Deepfake-Betrug: 86-Jährige verliert Million Euro an KI-Täuschung

Kriminelle setzen zunehmend KI und Deepfakes ein. Die Justiz erzielt erste Erfolge mit Verurteilungen in Europa und weltweit.

Allein im Jahr 2024 verzeichnete das FBI Schäden durch Sextortion in Höhe von über 33 Millionen Euro. Noch alarmierender: Die Gesamtverluste durch Kryptowährungsbetrug erreichten 9,3 Milliarden Euro, ein Anstieg um 66 Prozent im Vergleich zu Vorperioden. Besonders perfide: Die Täter setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz und täuschend echte Deepfakes.

Falsche Pegasus-Warnungen fluten die Postfächer

Kriminelle nutzen den Namen der berüchtigten Pegasus-Spyware, um ihre Opfer unter Druck zu setzen. In massenhaft verschickten E-Mails behaupten sie, die Geräte der Empfänger infiziert und intime Aufnahmen gemacht zu haben. Zur Untermauerung ihrer Glaubwürdigkeit fügen sie oft alte oder gestohlene Passwörter bei.

Die Drohung ist fast immer erfunden. Pegasus ist ein hochentwickeltes und seltenes Werkzeug, das gezielt gegen hochrangige Persönlichkeiten eingesetzt wird – nicht für Massen-Extortion. Sicherheitsexperten raten dringend davon ab, auf die Forderungen einzugehen. Stattdessen sollten Betroffene ihre Kontosicherheit über offizielle Wege prüfen. Ähnliche Warnungen gelten für gefälschte Sicherheitsmeldungen, die angeblich von Passwort-Managern wie LastPass oder Bitwarden stammen.

Justiz schreitet ein: Verurteilungen in Europa und weltweit

Die Strafverfolgungsbehörden erzielen erste Erfolge im Kampf gegen die digitale Erpressung. In Glasgow wurde William Kirkpatrick am 16. Juli 2026 verurteilt. Der Täter hatte sich zwischen Juni und Juli 2024 auf WhatsApp als Profifußballer ausgegeben, um andere Spieler zur Herausgabe von Nacktfotos zu bewegen. Das Urteil: 200 Stunden gemeinnützige Arbeit, drei Jahre Bewährung und die Eintragung ins Sexualstraftäterregister für fünf Jahre.

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In der Karibik steht ein weiterer Fall vor Gericht: Die 21-jährige Krishea Bryant aus Bahamas muss sich ab dem 24. November 2026 wegen Verleumdung verantworten. Sie soll Anfang Juli ein gestohlenes intimes Video auf sozialen Plattformen verbreitet haben. Bryant wies die Vorwürfe zurück und wurde gegen eine Kaution von rund 4.600 Euro freigelassen.

Auch in Indien ermittelt die Polizei: In Ahmedabad Rural wurde am 17. Juli 2026 ein Mann angezeigt, der sich unter falscher Identität eine Studentin gefügig gemacht und sie anschließend mit aufgezeichneten Videoanrufen erpresst haben soll.

KI macht Betrug gefährlicher

Die Technologie der Täter wird immer raffinierter. Der FBI-Bericht für 2025 beziffert die Schäden durch KI-gestützte Betrugsmaschen auf umgerechnet 893 Millionen Euro. Ein besonders erschreckender Fall ereignete sich in Ontario: Eine 86-jährige Witwe verlor am 17. Juli 2026 fast eine Million Euro – durch einen Deepfake, der einen hochrangigen kanadischen Amtsträger täuschend echt imitierte.

In Südostasien trieb ein Liebesbetrug auf Telegram eine Studentin in den finanziellen Ruin. Zwischen dem 11. Mai und dem 4. Juli 2026 tätigte sie 45 Überweisungen – insgesamt über 56.000 malaysische Ringgit (etwa 11.000 Euro). Der Täter hatte eine intime Beziehung vorgetäuscht und immer neue Zahlungen gefordert.

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Die FBI-Dienststellen in Detroit und anderen Regionen beobachten einen sprunghaften Anstieg dieser KI-gesteuerten und romantisch getarnten Betrugsformen. Die Täter investieren oft Wochen in den Vertrauensaufbau, bevor sie Geld in Kryptowährungen oder Geschenkkarten fordern.

Die Behörden raten: Überprüfen Sie dringende oder ungewöhnliche Zahlungsaufforderungen immer über bekannte Telefonnummern. Klicken Sie niemals auf Links in unaufgeforderten E-Mails oder Textnachrichten.