DeepSeek bestellt 160.000 Huawei-Chips für 2,56 Mrd. Dollar

DeepSeek soll 160.000 Huawei-Beschleuniger für ein Rechenzentrum in der Inneren Mongolei planen; eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Das KI-Unternehmen DeepSeek plant Berichten zufolge eine massive Erweiterung seiner Hardware-Infrastruktur und setzt dabei verstärkt auf chinesische Technologie. Das Unternehmen beabsichtige den Erwerb von mindestens 160.000 Huawei Ascend 950DT-Beschleunigern für ein neues Rechenzentrum in der Inneren Mongolei.

Das Auftragsvolumen beläufe sich auf rund 2,56 Milliarden US-Dollar, was einem Preis von etwa 16.000 US-Dollar oder zirka 11,1 Millionen Yuan pro Chip entspricht.

Die geplante Bestellung markiert einen Wendepunkt in der Hardware-Strategie des Unternehmens und stellt den bislang größten bekannten Cluster auf Basis von Huawei-Chips dar. Die Dimensionen des Projekts übersteigen bestehende Infrastrukturen deutlich; so sei der geplante Verbund etwa 16-mal so groß wie der Wan-Ka-Cluster in Shenzhen.

Technologische Spezifikationen und Leistungsdaten

Im Zentrum der Pläne steht der Ascend 950DT, das für das vierte Quartal 2026 angekündigte Flaggschiff-Modell von Huawei. Der Beschleuniger soll laut technischen Spezifikationen über 144 GB HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) und eine Speicherbandbreite von etwa 4 TB/s verfügen. Die Rechenleistung wird mit rund 1 PFLOPS bei FP8-Operationen angegeben, während der Interconnect eine Geschwindigkeit von 2 TB/s erreiche.

Für das Gesamtsystem im Standort Ulanqab, etwa 350 Kilometer nordwestlich von Peking gelegen, strebe DeepSeek eine Gesamtleistung von 160 EFLOPS FP8 an. Der kumulierte HBM-Speicher des Clusters würde damit 23 PB erreichen. Die Fertigung der Chips erfolge beim chinesischen Auftragsfertiger SMIC im sogenannten N+2- oder N+3-Verfahren.

Trotz der enormen Kapazitätsplanung gibt es Einschränkungen bei der Verfügbarkeit. Branchenberichten zufolge sei die Produktionskapazität für den Ascend 950DT im Jahr 2026 auf einige Hunderttausend Einheiten begrenzt.

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Die vollständige Auslieferung des Auftrags an DeepSeek könne daher mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen. Das neue Rechenzentrum sei primär für Inferenz-Aufgaben und nicht für das Training von Modellen vorgesehen, wobei der Cluster eine Gigawatt-Kapazität erreichen solle.

Strategische Standortwahl und technologischer Wettbewerb

Die Wahl der Inneren Mongolei als Standort für das Rechenzentrum begründe DeepSeek mit den dort verfügbaren günstigen Strompreisen sowie den geringen Kosten für Landflächen. Diese Faktoren seien entscheidend für den wirtschaftlichen Betrieb von Anlagen dieser Größenordnung.

Hintergrund der verstärkten Hinwendung zu heimischen Lösungen sind die verschärften US-Exportkontrollen. Diese beschränken den Export von Hochleistungschips wie dem Nvidia H200 nach China und treiben die Nachfrage nach einheimischen Alternativen massiv voran.

DeepSeek-Gründer Liang Wenfeng ordnete die Leistungsfähigkeit der chinesischen Hardware im Vergleich zum Marktführer Nvidia ein. Er erklärte, dass vier Huawei-Chips notwendig seien, um die Leistung eines einzelnen Nvidia-GPUs zu erreichen.

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Den technologischen Rückstand bezifferte er auf etwa zwei Jahre. Der Huawei-Chip sei zudem viermal schwächer als Nvidias kommendes GB300-Modell, wenngleich der geplante Cluster in seiner Gesamtheit als gleichwertig angesehen werde.

Branchenexperten stufen den Huawei-Chip derzeit als vergleichbar mit der Hopper-Architektur von Nvidia ein. Während sich Huawei Atlas 950-Superknoten theoretisch auf bis zu 8192 Karten skalieren lassen, fehlen für den Ascend 950DT aufgrund der anstehenden Markteinführung noch Messdaten aus der Massenproduktion.

Die aktuellen Berichte stützen sich auf Informationen aus der Lieferkette. Eine offizielle Bestätigung der Auftragspläne durch DeepSeek liegt derzeit noch nicht vor.