Discord Phoenix: Neuer Rust-Client zeigt 290,2 MB RAM im frühen Test

Ein früher Windows-Test zeigt kurze Ladezeiten und 290,2 MB RAM-Verbrauch; die geschlossene Erprobung soll bald beginnen.

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Der Kommunikationsdienst Discord bereitet eine grundlegende Überarbeitung seiner Desktop-Anwendung vor. Wie CTO Stanislav Vishnevskiy am 4. November auf der Plattform X ankündigte, plant das Unternehmen den vollständigen Wechsel des Desktop-Clients von Electron zu einer neuen Rust-Architektur.

Im Zuge dieses Schrittes sollen sowohl Electron als auch React Native entfallen. Bei Discord kommt Rust bereits seit 2018 in der Server-Infrastruktur, im Sprachbereich sowie in einzelnen Teilen der Client-Software zum Einsatz.

Am 6. November veröffentlichten Vishnevskiy und der offizielle Unternehmens-Account auf X ein rund 15-sekündiges Video, das den neuen Client im Entwicklungsstadium zeigt. Zur Demonstration der Leistungsfähigkeit führte Coral, Leiter der Audio- und Videoentwicklung bei Discord, einen Kaltstart-Vergleich auf zwei Lenovo ThinkPads durch.

Während der bisherige Electron-Client zunächst rund 3 Sekunden lang ein dunkles Fenster anzeigte und die Benutzeroberfläche nach etwa 5 Sekunden darstellte, öffnete sich das Fenster der Neuauflage trotz eines um etwa 1,5 Sekunden verzögerten Starts in unter einer Sekunde. Die Freundesliste war dabei bereits vor der alten Oberfläche geladen.

GPUI statt Web-Technologien für die Benutzeroberfläche

Als technisches Fundament für die Benutzeroberfläche dient nicht Tauri, sondern GPUI, ein von den Entwicklern des Zed-Code-Editors stammendes, GPU-beschleunigtes Rust-Framework. Damit rendert Discord die Nutzeroberfläche direkt über den Grafikprozessor anstatt über HTML und Chromium.

Zum Einsatz kommt eine hybride Rendering-Strategie aus Immediate- und Retained-Mode. Für eingebettete Fremdinhalte wie YouTube-Videos und Activities greift das Programm jedoch weiterhin auf eine System-WebView zurück.

Die Neuentwicklung beschränkt sich nicht nur auf den Desktop. Zwar nutzt die Desktop-Fassung GPUI, auf mobilen Endgeräten trennt sich Discord jedoch von React Native und setzt stattdessen auf geteilten Rust-Code mit jeweils nativen Oberflächen für Android und iOS. Die Web-Variante behält HTML für die Anzeige, lagert die Programmlogik jedoch auf WebAssembly anstelle von reinem JavaScript aus.

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Frühe Messwerte und Änderungen am Funktionsumfang

Erste Eindrücke liefert ein früher Test-Build unter Windows 11 mit dem Projektnamen Discord Phoenix. Ein Screenshot des Task-Managers belegte dort einen Arbeitsspeicherbedarf von 290,2MB bei zwei parallel angemeldeten Benutzerkonten.

Zum Vergleich: Der aktuelle Electron-Client erreicht in schweren Nutzungsszenarien bis zu 4GB Arbeitsspeicher, während Discord den regulären Bedarf im Normalbetrieb mit unter 1GB beziffert. Berichten zufolge belegt die bisherige Fassung im Leerlauf über 600MB und bei vielen Servern mehr als 1GB.

Bei den 290,2MB handelt es sich jedoch um eine Momentaufnahme einer Vorabversion und nicht um einen standardisierten Benchmark; Schätzungen eines um 70 Prozent reduzierten RAM-Bedarfs basieren auf dem Vergleich dieses Screenshots mit der offiziellen Angabe von unter 1GB.

Im Task-Manager-Screenshot auf demselben Testsystem belegten andere Anwendungen ebenfalls deutliche Kapazitäten: Chrome lag bei rund 1,57GB, Teams idle bei rund 963MB, Notion bei 932,5MB, Steam WebHelper bei 856MB, Spotify bei 652,7MB, Battle.net bei 344MB und WhatsApp mit WebView2 bei bis zu 1,2GB.

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Im September hatte ein Update auf Electron 42 die mediane CPU-Auslastung bei Discord noch um rund 17 Prozent gesenkt, während die Speichernutzung am 50. Perzentil um rund 4 Prozent stieg.

Der neue Rust-Client verzichtet künftig auf einen separaten Startbildschirm; Aktualisierungen sollen im Hintergrund ablaufen, ohne den Microsoft Store oder Windows Update zu beanspruchen. Der Login-Token wird nun direkt im Windows Credential Manager gesichert. Hinsichtlich der Kontenverwaltung unterstützt die Version zwei Profile gleichzeitig, während der bisherige Account-Switcher bis zu fünf Profile erlaubt.

Obwohl auch Fassungen für macOS und Linux Teil der Planung sind, existiert bislang nur die gezeigte Windows-11-Version. Eine geschlossene Testphase mit ausgewählten Nutzern soll in Kürze starten; offizielle Veröffentlichungstermine, Beta-Registrierungen oder öffentliche Test-Builds gibt es vorerst nicht. Da es sich bei Phoenix um eine frühe Testversion handelt, bleibt die reale Performance bis zur Veröffentlichung veränderlich.