Deepfake-Betrug explodiert: Fälle steigen um 1.300 Prozent

BSI-Report zeigt: Online-Betrug nimmt zu, besonders durch Deepfakes und CEO-Fraud mit Milliardenschäden.

Laut dem Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist bereits jeder zehnte Bundesbürger von Online-Kriminalität betroffen. Besonders beim Online-Shopping lauert die Gefahr: Marktforscher von Adyen berichten, dass jeder vierte Nutzer schon Zahlungsbetrug erlebt hat. Der durchschnittliche Schaden liegt bei fast 400 Euro.

Neue Phishing-Welle mit psychologischem Druck

In den vergangenen Tagen rollte eine neue Angriffswelle über das Land. Betrüger verschicken gefälschte Zahlungsaufforderungen – angeblich von PayPal und anderen Dienstleistern. Die geforderten Beträge liegen im dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Besonders perfide: Die Täter setzen auf unmögliche Fristen wie den 31. Juni, um ihre Opfer unter Druck zu setzen und zu überstürzten Handlungen zu treiben.

Doch die Kriminellen werden technologisch immer versierter. Die Plattform Kali365 ermöglicht es Angreifern, die Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) über spezielle Login-Verfahren zu umgehen. Und der Einsatz von Deepfakes explodiert regelrecht: Die Betrugsfälle in diesem Bereich stiegen um rund 1.300 Prozent.

Ein aktueller Fall aus Nordrhein-Westfalen zeigt, wie schnell es gehen kann. Eine 68-jährige Seniorin wurde Opfer eines gefälschten Google-Alarms. Sie gewährte den Tätern Fernzugriff auf ihren Computer – der Schaden ging in den vierstelligen Bereich.

Milliardenverluste durch CEO-Fraud

Die wirtschaftlichen Schäden sind gewaltig. Allein beim sogenannten CEO-Fraud – hier geben sich Täter als Führungskräfte aus – entstanden 2025 Verluste von rund 2,8 Milliarden Euro. Die Polizei hat reagiert: Ende Juni startete sie eine Aktionswoche in Berlin, Brandenburg und Thüringen.

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Auch die Schweiz zieht nach. Dort traten Anfang Juli neue Regeln zur Kennzeichnung von Spoofing-Anrufen in Kraft. Manipulative Anrufe mit vorgetäuschten Nummern sollen so besser erkennbar werden.

Experten raten: Prüft URLs und Impressumsangaben in Online-Shops kritisch. Bei Betrugsverdacht sofort Konten sperren und Anzeige erstatten. Für den Alltag empfehlen sie VPN-Dienste in öffentlichen WLAN-Netzen und den Einsatz von Passwort-Managern.

Kommunen fördern digitale Teilhabe

Viele Städte wollen Senioren nicht allein lassen. In Frankfurt am Main gibt es ein neues Förderprogramm: Senioren ab 65 Jahren, die Sozialleistungen beziehen, erhalten einen Zuschuss von 250 Euro für Laptops, Tablets oder Smartphones. Das begleitende Projekt läuft bis Mai 2027.

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Parallel dazu finden bundesweit Informationsveranstaltungen statt. In Bad Kissingen ist für die zweite Juliwoche ein Vortrag über Internetsicherheit und Fake News geplant. In Altmannstein trafen sich Ende Juni erstmals Senioren, um unter Anleitung Apps zu verwalten und Spam-Nachrichten zu erkennen – ab September sollen diese Treffen monatlich stattfinden.

Ziel aller Initiativen: die Medienkompetenz stärken, Hemmschwellen abbauen und gleichzeitig vor aktuellen Gefahren wie Silent Calls oder dem Missbrauch von Smart Glasses warnen.