Während die Zuger Polizei gefälschte QR-Codes an Parkuhren entdeckt, jagen IT-Sicherheitsforscher hochgerüstete Banking-Trojaner, die gezielt kontaktlose Bezahlschnittstellen angreifen.
Gefälschte QR-Codes im öffentlichen Raum
Die Zuger Polizei fand manipulierte QR-Codes an Parkuhren im Stadtgebiet. Unbekannte hatten Aufkleber über die offiziellen Zahlungsinformationen geklebt. Wer den Code scannte, landete auf betrügerischen Webseiten – und gab dort seine Zahlungsdaten preis.
Die Beamten entfernten die gefälschten Codes. Ihr Rat: Nutzt für Parkgebühren ausschließlich offizielle Apps. Verdächtige Aufkleber sollten sofort gemeldet werden.
Organisierte Banden an Reiserouten
Der ÖAMTC warnt vor Betrugsmaschen an europäischen Reiserouten. Besonders betroffen: die Strecken zwischen Zagreb, Rijeka und Zadar in Kroatien. Die Masche: Täter manipulieren Reifen an Fahrzeugen, geben sich später als Pannenhelfer aus und begehen Diebstähle.
Der ADAC meldet ähnliche Vorfälle aus Italien, Frankreich und Spanien.
Banking-Trojaner mit 107 Fernsteuerungsbefehlen
Noch gefährlicher wird es im Digitalen. Sicherheitsforscher von Group-IB und Zimperium identifizierten neue Versionen der Banking-Malware „Hook v3“ und den Trojaner „RedHook“. Die Schadprogramme verfügen über bis zu 107 Fernsteuerungsbefehle.
Besonders kritisch: Sie erzeugen sogenannte NFC-Overlays. Damit manipulieren oder imitieren sie die Nahfeldkommunikation für kontaktloses Bezahlen – „Tap-to-Pay“ wird zur Falle.
Die Angreifer umgehen zudem Sperrbildschirme. Ein Fehler in Android 16 hilft ihnen: Er erlaubt das Versenden von Nachrichten selbst bei gesperrtem Gerät. Verbreitet wird die Malware über Phishing-Kampagnen und die Plattform GitHub. In Spanien registrierten Experten zudem die Ransomware-Kampagne „DroidLock“.
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KI macht Betrug nahezu unsichtbar
Die Qualität der Angriffe steigt durch künstliche Intelligenz. Deepfakes erreichen inzwischen eine Qualität, die visuell kaum noch von echtem Material zu unterscheiden ist.
Ein Fall aus Mumbai zeigt die Dimension: Ein stellvertretender Geschäftsführer überwies rund 11,5 Millionen Euro in 63 Transaktionen. Die Täter hatten den CEO des Unternehmens per WhatsApp-Deepfake imitiert – ein klassischer „Boss Scam“.
Sicherheitsbehörden warnen zudem vor der Plattform „Kali365“. Sie ist spezialisiert darauf, Multi-Faktor-Authentifizierungen (MFA) zu umgehen.
Text-Salting: KI trickst Sicherheitsfilter aus
Eine neue Phishing-Technik namens „Text-Salting“ macht die Runde. Seit April 2026 registrierten Experten über eine Million solcher E-Mails. Die KI-generierten Nachrichten umgehen gezielt Sicherheitsfilter. Der Finanzdienstleister Robinhood wurde bereits Opfer eines Angriffs per HTML-Injection.
PayPal baut Deutschland-Präsenz um
Während die Bedrohungslage steigt, verändert PayPal seine App-Struktur in Deutschland. Nach dem Ende der Kooperation mit Google Wallet Mitte Juni 2026 setzt der Zahlungsdienst nun auf ein neues Design mit den Kernbereichen Home, Senden und Konto.
PayPal, das im ersten Quartal 2026 einen Gewinn von 1,11 Milliarden US-Dollar auswies, pusht zudem seine virtuelle Debit-Mastercard – verfügbar seit Mai 2025.
Da PayPal seine App-Struktur grundlegend erneuert und die Sicherheitsanforderungen im Online-Zahlungsverkehr steigen, sollten Nutzer die wichtigsten Schutzfunktionen kennen. Ein kostenloses Startpaket bietet eine bebilderte Anleitung zur sicheren Einrichtung und erklärt, wie Sie den Käuferschutz optimal nutzen. Gratis PayPal-Startpaket für sicheres Bezahlen anfordern
Streit um Bargeldpflicht
Die regulatorische Debatte bleibt hitzig. Deutsche Autovermieter schrieben an Finanzminister Klingbeil und warnten vor einer geplanten EU-Bargeldpflicht. Die Branche fürchtet steigende Risiken für Geldwäsche und Überfälle. Ihre Forderung: eine Ausnahme für Fahrzeugmieten über 10.000 Euro.
Gleichzeitig drängen Fahrgastverbände wie PRO BAHN auf mehr bargeldlose Optionen im Nahverkehr. In Nordrhein-Westfalen fordern sie die landesweite Einführung von Ticketkäufen per Bankkarte. Ziel: den Smartphone-Zwang reduzieren. Als Vorbild dient das System am Düsseldorfer SkyTrain. Eine Einführung innerhalb der nächsten fünf Jahre gilt als realistisch.

