Digitale Zahlungen: EMVCo schafft einheitlichen Standard ab Juni

EMVCo präsentiert einheitliches Framework für digitale Zahlungsausweise. Mastercard plant Ende der Plastikkarte bis 2030.

Das Branchengremium EMVCo hat am 25. Juni 2026 einen Entwurf vorgelegt, der erstmals einen einheitlichen Standard für überprüfbare digitale Berechtigungen im Kartenzahlungsverkehr schafft. Entwickelt in Zusammenarbeit mit Organisationen wie FIDO, dem World Wide Web Consortium (W3C) und OpenID, zielt das „Digital Payment Credential“-Framework auf die nahtlose Zusammenarbeit verschiedener digitaler Geldbörsen und Zahlungsplattformen ab. Die öffentliche Konsultation läuft bis zum 23. Juli.

Das Ende der Plastikkarte rückt näher

Die globale Finanzbranche verabschiedet sich zunehmend von traditionellen Sicherheitsmethoden. Mastercard hat ein strategisches Ziel ausgegeben: Bis 2030 sollen physische Kartennummern durch Einmal-Token und biometrische Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung ersetzt werden.

Diese Entwicklung wird bereits durch nationale Vorschriften untermauert. Auf den Philippinen müssen Finanzinstitute mit monatlichen Online-Transaktionen über 75 Millionen Pesos seit dem 25. Juni auf biometrische oder passwortlose Authentifizierung umstellen – SMS-basierte Einmalpasswörter sind für risikoreiche Zahlungen nicht mehr zulässig.

Auch in Deutschland gibt es eine einschneidende Änderung: Die Sparkasse kündigte die verpflichtende Umstellung für Millionen Kunden an. Bis Ende 2026 wird das alte S-ID-Check-Verfahren durch die S-pushTAN-App ersetzt. Wer den Wechsel nicht vollzieht, kann ab Januar 2027 keine Online-Zahlungen mehr durchführen.

Neue Haftungsregeln und Strafen für Verweigerer

Die Regulierungsbehörden verschärfen die Spielregeln für digitale Zahlungen deutlich:

  • Indien: Die Reserve Bank of India (RBI) hat einen bahnbrechenden Entschädigungsmechanismus verabschiedet. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Banken bestrittene Beträge innerhalb von fünf Tagen rückbuchen. Bei Digitalbetrug bis zu 50.000 Rupien erhalten Opfer bis zu 25.000 Rupien oder 85 Prozent des Verlusts – gemeldet innerhalb von fünf Tagen.
  • Italien: Das Parlament hat die Pflicht zur Annahme elektronischer Zahlungen gesetzlich verankert. Händler, die mobile Apps oder digitale Geldbörsen ablehnen, zahlen 30 Euro Strafe plus vier Prozent des abgelehnten Transaktionswerts.
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Milliarden-Infrastruktur für die Zukunft

Mehrere Länder bereiten den nächsten Technologiesprung vor:

  • Großbritannien: Eine Konsultation zum neuen Rahmen für Konto-zu-Konto-Zahlungen am Point of Sale läuft bis zum 11. September 2026.
  • Australien: Die Die Notenbank prüft die Entbündelung der Kassensysteme und mehr NFC-Zugang für mobile Geldbörsen. Formelle Reformen werden jedoch frühestens 2028 erwartet.
  • Deutschland: Die Girocard bekommt im Frühjahr 2027 ein Update – mit In-App-Zahlungen und Händler-Whitelisting, um gegen internationale Kreditkartennetzwerke bestehen zu können.
  • EU: Das Parlament unterstützt den digitalen Euro. Ein Pilotprojekt ist für 2027 geplant, der vollständige Start für 2029.

Fristen und Risiken für Unternehmen

Die Umstellung auf neue Formate birgt Risiken. Treasury Intelligence Solutions (TIS) warnt: Ab November 2026 könnten grenzüberschreitende Zahlungen abgewiesen werden, wenn sie nicht dem ISO-20022-Format entsprechen. Die großen Abwicklungssysteme Fedwire und CHIPS sind bereits umgestellt.

Dass Sicherheitslücken weiterhin existieren, zeigt ein aktueller Vorfall: Am 26. Juni 2026 meldeten mehrere iranische Banken, darunter Melli und Saderat, massive Störungen ihrer kartengestützten Dienste.

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Deutschlands größter Tresorraum-Fall vor Gericht

In Deutschland sorgt ein spektakulärer Sicherheitsvorfall für juristische Nachwirkungen. Seit dem 11. Juni 2026 verhandelt das Landgericht Essen Zivilklagen im Zusammenhang mit einem massiven Einbruch bei einer Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen während der Weihnachtszeit 2025. Rund 3.100 Schließfächer wurden kompromittiert – der Gesamtschaden wird auf Hunderte Millionen Euro geschätzt. Die Anwälte von über 650 betroffenen Kunden fordern 51,5 Millionen Euro Schadenersatz.