Discord auf den Philippinen: Behörden heben Sperre nach Zusagen auf

Nach Vereinbarungen zu Kinderschutz und Behördenanfragen baten CICC und DICT die Telekommunikationsaufsicht, Discord wieder freizugeben.

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Die philippinische Cybercrime Investigation and Coordinating Center (CICC) und das Department of Information and Communications Technology (DICT) haben die zuvor verhängte Sperre von Discord aufgehoben. Nach direkten Gesprächen mit dem Unternehmen baten die Behörden laut einem Bericht von rappler.com die Telekommunikationsaufsicht NTC, die Entsperrung einzuleiten.

Zusagen von Discord ebnen Weg zur Aufhebung

Discord habe im Zuge der Gespräche konkrete Maßnahmen zum Kinderschutz sowie eine engere Zusammenarbeit mit den philippinischen Behörden zugesagt. Vereinbart wurden demnach eine verbesserte Kooperation, ein sogenannter „Green Lane“ für behördliche Anfragen zu möglichen Inhaltsentfernungen sowie eine beschleunigte Bearbeitung von Ermittlungsanfragen, wie rappler.com und net.ph berichteten. Discord benannte zudem eine lokale Ansprechperson und richtete einen direkten Behördenkanal ein, berichteten pageone.ph und bworldonline.com.

Sperre traf mehrere Netzbetreiber

Die Sperre war am Abend des 23. September 2026 auf den Netzen von Globe und DITO verhängt worden, nachdem die CICC eine zuvor gesetzte 24-Stunden-Frist als nicht erfüllt betrachtete. Noch am Donnerstagmorgen blieb der Zugang auf Globe und DITO laut pageone.ph eingeschränkt. Discord war zudem auf GOMO und TNT blockiert, Nutzer meldeten auch Einschränkungen bei PLDT, während Smart und Converge laut Berichten von astig.ph erreichbar blieben.

CICC-Direktorin Wayawaya Macalma entschuldigte sich bei betroffenen Nutzern, darunter Menschen, die Discord für Arbeit, Bildung und Kommunikation nutzen, wie walastech.com berichtete. CICC-Direktor Renato Paraiso rechtfertigte die Sperre unter Berufung auf das Prinzip „parens patriae“, die Schutzpflicht des Staates, so newsbytes.ph.

Kritik an rechtlicher Grundlage und wirtschaftlichen Folgen

Kritiker um Democracy.Net.PH bestritten die Befugnis von DICT und CICC zu plattformweiten Sperren und verwiesen auf das Urteil des Obersten Gerichtshofs von 2014 in der Sache Disini v. Secretary of Justice, das eine gesetzliche Befugnis der Exekutive zur Sperrung von Online-Inhalten ohne ausreichende gerichtliche Sicherungen für verfassungswidrig erklärt hatte.

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Der ehemalige DICT-Unterstaatssekretär Jeffrey Ian Dy schätzte, dass rund 15.000 philippinische Freelancer und Beschäftigte von der Sperre betroffen gewesen seien, und kritisierte das Vorgehen ohne gerichtlichen Beschluss, wie pageone.ph und rollingstonephilippines.com berichteten.

Gegen die Sperre hatten sich zudem mehr als 3.000 verifizierte Unterschriften in einer Online-Petition gesammelt. Scam Watch Pilipinas kritisierte pauschale Sperren, da sie auch legitime Nutzer etwa in Bildung, Arbeit und Gaming träfen, und forderte stattdessen gezielte Maßnahmen gegen schädliche Inhalte und Täter.

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Hintergrund: Schulschießereien und Fristsetzung

DICT und CICC begründeten den Druck auf die Plattformen mit Sorgen über gewalttätigen Extremismus, Grooming Minderjähriger und mögliche Radikalisierung im Zusammenhang mit jüngsten Schulschießereien.

Am 21. September 2026 hatte die CICC von Reddit und Discord binnen 24 Stunden eine lokale Vertretung sowie schriftliche Angaben zu Kinderschutz, schneller Reaktion und Altersprüfung verlangt; bei Nichtbefolgung drohten Zugangsbeschränkungen.

Anlass waren laut asianews.network drei tödliche Schulschießereien: in Banga am 18. September 2026 mit zwei getöteten Jugendlichen, an der Ateneo de Zamboanga am 24. Juli 2026 sowie an der San Jose National High School am 22. Juni 2026. Die philippinische Regierung erwog demnach zudem eine Pflicht zu Kongress-Franchisen für Plattformen.

Reddit hatte im Gegensatz zu Discord bereits innerhalb der ursprünglichen Frist reagiert und eine Fristverlängerung erhalten. Das Unternehmen sagte nach Gesprächen mit DICT, CICC und Digital Pinoys zu, eine philippinische Ansprechperson zu benennen und einen „Green Lane“-Kanal für dringende Behördenmeldungen einzurichten, und vermied damit eine unmittelbare Sperre, wie bitpinas.com berichtete.

Laut CICC habe Discords ursprüngliche Antwort noch keine Zusage zu lokaler Vertretung und direktem Koordinationskanal enthalten, was zunächst zur verschärften Sperre geführt habe.

Parallel dazu hatte die National Privacy Commission bereits am 22. September 2026 Vorladungen gegen Meta, Roblox, Reddit und Discord wegen möglicher Verstöße gegen Registrierungspflichten nach dem Data Privacy Act von 2012 erlassen. Zudem hatte das Repräsentantenhaus den Child Online Safety and Protection Act of 2026 in dritter Lesung verabschiedet.