Juli 2026 verbindliche Auflagen gegen Google erlassen. Der Digital Markets Act (DMA) zwingt den US-Konzern, rivalisierenden KI-Assistenten tiefere Zugriffe auf das Android-Betriebssystem und proprietäre Suchdaten zu gewähren. Ein Präzedenzfall mit Folgen für den gesamten europäischen Smartphone-Markt.
Ein mehrstufiger Zeitplan für die Öffnung
Die Brüsseler Behörde hat einen gestaffelten Integrationsprozess festgelegt. Bereits bis Januar 2027 muss Google damit beginnen, anonymisierte Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen. Der weitaus einschneidendere Schritt folgt jedoch zum 1. August 2027: Dann soll Google elf spezifische Android-Funktionen für KI-Assistenten der Konkurrenz öffnen – ein Termin, der mit dem erwarteten Release von Android 18 zusammenfällt.
Eine zweite Phase technischer Anpassungen ist für den 1. August 2028 vorgesehen. Bis dahin – pünktlich zum Start von Android 19 – muss Google die gleichzeitige Nutzung mehrerer Sprachassistenten auf einem Gerät ermöglichen, inklusive paralleler Hotword-Erkennung. Das Ziel: Markteintrittsbarrieren für Drittanbieter senken. Denn aktuell hält Google innerhalb der EU einen Suchmarktanteil von über 90 Prozent.
Während die EU-Kommission neue Freiheiten für KI-Systeme erzwingt, müssen Unternehmen gleichzeitig die strengen Auflagen der neuen KI-Verordnung erfüllen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Datenschutzbedenken und Widerstand der Tech-Giganten
Sowohl Google als auch Apple laufen gegen die neuen Anforderungen Sturm. Sie argumentieren, dass die Öffnung tiefer Systemfunktionen für Drittanbieter die Integrität mobiler Plattformen gefährde. Google warnt explizit vor Risiken für Privatsphäre und Sicherheit, sollten rivalisierende Assistenten den von der Kommission geforderten Zugriff erhalten.
Apple hat bereits Konsequenzen gezogen und die Einführung seiner Siri-KI-Funktionen auf dem europäischen Markt verschoben. Der Konzern befürchtet, dass die DMA-Interoperabilitätsregeln ihn zwingen würden, den Schutz von Nutzerdaten aufzuweichen. Während die Platzhirsche noch kämpfen, machen die Herausforderer Boden gut: Branchendaten zufolge ist ChatGPT bereits auf rund 30 Prozent aller Smartphones in der EU installiert.
Die Integration neuer KI-Systeme in den Unternehmensalltag wirft komplexe Fragen zur rechtlichen Risikoklassifizierung auf. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten rechtssicher umsetzen. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Milliardenstrafen und Marktdynamik
Die Entscheidung betrifft schätzungsweise 427 Millionen Geräte innerhalb der Europäischen Union – und hat Signalwirkung für einen globalen Markt von rund fünf Milliarden aktiven Smartphones. Für Google stehen immense Summen auf dem Spiel: Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Erst am 2. Juli 2026 hatte die EU Alphabet mit einer finalen Strafe von 4,1 Milliarden Euro in einem separaten Verfahren belegt.
Der Zeitpunkt könnte kaum brisanter sein. Alphabet bereitet sich auf die Vorlage seiner Quartalszahlen am 22. Juli 2026 vor – Analysten erwarten einen Umsatz von umgerechnet rund 107 Milliarden Euro. Zeitgleich fiebert die Branche dem Launch von Samsungs Galaxy Glasses entgegen, die auf Googles Gemini-KI basieren. Unter den neuen EU-Auflagen könnte Google gezwungen sein, die Interoperabilitätsstandards bereits während laufender Rechtsmittelverfahren einzuhalten.

