Auf einer Veranstaltung in China hat der Hersteller Decenta das Modell M26-NVLS-ATX09 präsentiert. Dabei handelt es sich um das erste öffentlich gezeigte Mainboard im Standard-ATX-Format, das für kommende Intel-Nova-Lake-S-Prozessoren auf der Sockelplattform LGA 1954 ausgelegt ist.
Das Modell wird mit den beiden Chipsatz-Varianten Intel B960 sowie Intel Q970 gelistet, wie Branchenberichte von Mitte Oktober darlegen. Marktbeobachter rechnen mit dem Sockel LGA 1954 und den entsprechenden Core-Ultra-400-Prozessoren im ersten Quartal 2027. Gerüchten zufolge soll die Plattform über Nova Lake hinaus auch künftige Generationen wie Razor Lake und Hammer Lake unterstützen.
Zwei Chipsatz-Konfigurationen für unterschiedliche Einsatzbereiche
Decenta legt die Hauptplatine in zwei verschiedenen Ausführungen für den Industrie- und Desktop-Bereich auf. Die Konfiguration mit dem Intel-Q970-Chipsatz richtet sich vor allem an professionelle Systeme. Sie bietet Unterstützung für die Intel-vPro-Technologie, verzichtet jedoch auf Speicherübertaktung.
Insgesamt stellt das Q970-System 44 PCIe-Lanes bereit, darunter acht PCIe-5.0-Lanes sowie zwölf PCIe-4.0-Chipsatz-Lanes. Zudem verfügt diese SKU über vier SATA-Anschlüsse.
Die alternative Variante mit Intel-B960-Chipsatz verzichtet auf vPro-Funktionen, erlaubt dafür aber Übertaktung. Sie kommt auf insgesamt 34 PCIe-Lanes und bindet 14 PCIe-4.0-Lanes über den Chipsatz an. Das B960-Board bietet drei SATA-Anschlüsse und greift bei den Steckplätzen auf eine andere Lane-Verteilung zurück. Bei dieser Ausführung entfällt die Bereitstellung von PCIe 5.0 über den Chipsatz selbst.
Schnittstellen, Speicher und KI-Rechenleistung
In beiden Ausführungen fasst die Hauptplatine vier U-DIMM-Steckplätze für DDR5-Arbeitsspeicher mit Geschwindigkeiten bis DDR5-6400 im Dual-Channel-Betrieb. Der Speicherausbau lässt sich auf bis zu 256 GB über vier 64-GB-Module erweitern.
Für Prozessoren wird eine TDP von bis zu 125 W unterstützt. Die Stromversorgung übernimmt ein 8+1+1-Phasen-VRM, das über 8+4-Pin-Anschlüsse gespeist wird. Decenta setzt dabei auf einen herkömmlichen Single-Lever-ILM anstelle eines 2L-ILM-Mechanismus.
Auf Seiten der integrierten Grafikeinheit nennt Decenta Prozessoren mit Intel Xe-Grafik der dritten Generation. Über DisplayPort, HDMI und eine analoge VGA-Schnittstelle können bis zu drei Bildschirme parallel angesteuert werden.
Nach Herstellerangaben erreicht das Gesamtsystem eine kombinierte KI-Rechenleistung von 138 TOPS. Dieser Wert setzt sich aus 74 TOPS über die integrierte NPU, 39 TOPS über die CPU sowie 25 TOPS über die Grafikeinheit zusammen.
Flexible Erweiterungsmöglichkeiten und Legacy-Konnektivität
Das Layout des M26-NVLS-ATX09 bietet bis zu sieben Erweiterungssteckplätze. Die Q970-SKU stellt zwei PCIe-5.0-x16-Slots (nutzbar als 1×16 oder 2×8) sowie vier PCIe-5.0-x4-Steckplätze bereit, von denen zwei elektrisch mit vier Lanes und zwei mit zwei Lanes angebunden sind.
Die B960-Variante stellt einen PCIe-5.0-x16-Slot und PCIe-4.0-Steckplätze zur Verfügung. Bemerkenswert ist zudem die Integration eines traditionellen Legacy-PCI-Slots.
Für schnelle Flash-Speicher sind zwei M.2-Steckplätze des Typs Key M (Formfaktoren 2242 und 2280) vorhanden. Auf der Q970-Platine arbeitet einer der Slots über PCIe Gen5 x4, während die B960-Version einen PCIe-5.0-x4-Steckplatz und einen zweiten Slot mit SATA-Anbindung kombiniert.
Für Funkverbindungen dient ein M.2-E-Key-2230-Steckplatz, der Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 beziehungsweise 6.x über PCIe Gen4 oder CNVio3 anbindet. Die Netzwerkanbindung umfasst Intel-Controller der Typen I219-V und I210 mit zwei 1GbE-RJ-45-Buchsen sowie eine Vorbereitung für einen dritten Netzwerkchip vom Typ I226-V. Für Audio sorgt ein Realtek-ALC897-Chip, während TPM 2.0 fest integriert ist.
Weder ein offizieller Veröffentlichungstermin noch ein konkreter Preis wurden für das M26-NVLS-ATX09 genannt. Branchenbeobachter gehen jedoch davon aus, dass die Platine teurer ausfallen wird als Mainboards der aktuellen Generation.

