DeepSeek-V4: Tencent senkt KI-Kosten um 97,5 Prozent

Tencent senkt Kosten für DeepSeek-V4 um bis zu 97,5 Prozent und bringt neuen KI-Entwicklerassistenten auf den Markt.

Der chinesische Technologieriese Tencent senkt die Kosten für sein KI-Modell DeepSeek-V4 um bis zu 97,5 Prozent und bringt gleichzeitig einen neuen KI-Entwicklerassistenten an den Start. Ein Angriff auf die Preisführerschaft westlicher Anbieter.

Neuer KI-Assistent für Entwickler

Am 23. Juli 2026 launchte Tencent Cloud CodeBuddy NPC – einen KI-Agenten, der den gesamten Forschungs- und Entwicklungsprozess automatisiert. Das Tool greift auf Code-Repositories, Pull-Requests sowie Continuous-Integration- und Delivery-Pipelines zu. Besonders beeindruckend: Der Token-Verbrauch sank beim ersten Durchlauf von über 20.000 auf rund 2.000 – eine Reduktion um mehr als 90 Prozent.

Preiskampf der Giganten

Die aggressiven Preisnachlässe für DeepSeek-V4 sind beispiellos. Für die Pro-Version zahlen Nutzer aktuell nur 0,003 Yuan pro tausend Tokens bei der Eingabe und 0,006 Yuan bei der Ausgabe. Noch deutlicher fällt der Rabatt bei Cache-Treffern aus: Hier sank der Preis um 97,5 Prozent auf lächerliche 0,000025 Yuan pro tausend Tokens.

Auch die Flash-Version profitiert: Cache-Kosten fielen um 90 Prozent auf 0,00002 Yuan pro tausend Tokens. Zum Vergleich: Chinesische KI-Modelle kosten pro Aufgabe zwischen 0,02 und 0,37 Dollar – US-Modelle liegen zwischen 0,86 und 2,75 Dollar.

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Internationale Unternehmen steigen um

Der Preisvorteil zeigt Wirkung. Laut Daten vom Juni 2026 ist DeepSeek der führende Software-Trend unter US-Unternehmen, die ihre KI-Ausgaben kontrollieren wollen. Einige Großkonzerne hatten bereits im April ihre Jahres-Token-Budgets aufgebraucht und suchen nun nach günstigeren Alternativen.

Auf der Plattform Vercel stieg der Anteil von DeepSeek V4 Flash am Gesamtverkehr von 15 auf über 20 Prozent – und das innerhalb eines Monats. Open-Source-Modelle machen inzwischen fast 30 Prozent des Token-Volumens auf dem Vercel AI Gateway aus. Branchenexperten erwarten, dass der tägliche Token-Verbrauch chinesischer Open-Source-Modelle von 350 Billionen im Jahr 2026 auf 4.600 Billionen bis 2030 steigen wird – mehr als die Hälfte davon durch internationale Nutzer.

Technische Basis und Hardware

DeepSeek-V4, ursprünglich am 24. April 2026 veröffentlicht, setzt auf eine Mixture-of-Experts-Architektur (MoE). Die Pro-Version nutzt 1,6 Billionen Parameter, von denen 49 Milliarden aktiv sind. Die Flash-Version kommt mit 284 Milliarden Parametern und 13 Milliarden aktiven. Beide Modelle verarbeiten Kontextfenster von einer Million Tokens.

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Die Architektur ist speziell für Hardware wie den Huawei Ascend 950 optimiert. Aktuell wird der Durchsatz des Pro-Service noch durch begrenzte Rechenkapazitäten eingeschränkt. Doch mit der Massenproduktion der Ascend-950-Cluster rechnen Beobachter in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit weiteren Preissenkungen.

Microsoft prüft DeepSeek als Alternative

Selbst Microsoft hat ein Auge auf DeepSeek-V4 geworfen. Im zweiten Quartal 2026 erwog der Konzern, das chinesische Modell als kostengünstigere Option für seine Copilot-Dienste zu nutzen. Konkret prüft Microsoft eine umsatzabhängige Preisgestaltung für bestimmte Funktionen – ein Versuch, die hohen Betriebskosten teurerer Sprachmodelle zu senken.