Die Europäische Kommission hat Ende August 2026 eine wegweisende Entscheidung zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz getroffen. Das KI-System ChatGPT von OpenAI wurde offiziell als sehr große Online-Suchmaschine (Very Large Online Search Engine, VLOSE) unter dem Digital Services Act (DSA) designiert. Damit ist ChatGPT der erste KI-Chatbot, der unter diese spezifische Kategorie der EU-Plattformregulierung fällt. Gleichzeitig wurden die Online-Plattformen Reddit und Roblox als sehr große Online-Plattformen (Very Large Online Platforms, VLOPs) eingestuft.
Hohe Nutzerzahlen in der Europäischen Union als Grundlage
Die Einstufung durch die Kommission folgt auf eine Analyse der Nutzerreichweiten in der EU. Den vorliegenden Daten zufolge verzeichnet ChatGPT monatlich rund 159 Millionen Nutzer innerhalb der Union. Damit wird der für die Regulierung relevante Schwellenwert von 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern deutlich überschritten. Insbesondere die Funktion ChatGPT Search soll diese Marke bereits hinter sich gelassen haben.
Auch bei den weiteren neu regulierten Diensten liegen die Nutzerzahlen signifikant über der gesetzlichen Grenze. Für Reddit wurden 57,2 Millionen monatliche Nutzer in der EU ermittelt, während Roblox auf eine Basis von 46,6 bis 48 Millionen monatliche Nutzer kommt. Die Einstufungen sind mit weitreichenden Verpflichtungen für die Betreiber verbunden, die über die Standardvorgaben für kleinere Anbieter hinausgehen.
Strenge Compliance-Vorgaben und drohende Sanktionen
Mit der Designation als VLOSE beziehungsweise VLOP unterliegen die Unternehmen ab sofort verschärften Transparenz- und Risikomanagementpflichten. OpenAI ist nun verpflichtet, innerhalb einer Frist von vier Monaten umfassende Maßnahmen umzusetzen.
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Diese Frist läuft je nach konkreter Auslegung zwischen Ende Dezember 2026 und Januar 2027 ab. Bis zu diesem Zeitpunkt muss das Unternehmen Risikobewertungen vorlegen, externe Audits durchführen lassen und spezifische Schutzmechanismen, insbesondere für minderjährige Nutzer, etablieren.
Die EU-Kommission verfügt über weitreichende Durchsetzungsbefugnisse, um die Einhaltung des Digital Services Act zu gewährleisten. Bei Verstößen gegen die Auflagen drohen OpenAI und den anderen betroffenen Unternehmen Bußgelder von bis zu 6 Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes.
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In Fachkreisen wird in diesem Zusammenhang auf die Strafe gegen die Plattform X verwiesen, gegen die Anfang Dezember 2025 ein Bußgeld in Höhe von 120 Millionen Euro verhängt wurde und deren Berufungsverfahren derzeit noch anhängig ist. Die Überwachung der neuen Auflagen wird unter anderem durch nationale Behörden, wie etwa in Zypern, begleitet.
Politische Debatte um spezifische Risiken für Kinder
Trotz der neuen Einstufung gibt es Stimmen aus dem Europäischen Parlament, die zur Wachsamkeit mahnen. Die EU-Parlamentarierin Christel Schaldemose warnte davor, dass insbesondere die interaktiven Chat-Funktionen von ChatGPT Risiken für Kinder bergen könnten. Sie gab zu bedenken, dass diese spezifischen Gefahrenpotenziale möglicherweise nicht vollständig durch die bloße Einstufung als Suchmaschine abgedeckt werden.
Die Relevanz einer strengen Aufsicht wird auch durch Analysen zur Nutzung von KI-Systemen unterstrichen. Berichten zufolge nutzen rund 60 Prozent der Erwachsenen Chatbots für therapeutische Zwecke. Angesichts solcher sensiblen Anwendungsbereiche fordern Regulierer eine lückenlose Umsetzung der im DSA verankerten Schutz- und Transparenzregeln, um die Sicherheit der europäischen Nutzer dauerhaft zu gewährleisten.

