Das Technologieunternehmen DeepSeek investiert massiv in die Erweiterung seiner Rechenkapazitäten und hat einen Großauftrag über mindestens 160.000 Huawei Ascend 950DT-Chips erteilt. Das Auftragsvolumen für die Hardware beläuft sich auf rund 2,56 Milliarden US-Dollar. Die Prozessoren sind für ein neues Rechenzentrum in Ulanqab in der Inneren Mongolei vorgesehen, wie aus Branchenberichten von Anfang September 2026 hervorgeht.
Infrastruktur-Ausbau in der Inneren Mongolei
Das geplante Rechenzentrum in der Region Ulanqab markiert einen bedeutenden Ausbau der physischen Infrastruktur von DeepSeek. Die Anlage soll laut vorliegenden Informationen bereits im November eröffnet werden. Die geplante Kapazität des Standorts ist auf Skalierung ausgelegt: Zunächst stehen 550 MW an eigener Kapazität sowie 35 MW an angemieteten Flächen zur Verfügung. In einer späteren Ausbaustufe soll die Kapazität auf bis zu 1 GW steigen.
Die Standortwahl in Ulanqab bietet strategische Vorteile. Die Region verfügt über eine Rechenleistung von insgesamt 345.000 Petaflops und zeichnet sich durch einen hohen Anteil an nachhaltiger Energieversorgung aus. Mehr als 85 % des Energiebedarfs werden dort aus erneuerbaren Quellen gedeckt.
Technische Spezifikationen und Einsatzgebiete
Die bestellten Huawei Ascend 950DT-Chips verfügen über 144 GB HBM-Speicher und eine Bandbreite von rund 4 TB/s. Die Rechenleistung pro Chip wird mit etwa 1 PFLOPS FP8 angegeben. Im geplanten Gesamtsystem von DeepSeek resultiert dies in einer kombinierten Leistung von 160 ExaFLOPS FP8 und einem Gesamtspeicher von 23 PB HBM.
Branchenberichten zufolge plant DeepSeek den Einsatz dieser Hardware ausschließlich für Inferenz-Aufgaben, also die Anwendung bereits trainierter Modelle. Ein Einsatz für das Training neuer KI-Modelle sei für diese spezifische Tranche nicht vorgesehen. Parallel dazu wurde bekannt, dass das V4-Modell des Unternehmens bereits gezielt für die Nutzung auf Huawei-Chips optimiert wurde.
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Produktionsengpässe bei Huawei verzögern Auslieferung
Trotz des Milliarden-Auftrags muss DeepSeek mit erheblichen Wartezeiten rechnen. Aufgrund von Produktionsengpässen bei Huawei wird die vollständige Lieferung der 160.000 Einheiten voraussichtlich über ein Jahr in Anspruch nehmen. Als Hauptgrund für die Verzögerungen gilt eine allgemeine Knappheit bei HBM-Speichermodulen.
Die Schätzungen zur Produktionskapazität von Huawei für das Jahr 2026 variieren in Fachkreisen. Während einige Quellen von einer Gesamtproduktion von etwa 1,6 Millionen Ascend-Dies ausgehen, nennen andere Berichte aufgrund der Materialknappheit lediglich Zahlen im Bereich einiger hunderttausend Einheiten.
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Finanzierung und strategische Planung
Um das großangelegte Hardware-Investment und den Betrieb des Rechenzentrums zu stützen, verhandelt DeepSeek derzeit über eine weitere Finanzierungsrunde in Milliardenhöhe. Das Unternehmen wurde bereits vor der geplanten Kapitalspritze mit 71 Milliarden US-Dollar bewertet.
Diese Expansionsschritte werden als Vorbereitung auf einen langfristigen Strategiewechsel gewertet. Für das Jahr 2027 plant DeepSeek den Berichten zufolge den Gang an die Börse. Mit dem massiven Ausbau der Rechenleistung in Ulanqab positioniert sich das Unternehmen als einer der führenden Akteure im Bereich der KI-Inferenz auf Basis chinesischer Hardware-Architekturen.

