DDR5-Knappheit: 16-GB-Chips kosten 48 US-Dollar statt 8,70 Dollar

Die Verlagerung von Fertigung zu KI- und Serverchips begrenzt das PC-Angebot; Analysten erwarten kurzfristig keine Rückkehr früherer Speicherpreise.

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Die Preise für PC-Arbeitsspeicher dürften nach Einschätzung von Marktanalysten selbst bei einem potenziellen Einbruch des Marktes für künstliche Intelligenz kurzfristig nicht auf ihr Vorkrisenniveau zurückkehren.

Der Grund hierfür liegt in weitreichenden industriellen Weichenstellungen: Führende Speicherhersteller wie SK hynix, Samsung und Micron haben ihre Fertigungskapazitäten für DDR5, DDR4 sowie klassischen Grafikspeicher weitgehend auf High Bandwidth Memory (HBM) für Rechenzentren umgestellt. Micron hat sich zudem vollständig aus der Produktion von Consumer-Speichern zurückgezogen.

Kapazitätsverlagerung zu HBM bremst das Angebot an DDR-Speicher

Die Ausrichtung auf KI-Server verknappt das Angebot an herkömmlichem Arbeitsspeicher fundamental. Micron-Manager Sumit Sadana verwies in diesem Zusammenhang auf ein Verdrängungsverhältnis von 3:1: Die Fertigung von 100 Bit HBM3E verdränge demnach rund 300 Bit an klassischem DDR-Speicher. Eine schnelle Trendwende ist aus produktionstechnischen Gründen ausgeschlossen.

Wie Speicherberater Ben Miles darlegt, nimmt allein die Umrüstung einer bestehenden Fabrik von HBM auf DDR5 zwei bis drei Monate in Anspruch, während der Neubau einer Fertigungsstätte Jahre dauere. Zusätzliche Verzögerungen entstehen durch Modulfertigung, Distribution und Handel. Laut Counterpoint Research werden neue Fabriken erst im Jahr 2028 erwartet, während die HBM-Preise aufholen.

SK hynix stellt sich sogar auf eine anhaltende Speicherknappheit bis mindestens 2030 ein. Nach Einschätzung von Jeongdong Choe vom Analysehaus TechInsights wird der aktuelle Speicher-Boom noch weitere drei bis vier Jahre anhalten.

Das Angebot decke derzeit lediglich rund 85 Prozent der Nachfrage ab; die Unterversorgung liege bei DRAM bei etwa 10 bis 12 Prozent und bewege sich bei NAND-Flash auf einem ähnlichen Niveau. Ein ausgeglichener Markt erfordere demgegenüber ein leichtes Überangebot von zwei bis drei Prozent.

Zwar soll das Angebot im kommenden Jahr auf 90 bis 95 Prozent der Nachfrage steigen, ein möglicher angebotsgetriebener Abschwung gelte jedoch erst in fünf bis sechs Jahren als langfristiges Risiko. Zudem könnte der Marktanteil von Samsung in der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres mit dem Hochlauf von HBM4 auf 25 bis 30 Prozent steigen.

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Kostensteigerungen belasten Hardware-Hersteller und Verbraucher

Die Folgen für den PC-Markt sind bereits gravierend. Nach Angaben des Herstellers TeamGroup kletterte der Vertragspreis für 16-GB-DDR5-Chips von 8,70 US-Dollar im Oktober 2025 auf 48 US-Dollar im September 2026, was einem Anstieg von über 450 Prozent entspricht. Chen Ching-wen von TeamGroup warnte, dass sich die Speicherknappheit von Ende 2026 bis mindestens Ende 2027 weiter verschärfen werde.

Ein ausgeglicheneres Verhältnis von Angebot und Nachfrage sei frühestens Ende 2028 zu erwarten; kurzfristige Käufer zahlten bereits 30 bis 50 Prozent mehr als Kunden mit langfristigen Lieferverträgen. Der Prognose von Acer-Chef Jason Chen, der ab der zweiten Jahreshälfte 2027 sinkende Komponentenpreise erwartet, widersprach TeamGroup.

Laut TrendForce steigen die Vertragspreise für PC-DRAM im vierten Quartal 2026 weiter; für das Quartal wird ein Plus von 13 bis 18 Prozent im Vergleich zum Vorquartal erwartet, auch wenn die Zuwächse kleiner ausfallen.

Die Teuerung schlägt voll auf die Gerätepreise durch: Bei einem Notebook für 900 US-Dollar kletterte der Anteil von Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplattenspeicher an den gesamten Komponentenkosten von 45 Prozent Anfang 2025 auf 68 Prozent im dritten Quartal 2026. Südkoreanische DRAM-Hersteller gehen davon aus, dass die Produktion von PC-DRAM 2027 um über 20 Prozent niedriger ausfallen wird als 2026; im Verhandlungsprozess für das vierte Quartal wurden geforderte Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent von den Abnehmern abgelehnt.

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Während KI laut TrendForce auch 2027 die Hauptquelle der Nachfrage bleibt und DRAM knapp hält, könnte sich das Angebot bei NAND-Flash in der zweiten Jahreshälfte 2027 durch neue Kapazitäten lockern.

Prozessoren-Engpässe verschärfen den Druck auf Endgeräte

Parallel zum Speichermarkt verlagern auch die Prozessorhersteller ihre Schwerpunkte. Intel-Finanzchef Dave Zinsner bestätigte, Fertigungskapazitäten von PC-Prozessoren hin zu Server-Chips umzuwidmen. Im Werk in Oregon wird Fertigungskapazität für Intel 18A beim PC-Chip Panther Lake reduziert und für Intel-3-Server-Chips genutzt.

Laut Intel begrenzen Wafer- und Substratknappheit die Bedienung der Xeon-Nachfrage. Panther Lake (Core Ultra Series 3) sei davon direkt betroffen, während bei Wildcat Lake die Nachfrage das Angebot übersteigt. Intel stellt sich auf eine Abschwächung des PC-Markts bis mindestens in die erste Jahreshälfte 2027 ein.

Branchenexperten wie Devroop Dhar von Primus Partners erwarten, dass Preiserhöhungen und kleinere Rabatte vor allem Desktop-PCs sowie Einstiegs- und Mittelklasse-Laptops im Weihnachts-Quartal und in der ersten Jahreshälfte 2027 treffen werden.

Laut Parv Sharma von Counterpoint Research soll der Umsatz mit Rechenzentrums-CPUs bis 2031 auf rund 235 Milliarden US-Dollar steigen, während die Nachfrage nach Client-CPUs 2026 sinke und 2027 stagnieren werde.

AMD-Chefin Lisa Su betonte, dass Rechenzentrums-Chips im kommenden Jahr 80 Prozent des Umsatzes ausmachen sollen. Eine Markterholung sei möglicherweise Ende 2027 oder 2028 denkbar, die Preise dürften jedoch nicht auf das alte Niveau zurückkehren.

Ein Ausweichen auf Alternativen wie AMD und Qualcomm ist für PC-Hersteller zudem erschwert, da beide von TSMC abhängig sind, wo die Preise für PC-Chips ebenfalls angehoben wurden. Zudem erfordert ein Plattformwechsel aufwendige Anpassungen bei Softwarekompatibilität, Leistungsaufnahme und Hardwarekonstruktion.