DeepSeek bestellt 160.000 Huawei-Chips: Flucht aus Nvidia-Abhängigkeit

DeepSeek will mindestens 160.000 Huawei-Prozessoren einsetzen, doch Engpässe könnten die Lieferung für das geplante Rechenzentrum verzögern.

Das chinesische KI-Labor DeepSeek plant eine umfassende Erweiterung seiner Rechenkapazitäten durch eine Großbestellung von Prozessoren des Herstellers Huawei. Wie aus Branchenkreisen bekannt wurde, soll die Hardware in einem neuen Rechenzentrum in Ulanqab in der Inneren Mongolei zum Einsatz kommen.

Die Anlage ist auf eine Kapazität von etwa 1 Gigawatt ausgelegt, wobei eine Teileröffnung für Ende 2027 oder Anfang 2028 angestrebt wird. Weder die genaue Bestellmenge noch das spezifische Chipmodell wurden bisher offiziell bestätigt.

Fokus auf Huawei zur Verringerung der Nvidia-Abhängigkeit

DeepSeek beabsichtigt, mindestens 160.000 Einheiten der Huawei-Chips in dem neuen Zentrum zu installieren. Konkret soll es sich dabei um das Modell Huawei Ascend 950DT handeln. Mit diesem Vorhaben würde DeepSeek einen der landesweit größten Cluster auf Basis von Huawei-Hardware aufbauen.

Ziel dieser Strategie ist es, die Abhängigkeit vom US-Hersteller Nvidia zu reduzieren. Während Nvidia-Produkte aufgrund von Exportbeschränkungen in China nur eingeschränkt verfügbar sind, positioniert sich die Huawei-Ascend-Reihe zunehmend als heimische Alternative.

Bisher griff DeepSeek vorwiegend für das Training seiner Modelle auf Nvidia-Hardware zurück. Für den Bereich der Inferenz, also die Anwendung der trainierten Modelle, plant das Unternehmen nun jedoch den konsequenten Umstieg auf Huawei-Systeme. Das aktuelle Modell V4 des Labors läuft bereits auf dem Ascend-950-Prozessor. Parallel dazu arbeite DeepSeek in Kooperation mit dem Chiphersteller SMIC an der Entwicklung eines eigenen Inferenz-Chips.

Produktionsengpässe und Marktentwicklungen im chinesischen KI-Sektor

Trotz der ambitionierten Ausbaupläne steht das Vorhaben vor logistischen Herausforderungen. Experten verweisen auf Produktionsengpässe bei Huawei, die zu erheblichen Verzögerungen führen könnten.

Aufgrund der hohen Nachfrage und begrenzter Fertigungskapazitäten wird damit gerechnet, dass sich die Auslieferung der Prozessoren an DeepSeek um mehr als ein Jahr verzögern könnte. Die Serienproduktion des Ascend 950DT soll planmäßig in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen.

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Die steigende Nachfrage nach heimischer Hardware spiegelt den allgemeinen Trend in China wider. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte die intelligente Rechenleistung in der Volksrepublik 2185 EFLOPS, was einer Steigerung von 177 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Branchenbeobachter stellen jedoch fest, dass das Angebot deutlich langsamer wächst als der Bedarf. Neben DeepSeek setzen auch andere Großunternehmen verstärkt auf Huawei-Lösungen. So erwarb China Mobile im August 2026 Ascend-basierte Systeme für 1,296 Milliarden Yuan. Auch Konzerne wie Tencent, Baidu und ByteDance setzen vermehrt die Modelle Ascend 910B und 910C ein.

Finanzielle Expansion und strategische Positionierung von DeepSeek

Das in Hangzhou ansässige Unternehmen DeepSeek wurde im Mai 2023 von Liang Wenfeng gegründet, der weiterhin rund 91 Prozent der Anteile kontrolliere. Im Juli 2026 schloss das Labor seine erste externe Finanzierungsrunde ab und sicherte sich dabei 7,4 Milliarden US-Dollar. Die Bewertung des Unternehmens stieg damit auf 52 Milliarden US-Dollar. Zu den Investoren zählen namhafte Akteure wie Tencent, CATL, NetEase und JD.com.

Mit rund 130 Millionen monatlich aktiven Nutzern in China und einem Anteil von 17,6 Prozent auf der Plattform OpenRouter im Juli 2026 hat sich DeepSeek fest am Markt etabliert. Das im selben Monat vorgestellte Modell V4 bietet einen Kontext von einer Million Token.

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Begleitend zur technischen Aufrüstung passte das Unternehmen seine Preisstruktur an: Für die Versionen V4-Pro und V4-Flash wurde ein Modell mit unterschiedlichen Gebühren für Spitzen- und Nebenzeiten eingeführt, was in einigen Bereichen zu deutlichen Preissteigerungen führte.