurde von der Gruppe auf Mitte Juli datiert, blieb jedoch zunächst unbewiesen. Um die Glaubwürdigkeit ihrer Behauptungen zu unterstreichen, hat die Gruppierung bereits 13 Beispieldatenbanken veröffentlicht.
Trotz dieser Veröffentlichungen und der detaillierten Auflistung der gestohlenen Kategorien steht eine Verifizierung durch unabhängige Stellen oder eine offizielle Stellungnahme der französischen Behörden noch aus. Das Bildungsministerium hat auf die Vorwürfe bisher nicht mit einer Bestätigung des Vorfalls reagiert.
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Wachsende Cybersicherheitsrisiken im öffentlichen Sektor
Fachorganisationen wie das Observatoire cybersécurité océan Indien mahnen angesichts der Berichte zur Wachsamkeit. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf französische Bildungseinrichtungen und Behörden ein. Bereits im April dieses Jahres wurden Leaks von Bildungsdaten bekannt, die Namen, Vornamen und ÉduConnect-Identifikationsnummern betrafen.
Zudem verweisen Experten auf vorangegangene Cyberattacken auf andere staatliche Institutionen wie die Generaldirektion für öffentliche Finanzen (DGFiP) und die Gesundheitsbehörde Santé publique France, bei denen Daten von rund 80.000 Personen kompromittiert wurden.
Die aktuelle Behauptung von ZeroBytes würde, sofern sie sich als wahr herausstellt, eine neue Dimension der Datenexposition im französischen Bildungssektor darstellen. Betroffene Nutzer im Bildungsbereich sollten laut Empfehlungen von Sicherheitsverantwortlichen besonders auf Phishing-Versuche achten und Anmeldedaten für genannte Dienste kritisch prüfen.

