Ein neues Open-Source-Projekt namens MGPU Bridge will eines der zentralen Probleme von Nvidias Neural-Rendering-Technologie DLSS 5 lösen: den erheblichen Leistungsverlust durch die aufwendige Berechnung neuronaler Netze auf derselben GPU, die auch das eigentliche Bild rendert.
Das ReShade-Add-on, das für ReShade ab Version 6.8.0 verfügbar ist, lagert die DLSS-5-Berechnungen auf eine zweite Grafikkarte aus und soll so einen Großteil der ursprünglichen Leistung zurückbringen.
Deutlich geringere FPS-Verluste im Test
Wie das Portal gamegpu.com berichtet, fallen die Einbußen durch DLSS 5 auf einer einzelnen GPU je nach Modus erheblich aus: Im DLAA-Modus verliert das System 36 Prozent der Framerate, im Quality-Modus 45 Prozent, im Performance-Modus 54 Prozent und im Ultra-Modus 59 Prozent.
Mit dem MGPU-Bridge-Setup und einer zweiten Grafikkarte sinken diese Verluste drastisch: DLAA verzeichnet demnach keinen messbaren Verlust mehr, Quality liegt bei 8 Prozent, Performance bei 17 Prozent und Ultra bei 9 Prozent.
Insgesamt sinkt der FPS-Verlust laut gamegpu.com von 59 Prozent auf 9 Prozent. Das Setup halte zudem 86 Prozent des ursprünglichen Framerate-Gewinns durch DLSS 5 aufrecht, während eine einzelne GPU nur 39 Prozent davon bewahre.
Konkrete Messwerte in Dawnwalker
Wccftech.com hat das Add-on in dem Spiel The Blood of Dawnwalker bei einer Auflösung von 1080p getestet, mit zwei Grafikkarten des Typs RTX 5060 Ti mit 16 GB Speicher. Im DLAA-Modus stiegen die Bildraten von 44 auf 67 bis 70 Bilder pro Sekunde.
Die MGPU Bridge verspricht, den FPS-Verlust von DLSS 5 von 59 auf 9 Prozent zu senken – indem sie die neuronale Berechnung auf eine zweite GPU auslagert. In unserem Leitfaden zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie das Open-Source-Add-on einrichten und welche Hardware Sie benötigen. Jetzt kostenlosen Leitfaden sichern
Im Quality-Modus kletterten die Werte von 54 bis 55 auf 91 Bilder pro Sekunde, im Performance-Modus von 59 auf 106 bis 107 Bilder pro Sekunde. Im Ultra-Performance-Modus stiegen die Werte von 69 bis 71 auf 157 Bilder pro Sekunde.
Als weiterer Effekt der Auslagerung berichtet gamegpu.com von einer sinkenden Temperatur der rendernden Grafikkarte um 10 bis 21 Grad Celsius, da diese von der zusätzlichen Rechenlast der neuronalen Netzwerke entlastet wird.
Voraussetzungen und Hintergrund
Für den Einsatz von MGPU Bridge sind laut wccftech.com bestimmte technische Voraussetzungen nötig: Das Add-on setzt DirectX 12 voraus, benötigt zwei Grafikkarten der RTX-50-Serie sowie zwei Monitore. Diese Anforderungen dürften den praktischen Einsatz vorerst auf eine kleine Gruppe von Nutzern mit entsprechend aufwendigen Multi-GPU-Systemen beschränken.
Entwickelt wurde das Projekt laut jnw.cc von einer Person mit dem Pseudonym maohgad-web. Als Open-Source-Lösung richtet sich MGPU Bridge damit an technisch versierte Anwender, die bereit sind, mit experimentellen Konfigurationen zu arbeiten, um die Rechenlast von Nvidias neuestem Neural-Rendering-Ansatz auf zusätzliche Hardware zu verteilen.
Die vorliegenden Testergebnisse von gamegpu.com und wccftech.com deuten darauf hin, dass die Auslagerung der DLSS-5-Berechnung auf eine zweite GPU ein wirksamer Ansatz sein kann, um die von der Technologie verursachten Leistungseinbußen deutlich zu reduzieren, ohne auf die Bildqualitätsvorteile des neuronalen Renderings verzichten zu müssen.

