Digitaler Führerschein: Deutsche warten vergeblich auf Smartphone-Funktion

Die Einführung des digitalen Führerscheins in Deutschland verschiebt sich auf das vierte Quartal 2026. Autofahrer müssen den Umtausch alter Papierdokumente bis zum 19. Januar 2026 dennoch vornehmen.

Die Frist zum Umtausch alter Papierführerscheine treibt die Nachfrage nach digitalen Alternativen an. Doch die App bleibt leer – der Start verzögert sich bis Ende 2026.

Die Suche nach dem digitalen Führerschein in deutschen Smartphones endet derzeit meist erfolglos. Grund sind regulatorische Verzögerungen und technische Probleme. Während die Frist für den Umtausch der Papierexemplare vom letzten Jahrtausend am 19. Januar 2026 abläuft, müssen sich Autofahrer weiterhin gedulden. Die erhoffte digitale Lösung ist noch nicht verfügbar.

Start erst im vierten Quartal 2026 geplant

Eigentlich sollte der „Digitale Führerschein“ schon Anfang des Jahres eingeführt werden. Doch wie der ADAC am vergangenen Donnerstag mitteilte, ist der offizielle Start nun für das späte Jahr 2026 vorgesehen. Damit liegt Deutschland zwar noch vor dem EU-weit für 2030 vorgeschriebenen Rollout, für die aktuell vom Umtausch betroffenen Fahrer kommt die digitale Variante jedoch zu spät.

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr bestätigt: Die technischen Grundlagen werden zwar geschaffen, doch der digitale Führerschein ist noch kein gültiger Ersatz für die physische Karte. Eine Suche in Apps wie „BundID“ oder der „AusweisApp“ bleibt deshalb ergebnislos – die Funktion wurde für die breite Nutzung noch nicht freigeschaltet.

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Die Verzögerung ist besonders ärgerlich, weil die Führerscheinstellen derzeit ohnehin überlastet sind. Viele Bürger hatten gehofft, ihre alten Papiere direkt gegen eine digitale Version einzutauschen und den Gang zum Amt zu sparen. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen.

Technische Probleme bei bestimmten Android-Handys

Während der Führerschein auf sich warten lässt, ist der digitale Fahrzeugschein über die „i-Kfz“-App bereits nutzbar. Doch auch hier gibt es Lücken: Für Besitzer bestimmter Smartphones scheint die Funktion zu fehlen.

Laut ADAC und Technik-Foren bereitet die i-Kfz-App auf einigen Android-Geräten erhebliche Stabilitätsprobleme. Besonders betroffen sind Smartphones der Hersteller Huawei und Motorola. Bei diesen Modellen lässt sich die App oft nicht installieren oder die benötigte NFC-Scan-Funktion zum Auslesen der Fahrzeugdokumente versagt.

Die Entwickler arbeiten zwar an Updates für eine breitere Kompatibilität. Bis dahin sind Besitzer betroffener Geräte jedoch auf die Papierdokumente angewiesen. Ein Blick in die App-Stores zeigt derzeit eine Flut negativer Bewertungen frustrierter Nutzer.

Warum Samsung und Google Wallet leer bleiben

Eine häufige Fehlerquelle ist die Verwechslung mit anderen digitalen Funktionen. In Apps wie Samsung Wallet oder Google Wallet finden Nutzer oft Platzhalter für digitale Ausweise. Nachrichten über Live-Funktionen in US-Bundesstaaten wie Arizona oder im Nachbarland Österreich nähren dann die Annahme, die eigene App sei defekt.

Doch der Grund ist ein anderer: In Deutschland fehlt bislang der rechtliche Rahmen für die Integration. Zwar haben Samsung und Google ihre Wallets technisch vorbereitet – wie die Teilintegration des Deutschlandtickets zeigt. Für den Führerschein benötigen sie jedoch eine staatliche Verifizierungsschnittstelle, die noch nicht existiert.

Laut einer Analyse von inFranken.de vom 8. Januar ist das „Fehlen“ der Funktion in diesen Wallets eine bewusste geografische Sperre. Erst wenn das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die offizielle Programmierschnittstelle (API) freigibt – voraussichtlich parallel zum Start Ende 2026 – wird für deutsche Nutzer die Option „Führerschein hinzufügen“ erscheinen.

Dringende Umtauschfrist am 19. Januar

Die aktuelle Suche nach der digitalen Lösung wird durch eine sehr konkrete Frist befeuert. Am 19. Januar 2026 endet die Umtauschpflicht für alle Führerscheine, die zwischen 1999 und 2001 ausgestellt wurden.

Halter dieser Dokumente müssen sie bis dahin gegen das fälschungssichere EU-Kartenformat eintauschen, um Verwarnungsgelder zu vermeiden. Entscheidend ist dabei: Der digitale Führerschein wird später nur als Ergänzung zum Kartenformat, nicht zum alten Papierformat verfügbar sein. Der physische Umtausch ist also zwingende Voraussetzung für jede künftige digitale Nutzung.

Experten raten allen betroffenen Fahrern, ihren Umtausch umgehend bei der örtlichen Führerscheinstelle zu erledigen – unabhängig vom digitalen Status. Sich auf ein künftiges App-Update zu verlassen, schützt nicht vor Strafen nach dem 19. Januar.

Digitale Zukunft braucht Geduld

Der Fahrplan für 2026 ist klar, auch wenn er Geduld erfordert. Die Bundesregierung peilt die Fertigstellung des digitalen Führerscheins für das vierte Quartal an. Diese Version soll zunächst bei Autovermietungen, im Fuhrparkmanagement und zur allgemeinen Identifikation dienen. Sie wird den physischen Ausweis aber zunächst nur ergänzen, nicht ersetzen.

Bis es soweit ist, sollten Nutzer vor allem ihre physischen Dokumente aktuell halten. Besitzer kompatibler Smartphones (Android-Geräte außer Huawei/Motorola und iPhones) können immerhin schon den digitalen Fahrzeugschein nutzen – ein erster Vorgeschmack auf den digitalen Komfort, der langsam, aber sicher auf deutschen Straßen ankommt.

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