Deepfake-Betrug explodiert: Interpol verhaftet 5.811 Täter weltweit

KI-generierte Deepfake-Videos mit Prominenten lassen die Zahl der Anlagebetrugsfälle weltweit drastisch steigen. Behörden schlagen Alarm.

Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Künstliche Intelligenz und Deepfake-Videos lassen die Zahl der Anlagebetrugsfälle explodieren. Von Indien über Kanada bis Deutschland nutzen Kriminelle das Image von Prominenten und Politikern, um Anleger auf gefälschte Plattformen zu locken.

Gefälschte Modi-Videos in Indien

Mitte Juli 2026 entdeckten indische Behörden ein manipuliertes Video von Premierminister Modi. Darin verspricht er angeblich monatliche Einnahmen von 25.000 Rupien bei einer geringen Anfangsinvestition. Das Press Information Bureau stufte das Material als KI-generiert ein und warnte vor Phishing-Gefahr.

86-Jährige verliert eine Million Dollar in Kanada

In Kanada führte ein ähnliches Deepfake-Video mit Premierminister Mark Carney zu einem dramatischen Fall. Eine 86-jährige Frau aus Ontario verlor fast eine Million kanadische Dollar. Sie investierte zunächst eine kleine Summe, setzte später ihre Altersvorsorge und Hypotheken ein. Die kanadische Anti-Fraud-Zentrale bezifferte die Gesamtverluste durch Anlagebetrug für 2025 auf 351 Millionen kanadische Dollar.

Australien warnt vor falschen Finanzexperten

Die australische Aufsichtsbehörde ASIC gab am 16. Juli 2026 eine Warnung heraus. Kriminelle nutzen verstärkt Deepfakes von Finanzexperten wie Scott Pape oder Unternehmern wie Andrew Forrest. Zielgruppe sind vor allem ältere Anleger.

Deutsche Ermittler schlagen zu

Die Polizei in Niederbayern meldete allein im Juli 2026 über ein Dutzend Fälle. Ein Geschädigter aus Deggendorf verlor im Juni über 100.000 Euro. Eine Frau aus dem Landkreis Freyung-Grafenau überwies über Monate ebenfalls eine sechsstellige Summe. Das Bundeskriminalamt verzeichnete bereits für 2024 einen Anstieg der Fälle um 413 Prozent.

Interpol-Operation bringt Erfolge

International gelang der Polizeiorganisation Interpol ein bedeutender Schlag. Bei der Operation „First Light 2026“ wurden in 97 Ländern 5.811 Personen festgenommen. Die Ermittler sicherten Vermögenswerte in Höhe von 293 Millionen US-Dollar.

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Diese Apps sind betrügerisch

Rechtsexperten identifizierten mehrere mobile Anwendungen im Zusammenhang mit Cybertrading-Betrug. Dazu gehören Crendel, GlideNet, Qwintix, TokneFi, Sphalerite und Prydon. Die App GlideNet wurde bereits am 6. Mai 2026 aus dem Google Play Store entfernt. Die Programme zeigen manipulierte Kontostände und fiktive Gewinne an – und treiben Nutzer zu immer höheren Einzahlungen.

Die Masche dahinter

Die Betrugsfälle beginnen oft mit Kleinstinvestitionen von rund 250 Euro. Sobald Opfer ihre vermeintlichen Gewinne auszahlen lassen wollen, fordern die Täter unter Vorwänden wie Steuern oder Gebühren weitere Zahlungen. In Ludwigshafen versuchten Betrüger Anfang Juni 2026 zudem, einen 69-Jährigen als Finanzagenten für Geldwäsche zu missbrauchen. Eine Bank verhinderte das.

Auch Unternehmen sind betroffen

Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen geraten ins Visier. Eine Tochtergesellschaft des indischen Unternehmens Sky Gold meldete am 15. Juli 2026 einen Verlust von umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro. Unbekannte hatten mit Deepfakes die Identität eines Direktors vorgetäuscht und unautorisierte Überweisungen veranlasst.

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Deepfakes bedrohen auch die Politik

Die Technologie wird zunehmend für politische Desinformation eingesetzt. Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September 2026 tauchten auf der Plattform X gefälschte Videos gegen Kandidaten verschiedener Parteien auf. Der Verfassungsschutz spricht von unzulässiger ausländischer Einflussnahme und zieht Parallelen zu russischen Desinformationskampagnen.

So schützen Sie sich

Finanzexperten raten: Prüfen Sie die Registrierung von Plattformen bei Aufsichtsbehörden wie der BaFin oder SEBI. Geben Sie keine sensiblen Daten oder Einmalpasswörter auf zweifelhaften Webseiten ein. Und: Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein – ist es das meist auch.