Eine deutliche Mehrheit der Lehrkräfte an weiterführenden Schulen spricht sich für feste Vorgaben bei der digitalen Weiterbildung aus. In einer repräsentativen telefonischen Befragung des Branchenverbands Bitkom unter 501 Lehrkräften der Sekundarstufen I und II forderten 78 Prozent der Befragten verpflichtende und regelmäßige Fortbildungen zu digitalen Themen. Die Erhebung wurde zwischen der 22. und 26. Kalenderwoche des Jahres 2026 durchgeführt.
Trotz des Rufs nach verbindlichen Schulungen schätzen viele Pädagogen ihren eigenen Kenntnisstand positiv ein. Laut Bitkom bewerten 64 Prozent ihre eigene Digitalkompetenz als gut (48 Prozent) oder sehr gut (16 Prozent).
Im Durchschnitt vergaben sich die Lehrkräfte die Schulnote 2,3, was eine leichte Verbesserung gegenüber dem Wert von 2,5 aus dem Jahr 2024 darstellt. Im Vorjahr hatten Schülerinnen und Schüler den Lehrkräften in einer Bitkom-Erhebung aus dem Jahr 2025 für deren Digitalkompetenz noch die Note 2,9 ausgestellt.
Unsicherheiten im Umgang mit schnellen Technologiezyklen
Gleichzeitig offenbaren die Daten des Verbands spürbare Vorbehalte und Überforderung im Schulalltag. Fast ein Drittel der Befragten – 32 Prozent – gab an zu befürchten, mit dem Entwicklungstempo digitaler Technik nicht Schritt halten zu können. Zudem äußerten 21 Prozent der Lehrkräfte, häufig verunsichert zu sein, weil Schülerinnen und Schüler besser mit neuen Technologien vertraut seien als sie selbst.
Bei den konkreten Inhalten für Schulungen stehen nicht rein technische Aspekte im Vordergrund. Der Jugendschutz im Netz rangiert mit 41 Prozent an der Spitze der Fortbildungswünsche, gefolgt von pädagogischen Aspekten des digitalen Lernens (32 Prozent) sowie dem Einsatz von Lern-Apps und Lernsoftware (31 Prozent).
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Digitale Werkzeuge für Unterrichtsplanung, Organisation und Leistungsbewertung nannten 29 Prozent der Teilnehmenden. Künstliche Intelligenz wünschen sich 27 Prozent als Fortbildungsinhalt, gefolgt von Fragen zu Urheberrecht und Datenschutz (25 Prozent) sowie technischen Grundlagen (20 Prozent). Lediglich 16 Prozent der Lehrkräfte gaben an, überhaupt keine Fortbildung in Anspruch nehmen zu wollen.
Zunehmender Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Schulalltag
Der Wunsch nach Qualifikation spiegelt sich auch in anderen Erhebungen wider, die eine rasche Verbreitung neuer Werkzeuge im Kollegium belegen. Eine Umfrage des Philologenverbands Nordrhein-Westfalen unter 1.205 Lehrkräften vom September 2026 zeigte, dass rund 92 Prozent der dort Befragten KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini für ihre Arbeit einsetzen.
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Fast die Hälfte nutzt diese Werkzeuge demnach mehrmals wöchentlich oder täglich – vor allem für Unterrichtsvorbereitung, schulische Organisation und Elternarbeit, seltener für Korrekturen. Allerdings befürchteten in dieser Erhebung auch 42 Prozent berufliche Nachteile, falls sie KI nicht nutzen würden.
Auch das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung wies für 2026 eine steigende Nutzung aus: 52 Prozent der Lehrkräfte nutzen Künstliche Intelligenz demnach mindestens mehrmals im Monat, nach 32 Prozent im Vorjahr. Während 64 Prozent dieser Anwender damit Aufgaben erstellen, binden lediglich 29 Prozent die Technologie aktiv in den Unterricht mit ihren Klassen ein.

