Ein Entwickler, der unter dem Namen MAAN auftritt, hat DLSS 5 Neural Rendering über WebGPU direkt im Browser lauffähig gemacht – und das sogar auf macOS. Wie unter anderem techpowerup.com berichtete, ist bereits eine Live-Demo online verfügbar, in der Nutzer eigene 3D-Modelle laden können. Der Quellcode soll nach Angaben des Entwicklers noch auf GitHub veröffentlicht werden.
Eine Technologie, die eigentlich nicht für den Browser gedacht ist
Die Besonderheit des Projekts liegt darin, dass NVIDIA DLSS offiziell nicht für den Einsatz über WebGL oder WebGPU vorsieht. Laut videocardz.com ist das zugehörige Streamline SDK sowie die NGX-Schnittstelle ausschließlich für native Anwendungen konzipiert, die auf DirectX oder Vulkan aufsetzen. Die NVIDIA-Dokumentation führt WebGL oder WebGPU nicht als unterstützte Schnittstellen für DLSS auf.
Wie genau der Browser-Renderer von MAAN technisch mit DLSS verbunden wird, bleibt bislang unklar. Laut ncrim.ru läuft die Technologie derzeit in einem Testmodus, während technische Details und die Stabilität im Browser noch offen sind. NVIDIA selbst hat sich bislang nicht zu dem Projekt geäußert.
Berichten von ncrim.ru zufolge haben Modder die vorgesehenen Beschränkungen umgangen, indem sie die Technologie an die Web-Umgebung angepasst haben. Ob NVIDIA künftig eine offizielle Unterstützung für Web-Anwendungen nachliefert, ist derzeit offen.
Performance: Keine Option für Echtzeit-Gaming
Bei den bisherigen Tests zeigten sich deutliche Unterschiede je nach eingesetzter Hardware. Wie tweaktown.com berichtete, dauerte allein das Laden des DLSS-Neural-Rendering-Modells auf einer RTX 4090 zwischen ein und zwei Sekunden. Auf Apple-Silicon-Systemen läuft der Prozess dagegen deutlich langsamer. Für Echtzeit-Gaming ist die Browser-Lösung damit laut mehreren Berichten nicht geeignet.
DLSS 5 Neural Rendering läuft über WebGPU im Browser — obwohl NVIDIA das Streamline SDK und die NGX-Schnittstelle offiziell nur für native DirectX- und Vulkan-Anwendungen vorsieht. Der Praxis-Guide zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie der WebGPU-Aufbau funktioniert und für welche 3D-Anwendungsfälle sich der Ansatz heute eignet. Kostenlosen WebGPU-DLSS-Praxis-Guide anfordern
Zum Vergleich: In regulären Spielen, in denen DLSS-Neural-Rendering nativ eingebunden ist, läuft das Laden des Modells laut my.ua deutlich schneller ab als im Browser. Aus diesem Grund gehen mehrere Berichte, etwa von ithome.com, davon aus, dass sich die Demo derzeit eher für Anwendungsfälle wie Architekturvisualisierung oder die Vorschau von 3D-Modellen eignet als für spielerische Anwendungen mit hohen Bildraten.
Ausblick: Quellcode soll folgen
Mehrere Quellen, darunter my.ua, fxxz.com und 51cto.com, bestätigen übereinstimmend, dass sich das Projekt noch in der Entwicklung befindet und der Quellcode zu einem späteren Zeitpunkt auf GitHub veröffentlicht werden soll. Ein genauer Termin dafür wurde bislang nicht genannt. Laut help-wifi.ru verarbeitet die Browser-Lösung 3D-Szenen direkt auf der Webseite, wobei technische Details zur Implementierung weiterhin ausstehen.
Wer 3D-Modelle im Browser vorschauen will, stößt schnell an Grenzen: Auf einer RTX 4090 dauert allein das Laden des Neural-Rendering-Modells ein bis zwei Sekunden, auf Apple-Silicon-Systemen noch länger. Der Guide ordnet ein, was das für Ladezeiten und Nutzererlebnis bedeutet — und welche Workarounds Entwickler heute testen. Leitfaden zu Ladezeiten und Grenzen jetzt sichern
51cto.com wies in seiner Berichterstattung zudem darauf hin, dass solche inoffiziellen Browser- und Portierungsprojekte das bestehende NVIDIA-Ökosystem aus offiziell unterstützten Schnittstellen und Werkzeugen untergraben könnten, da sie außerhalb der vorgesehenen Nutzungspfade von NGX und Streamline operieren.
Bis eine offizielle Stellungnahme von NVIDIA vorliegt, bleibt unklar, ob das Unternehmen die Entwicklung toleriert, unterbindet oder möglicherweise selbst eine offizielle Web-Unterstützung für DLSS in Aussicht stellt. Für Entwickler und Interessierte an Echtzeit-3D-Visualisierung im Browser dürfte das Projekt dennoch relevant bleiben, sobald der angekündigte Quellcode veröffentlicht wird.

