Digitale Bildung für Senioren startet mit KI-Kursen ins neue Jahr

Deutschland und Österreich starten neue Digitalkurse für Senioren mit erstmaligem KI-Fokus. Lokale Initiativen setzen auf niedrigschwellige Hilfe und geschulte Ehrenamtliche zur Förderung der digitalen Teilhabe.

Deutschland und Österreich starten mit neuen Digital-Kursen für Senioren ins Jahr 2026 – erstmals mit Fokus auf Künstlicher Intelligenz. Während in Buxtehude und Leipzig die ersten Kurse anlaufen, setzen Initiativen auf niedrigschwellige Hilfe und geschulte Ehrenamtliche.

Lokale Initiativen starten Frühjahrsprogramm

In dieser Woche beginnt für viele Senioren-Technikgruppen das Frühjahrssemester. Die Stadtbibliothek Buxtehude erweitert ihr Angebot ab dem 9. Januar mit vierteiligen Einführungskursen für Android-Nutzer, iOS-Kurse folgen im Februar. Parallel starten am 10. Januar wieder die offenen Sprechstunden des „Digital Kompass“ – kostenlose Hilfen ohne Anmeldung, bei denen Senioren ihre eigenen Geräte mitbringen können.

In Leipzig nimmt der Computerclub für Senioren am 8. Januar seinen wöchentlichen Betrieb wieder auf. Das erste Treffen widmet sich Grundlagen der Bildbearbeitung. In Bonn startet die Initiative „Tat + Rat“ am 9. Januar einen Kurs zu nützlichen und unterhaltsamen Apps für Windows-PCs. Dies zeigt: Das Interesse geht über Smartphones hinaus.

Anzeige

Passend zum Thema Smartphone‑Kurse: Neues Android‑Handy gekauft und unsicher, wo Sie anfangen sollen? Der kostenlose PDF‑Ratgeber „Android Smartphone – Ihr Schritt‑für‑Schritt‑Training“ begleitet Einsteiger — speziell Senioren — beim Einrichten, erklärt WhatsApp, Fotos, E‑Mail und wichtige Alltagsschritte in leicht verständlichem Deutsch. Zusätzlich gibt es einen gratis 5‑teiligen E‑Mail‑Grundkurs, ideal als Begleitmaterial für lokale Kurse. Jetzt Android‑Einsteigerpaket gratis anfordern

KI-Einführung und professionelle Begleitung

Ein Novum in diesem Jahr sind Kurse zu Künstlicher Intelligenz. Die VHS Balingen bietet am 19. Januar das Seminar „Ihr PC und Künstliche Intelligenz“ an. Ein Bericht des Tech-Blogs BornCity vom 4. Januar bestätigt diesen Trend: Die digitale Bildung für Senioren integriert zunehmend KI-Werkzeuge, um alltägliche Aufgaben zu vereinfachen.

Parallel professionalisiert sich die Unterstützung durch Ehrenamtliche. Die österreichische Plattform Digitale Senior:innen veranstaltet am 12. Januar einen Online-Informationsabend zur „Digitalbegleiter“-Schulung. Diese „Train-the-Trainer“-Programme vermitteln spezielle pädagogische Methoden für die Arbeit mit älteren Menschen. Geschulte Freiwillige sollen dann bundesweit „Smartphone-Stammtische“ und „Computer-Runden“ leiten – wie jene, die diese Woche in Deutschland starten.

Niedrigschwellige Hilfe vor Ort

Das Erfolgsgeheimnis dieser Angebote liegt in ihrer lokalen Verankerung und niedrigen Zugangshürden. Das „Digital Kompass“-Modell setzt auf regelmäßige Sprechstunden ohne Anmeldung. So entsteht Hilfe zur Selbsthilfe, bei der Teilnehmer unter Moderation auch voneinander lernen.

Laut BornCity experimentieren internationale Modelle bereits mit Sonntagsworkshops, um Senioren entgegenzukommen, die auf arbeitende Familienmitglieder angewiesen sind. Der deutsche Markt ist hier traditionell zurückhaltend – doch der Druck wächst, sich den realen Bedürfnissen anzupassen.

Digitale Teilhabe wird zur Existenzfrage

Der koordinierte Start dieser Programme unterstreicht die Dringlichkeit digitaler Inklusion. Ob Bankgeschäfte, Gesundheitsdienste oder Behördengänge über BundID – ohne digitale Kompetenzen droht der Ausschluss von essenziellen Services.

Das „Digitalbegleiter“-Konzept reagiert auch auf soziale Isolation. Indem technische Hilfe mit sozialem Austausch verbunden wird – oft bei Kaffee in „Computer-Runden“ – bekämpfen diese Initiativen zwei Probleme gleichzeitig.

Die Integration von KI-Themen ist ein mutiger Schritt. Pädagogen setzen darauf, dass Sprachassistenten und intelligente Zusammenfassungen für Senioren einfacher zu bedienen sein könnten als traditionelle Menü-Navigation – vorausgesetzt, die Einführung gelingt.

Was kommt 2026?

In den kommenden Wochen werden voraussichtlich weitere Kommunen dem Beispiel von Buxtehude und Leipzig folgen. Der Erfolg der „Digitalbegleiter“-Schulungen Mitte Januar wird über die Kapazitäten für Frühjahrskurse entscheiden.

Experten rechnen damit, dass bis Mitte 2026 „KI für Senioren“-Workshops boomen werden – mit Fokus auf sprachgesteuerte Hausautomation und Betrugserkennung. Diese Fähigkeit wird immer wichtiger, da KI-generierte Phishing-Versuche raffinierter werden. Zunächst gilt es jedoch, Senioren mit den Weihnachtsgeschenken vertraut zu machen und sie in einem zunehmend digitalen Jahr connected zu halten.

Anzeige

PS: Sie unterstützen oder leiten Smartphone‑Stammtische? Der kostenlose Android‑Guide liefert praxisnahe Unterrichtsmaterialien, leicht verständliche Erklärungen zu WhatsApp, Fotos und Tickets sowie einen 5‑teiligen E‑Mailkurs, mit dem Ehrenamtliche Teilnehmer sicher und selbstbewusst durch die ersten Wochen begleiten können. Ideal als Begleitung zu Präsenz‑Sprechstunden und Kursabenden. Gratis Android‑Ratgeber und E‑Mailkurs anfordern