Anfang der Woche ereignete sich auf einem Flug der Delta Airlines von Las Vegas nach Atlanta ein schwerwiegender Eingriff in die digitale Infrastruktur an Bord. Ein Passagier auf Flug 591 installierte ein unautorisiertes WLAN-Netzwerk, um sensible Nutzerdaten der Mitreisenden abzugreifen. Der Vorfall, der im zeitlichen Zusammenhang mit der IT-Sicherheitskonferenz DEF CON 34 steht, führte unmittelbar nach der Landung zu einem Einsatz von Bundesbehörden.
Die Manipulation wurde während des Fluges entdeckt, der mit 199 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern besetzt war. Nach vorliegenden Informationen erstellte ein Akteur ein gefälschtes Netzwerk unter der Bezeichnung „Delta WiFi Fast“. Dieses war so konfiguriert, dass es den Anschein eines offiziellen Dienstes der Fluggesellschaft erweckte, jedoch eine Phishing-Seite für Google-Anmeldedaten vorschaltete.
Gezielter Phishing-Angriff durch „Evil Twin“-Methode
Sicherheitsexperten stuften die Tat als einen sogenannten „Evil Twin“-Angriff ein. Dabei wurde ein mobiles Pentest-Tool verwendet, um das legitime WLAN-Signal zu imitieren und Nutzer zur Verbindung mit dem gefälschten Zugangspunkt zu verleiten. Im Rahmen des Angriffs wurde zudem eine Deauthentifizierung (Deauth-Attacke) festgestellt, die darauf abzielt, bestehende Verbindungen zum echten Netzwerk zu trennen, damit sich die Endgeräte der Passagiere automatisch mit dem stärkeren Signal des Angreifers verbinden.
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Die Kabinenbesatzung reagierte auf die Entdeckung der Unregelmäßigkeiten, indem sie das bordeigene WLAN-System für eine Dauer von etwa 30 Minuten vollständig deaktivierte. Parallel dazu informierten die Piloten das Bodenpersonal und kontaktierten die zuständige Flugsicherung über das bordeigene Kommunikationssystem ACARS. Trotz des Eingriffs in das Netzwerk betonte das Unternehmen, dass die flugsicherheitsrelevanten Systeme zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt waren. Ein offizieller Notfall wurde nicht ausgerufen.
Behörden leiten Untersuchungen gegen Tatverdächtige ein
Nach der Landung in Atlanta wurde das Flugzeug am Gate A18 bereits von Beamten des FBI Atlanta sowie der lokalen Flughafenpolizei erwartet. Die Bundesbehörden sowie die Luftfahrtbehörde FAA waren bereits während des Fluges über die Vorgänge informiert worden. Am Gate befragten Ermittler mehrere Verdächtige und beschlagnahmten Hardware, die mutmaßlich für den Angriff verwendet wurde. Bisher wurden keine offiziellen Festnahmen bestätigt, die Ermittlungen des FBI dauern jedoch an.
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Ein Sprecher von Delta Airlines bestätigte den Vorfall mit dem unautorisierten WLAN-Netzwerk und erklärte, dass man eng mit den Bundesbehörden zusammenarbeite, um den Vorfall vollständig aufzuklären. Bisher gibt es keine Bestätigung für einen erfolgreichen Datenabfluss, die Untersuchung möglicher Schäden ist jedoch Teil der laufenden Prüfung.
Auch die Organisatoren der DEF CON äußerten sich zu dem Vorfall. Ein Sprecher der Konferenz kündigte an, dass man den Zwischenfall untersuchen werde. Sollten Teilnehmer der Fachveranstaltung an dem Angriff beteiligt gewesen sein, werde man diese dauerhaft von künftigen Konferenzen ausschließen. Berichten zufolge war die Konferenz selbst in der Vergangenheit Ziel ähnlicher Angriffe. In Branchenkreisen wird zudem diskutiert, ob Beteiligte neben strafrechtlichen Konsequenzen auch mit zivilrechtlichen Sanktionen wie der Aufnahme auf die Flugverbotsliste („No-Fly-List“) rechnen müssen.

