Digital Independence Day: Signal und Threema als WhatsApp-Alternativen im Fokus

Datenschutz-Aktivisten starten monatliche Aktionstage, um Nutzer zu sicheren Messenger-Alternativen zu bewegen. Signal und Threema stehen im Fokus der Bewegung.

Eine wachsende Bewegung ruft Nutzer an jedem ersten Sonntag des Monats dazu auf, ihre Abhängigkeit von großen Technologiekonzernen zu überdenken. Im Fokus des heutigen Aktionstages stehen datenschutzfreundliche Alternativen zum Marktführer WhatsApp, allen voran Signal und Threema, inmitten anhaltender Debatten über Datensicherheit und Privatsphäre.

Berlin, Deutschland – 01. Februar 2026 – An diesem Sonntag findet der zweite „Digital Independence Day“ statt, eine Initiative, die von Datenschutz-Aktivisten und Organisationen wie dem Chaos Computer Club (CCC) unterstützt wird. Ziel der monatlichen Aktion ist es, das Bewusstsein für digitale Souveränität zu schärfen und Nutzern konkrete Schritte aufzuzeigen, um sich aus der Abhängigkeit von den Ökosystemen großer Technologiekonzerne wie Meta zu lösen. Der heutige Tag konzentriert sich auf den Umstieg von dem weitverbreiteten Messenger-Dienst WhatsApp auf sicherere Alternativen und reagiert damit auf die zunehmenden Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit Nutzerdaten. Die Bewegung will den sogenannten Netzwerkeffekt durchbrechen – das Phänomen, dass Nutzer bei einem Dienst bleiben, weil all ihre Kontakte dort ebenfalls aktiv sind.

Die Initiative „Digital Independence Day“: Ein Aufruf zur digitalen Selbstbestimmung

Der „Digital Independence Day“ (DI.Day) wurde ins Leben gerufen, um Nutzern an jedem ersten Sonntag im Monat einen Anlass zu geben, ihre digitalen Gewohnheiten zu hinterfragen und schrittweise die Kontrolle über ihre Daten zurückzugewinnen. Anstatt einer radikalen Komplettumstellung plädiert die Initiative für einen schrittweisen Wechsel zu Alternativen, die oft datensparsamer und transparenter sind. Der Auftakt der Aktion fand am 4. Januar 2026 statt und konzentrierte sich bereits auf den Wechsel von WhatsApp zu Signal. Unterstützer der Bewegung argumentieren, dass digitale Souveränität nicht durch Appelle, sondern durch praktisches Handeln und das Ausprobieren von Alternativen entstehe. Es gehe darum, zu zeigen, dass freie und demokratiefreundliche Technologien nicht nur existieren, sondern auch hervorragend funktionieren.

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WhatsApp in der Kritik: Warum der Wechsel gefordert wird

Trotz seiner marktbeherrschenden Stellung in Deutschland steht WhatsApp, das seit 2014 zum Meta-Konzern gehört, seit Jahren in der Kritik von Datenschützern. Ein zentraler Kritikpunkt ist die Sammlung und Verarbeitung umfangreicher Metadaten. Obwohl die Nachrichteninhalte selbst durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt sind, erfasst der Dienst, wer wann mit wem und von wo aus kommuniziert. Diese Informationen können innerhalb des Meta-Konzerns, zu dem auch Facebook und Instagram gehören, geteilt und potenziell für Werbezwecke genutzt werden. Zudem ist die Übermittlung von Telefonnummern aus dem Adressbuch der Nutzer an die Server des Unternehmens ein wiederkehrender Kritikpunkt, da die betroffenen Kontakte dieser Weitergabe in der Regel nicht zugestimmt haben. Diese Datenschutzbedenken sind der Hauptantrieb für viele Nutzer, sich nach Alternativen umzusehen.

Signal und Threema als sichere Häfen: Ein Vergleich

Im Zentrum der Empfehlungen der Datenschutz-Community stehen vor allem zwei Messenger: Signal und Threema. Signal wird von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben und gilt als Goldstandard für sichere Kommunikation. Die App ist kostenlos, werbefrei und speichert keinerlei Metadaten darüber, wer mit wem kommuniziert. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Signal wird regelmäßig von unabhängigen Experten geprüft und als äußerst sicher eingestuft.

Threema, ein Schweizer Anbieter, geht beim Datenschutz noch einen Schritt weiter. Der Dienst kann komplett anonym ohne die Angabe einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse genutzt werden. Threema ist kostenpflichtig, was nach Ansicht von Experten ein nachhaltiges Geschäftsmodell ohne die Notwendigkeit der Datenverwertung sichert. Jüngste Entwicklungen zeigten Ende Januar 2026 einen Wechsel der Besitzverhältnisse bei Threema, bei dem die Private-Equity-Firma Comitis Capital Anteile übernahm. Das Unternehmen betonte jedoch, dass sich an der Mission, der Strategie und dem strikten Datenschutzfokus nichts ändern werde.

Kontext und Analyse: Ein wachsender Trend zur Privatsphäre

Die „Digital Independence Day“-Initiative ist Teil eines breiteren gesellschaftlichen Trend, bei dem Nutzer zunehmend Wert auf ihre digitale Privatsphäre legen. Regulatorische Maßnahmen wie der Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union zwingen große Plattformen wie WhatsApp bereits zu mehr Offenheit. Seit März 2024 muss der Dienst theoretisch die Möglichkeit bieten, Nachrichten auch mit anderen Messengern auszutauschen, um den Wettbewerb zu stärken. Die praktische Umsetzung dieser Interoperabilität lässt jedoch noch auf sich warten. Initiativen wie der DI.Day stellen eine von Nutzern getragene Antwort auf die Marktmacht der Tech-Giganten dar. Die größte Hürde für den Wechsel ist nicht die Technik, sondern die soziale Akzeptanz im eigenen Freundes- und Familienkreis. Genau hier setzt die Kampagne an, indem sie einen gemeinsamen, wiederkehrenden Zeitpunkt für den Umstieg vorschlägt und so den kollektiven Wechsel erleichtert.

Zukünftige Aussichten: Ein langer Weg zur digitalen Unabhängigkeit

Der Erfolg des „Digital Independence Day“ wird davon abhängen, ob es gelingt, eine nachhaltige Bewegung zu schaffen, die über technisch versierte Kreise hinauswächst. Die monatlichen Aktionstage sollen dabei helfen, das Thema Messenger-Sicherheit dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Während Signal und Threema für die meisten Nutzer als die praktikabelsten und sichersten Alternativen gelten, gibt es für technisch ambitioniertere Anwender auch dezentrale Systeme wie Matrix oder XMPP. Die Zukunft der digitalen Kommunikation wird nicht nur durch das Verhalten der Nutzer, sondern auch durch kommende Regulierungen und die technische Entwicklung geprägt sein. Der „Digital Independence Day“ sendet das klare Signal, dass immer mehr Menschen bereit sind, für den Schutz ihrer Privatsphäre aktiv zu werden und sich ihre digitale Unabhängigkeit Schritt für Schritt zurückzuerobern.

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