Die anhaltende Knappheit an Speicherchips treibt die Preise für Computer und Spielekonsolen weiter in die Höhe – und das mindestens bis 2027. Ausgelöst wird die Misere vor allem durch den enormen Hunger der KI-Industrie nach Hochleistungsspeicher.
Allein im Juli 2026 sind die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher um sieben Prozent gestiegen und haben damit neue historische Höchststände erreicht. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres liegen die Durchschnittspreise sogar um erschreckende 448 Prozent höher. Eine Entwicklung, die Verbraucher und Hersteller gleichermaßen unter Druck setzt.
Dramatische Preissprünge im Einzelhandel
Die aktuellen Preissteigerungen im Großhandel sind noch nicht vollständig bei den Endkunden angekommen. Valve-Ingenieur Yazan Aldehayyat warnt, dass die Einzelhandelspreise den Großhandelskosten in der Regel drei bis sechs Monate hinterherhinken. Das bedeutet: Noch härtere Preisschläge stehen bevor.
Die Folgen sind bereits jetzt sichtbar. Ein 32-Gigabyte-Kit DDR5-6000 kostet im Handel zwischen 350 und 420 Euro. Auch bei den SSDs hat sich der Preis massiv verändert: Eine 1-Terabyte-M.2-SSD liegt aktuell bei rund 150 Euro – vor etwa einem Jahr war sie für unter 50 Euro zu haben. Branchenkreisen zufolge sind die Vertragspreise für DRAM zuletzt um bis zu 50 Prozent gestiegen.
Konsolen der Zukunft für über 1000 Euro?
Die Speicherkrise hat bereits konkrete Auswirkungen auf aktuelle Hardware-Launches. Valves neue Steam Machine startet bei 1049 US-Dollar für das 512-Gigabyte-Modell – deutlich über dem ursprünglich intern anvisierten Preis von 750 Dollar. Das 2-Terabyte-Modell kostet zwischen 1349 und 1428 Dollar, je nach Bundle mit einem Controller. Trotz der hohen Preise ist das Gerät ausverkauft.
Während die KI-Nachfrage den Hardware-Markt massiv verändert, stellt die neue EU-KI-Verordnung Unternehmen vor große regulatorische Aufgaben. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Noch alarmierender sind die Prognosen für die nächste Konsolengeneration. Xbox-CEO Asha Sharma rechnet damit, dass Speicher- und SSD-Kosten bis zur Weihnachtssaison 2027 um das Siebenfache steigen könnten. Analysten warnen, dass Nachfolger von PlayStation 5 oder Microsofts angeblich in Entwicklung befindliches „Project Helix“ die 1000-Euro-Marke überschreiten dürften.
Branche warnt vor historischem Engpass
Die Führungskräfte der großen Speicherhersteller schlagen Alarm. SK-Group-Chef Chey Tae-won bezeichnet die aktuelle Preissituation als abnormal und warnt vor weiter steigenden Kosten für PCs und Mobilgeräte. Manager von SK hynix prognostizieren für 2027 den schwersten Versorgungsengpass der Branchengeschichte – getrieben durch eine Verdopplung der Nachfrage nach KI-spezifischen Chips.
Der rasante Einzug von KI in die Wirtschaft bringt nicht nur Hardware-Engpässe, sondern auch neue rechtliche Anforderungen für Firmen mit sich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act alles über die neuen Risikoklassen und notwendigen Dokumentationspflichten für Unternehmen. Kostenlosen KI-Verordnung-Report herunterladen
Zwar laufen Bemühungen, die Produktion auszuweiten – unter anderem erwägt SK Group den Bau einer neuen Fabrik in den USA. Doch schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Während der ADATA-Chef von einer möglichen Stabilisierung der DRAM-Lieferkette erst in einem Jahrzehnt spricht, hoffen andere Hersteller auf erste Besserungen ab 2028. Für den Rest des Jahres 2026 und das gesamte Jahr 2027 bleibt der Speichermarkt angespannt – die KI-Nachfrage übersteigt weiterhin die Produktionskapazitäten.

