Destination Earth: EU startet entscheidende Phase für digitalen Erd-Zwilling

Die Europäische Kommission bestätigt die dritte Phase des Destination-Earth-Projekts. Ein KI-gestützter digitaler Zwilling der Erde soll bis 2026 entstehen, um Klimafolgen und Extremwetter besser zu simulieren.

Die Europäische Kommission hat die dritte und entscheidende Phase ihres ambitionierten Destination Earth-Programms bestätigt. In den nächsten zwei Jahren soll ein hochpräziser digitaler Zwilling der Erde entstehen, um Klimafolgen besser vorherzusagen.

Ab Mitte 2026 werden die bisher entwickelten digitalen Modelle weiterentwickelt und mit fortschrittlicher Künstlicher Intelligenz (KI) verknüpft. Ziel ist eine virtuelle Echtzeit-Kopie unseres Planeten, die Politik, Wissenschaft und Wirtschaft bei der Anpassung an die Klimakrise unterstützt. Das Projekt ist ein Kernstück des europäischen Green Deal und der Digitalstrategie.

Digitale Zwillinge erhalten KI-Upgrade

Im Fokus der neuen 24-Monats-Phase stehen die beiden bereits existierenden digitalen Zwillinge: einer für die Klimaanpassung und einer für wetterbedingte Extreme. Diese hochauflösenden Modelle sollen nun robuster und stärker miteinander verbunden werden.

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Ein zentrales Vorhaben: Historische Extremwetterereignisse in einer wärmeren Welt simulieren. So wollen die Forscher Antworten auf drängende Fragen finden. Wie würde die Flutkatastrophe im Ahrtal bei zwei Grad höherer Durchschnittstemperatur ablaufen? Diese Szenarien sollen konkrete Handlungsoptionen für mehr Resilienz liefern.

Dreier-Allianz treibt europäische Spitzentechnologie voran

Die Umsetzung liegt in den Händen einer europäischen Expertentrias:
* Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) entwickelt die digitalen Zwillinge und die Steuerungssoftware für Europas Supercomputer.
* Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) baut die Nutzerplattform, über die auf Daten und Dienste zugegriffen werden kann.
* EUMETSAT ist verantwortlich für den „Data Lake“ – einen riesigen, verteilten Datenspeicher.

Diese Aufteilung bündelt Europas führendes Know-how in Erdbeobachtung, Hochleistungsrechnen und KI. Das Projekt soll nationale Dienste wie den Deutschen Wetterdienst ergänzen, nicht ersetzen.

KI-Fabriken und breitere Nutzung als strategische Ziele

Eine Schlüsselstrategie ist die tiefere Integration von KI. Die gewaltigen Datenmengen der Simulationen werden in KI-taugliche Formate gebracht. Sie sollen dann Europas wachsende KI-Fabriken speisen und Innovationen vorantreiben.

Parallel dazu wird der Nutzerkreis massiv erweitert. Das System soll für eine breitere Öffentlichkeit zugänglicher werden – von Regionalplanern bis zu Energieversorgern. Auf Veranstaltungen wie dem aktuellen ESA-Workshop (2.-4. Februar) diskutieren Experten, wie diese Erdbeobachtungsdaten künftig genutzt werden können.

Wegweisende Phase bis zum vollständigen Erdmodell 2030

Mit der nun bestätigten Phase 3 ist das Projekt auf Kurs zu seinem Langzeitziel: einem vollständigen, dynamischen digitalen Replikat des Erdsystems bis 2030. Die nächsten zwei Jahre sind entscheidend, um den praktischen Nutzen der Technologie unter Beweis zu stellen.

Die Investitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro sollen Europas Führungsposition in der Klimawissenschaft und digitalen Transformation festigen. Ein präzises, interaktives Modell des Planeten könnte den entscheidenden Vorsprung im Umgang mit den eskalierenden Klimarisiken bringen.

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