Die Digitalisierung der Krankenhäuser und Arztpraxen nimmt rasant Fahrt auf. Immer mehr Gesundheitseinrichtungen setzen auf künstliche Intelligenz, um Ärzte und Pflegekräfte von lästiger Bürokratie zu entlasten. Automatisierte Patientenakten, intelligente Terminplanung und vernetzte Datensysteme stehen dabei im Mittelpunkt – und das spart nicht nur Zeit, sondern auch Nerven.
Weniger Papierkram, mehr Zeit für Patienten
Die Belastung durch Dokumentation ist für viele Mediziner ein täglicher Frust. Genau hier setzen die neuen Technologien an. Brown University Health hat am Montag den KI-Assistenten Microsoft Dragon Copilot für über 400 Kliniker eingeführt. Ein Pilotprojekt mit 420 Ärzten hatte zuvor gezeigt: Die Nacharbeit am Feierabend reduziert sich deutlich. Zusätzlich entwickelte das Krankenhaus 24 eigene KI-Agenten mit Copilot Studio – sie helfen bei der Notaufnahme-Steuerung, Patientenlenkung und Terminvergabe.
Am selben Tag präsentierte IO Health die Funktion Smart Visit Summaries für die häusliche Pflege und Hospizversorgung. Das Tool erstellt automatisch strukturierte Zusammenfassungen aus klinischen Daten – direkt im bestehenden elektronischen Patientendossier. Schluss mit manueller Transkription.
Die Effizienzgewinne sind beeindruckend. Bei den Stevie Awards wurde am Montag die Plattform LabDX ausgezeichnet: Sie verkürzte die manuelle Dokumentationszeit von drei Stunden auf drei Minuten. Und GMO Media kündigte bereits am 22. Juli eine KI-Spracherkennung für Schönheitskliniken an, die Konsultationen automatisch erfasst und zusammenfasst.
Vernetzung statt Datensilos
Ein zentrales Problem bleibt die mangelnde Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen. Doch auch hier tut sich etwas.
Lapsi Health ging am Montag eine Partnerschaft mit Redox ein. Die Klinik-KI-Plattform Keikku wird nun mit über 100 verschiedenen elektronischen Patientendossiersystemen kompatibel – und liefert Diagnoseunterstützung sowie automatische Dokumentation.
Die zunehmende Vernetzung und der Einsatz von KI-Systemen im Gesundheitswesen bringen neue rechtliche Verpflichtungen mit sich. Welche KI-Anwendungen unter die strengen Vorgaben der neuen EU-Verordnung fallen und was Unternehmen jetzt tun müssen, klärt dieser kostenlose Report auf. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko? Jetzt Report lesen
Auch in der Zahnmedizin gibt es Fortschritte: Open Dental ist die erste zahnärztliche Praxissoftware, die sich mit dem Kno2-Netzwerk verbindet. Und VELMENI erhielt am 23. Juli die FDA-Zulassung für seine KI-gestützte 3D-Bildgebungssoftware.
Das Utah Medhub-Netzwerk setzt auf den internationalen FHIR-Standard, um Patientenakten zu vereinheitlichen und Verwaltungsaufgaben zu reduzieren.
Patienten übernehmen die Kontrolle
Neue Tools geben Patienten mehr Macht über ihre eigenen Daten. HealthEx startete am Montag die HealthEx Wallet – eine digitale Brieftasche für Gesundheitsdaten, die mit Sharecare entwickelt wurde. Patienten können ihre Akten bündeln und mit detaillierten Einwilligungen sowie Identitätsprüfung teilen.
Mehrere Krankenhäuser haben ihre Patientenportale aktualisiert. Summa Health System führte am Sonntag die MyChart-Plattform ein, die Terminbuchung und Nachrichten zentralisiert. UPMC Central Pa setzt auf ein integriertes Portal-Ökosystem – interne Daten zeigen einen Zusammenhang zwischen Portalnutzung und verbesserter Medikamententreue.
Neben der Digitalisierung von Patientenakten rücken auch die neuen gesetzlichen Anforderungen des EU AI Acts für Softwareanbieter und Anwender in den Fokus. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Compliance-Verantwortlichen und IT-Abteilungen einen kompakten Überblick über alle relevanten Fristen und Pflichten. Kostenlosen Leitfaden zur KI-Verordnung herunterladen
Abrechnung und Verwaltung im Wandel
Auch die Verwaltungsseite wird digitaler. Quest Diagnostics stellte heute eine cloudbasierte Abrechnungslösung vor, die Ansprüche automatisch einreicht und Echtzeit-Statusupdates liefert. myFMLA verbesserte seine Plattform für medizinische Freistellungsdokumente mit schnellerer Validierung und Arztprüfung.
Teladoc Health kündigte am Montag Teladoc One an – eine einheitliche Plattform für virtuelle Pflege, die Kosten senken und das Patientenerlebnis verbessern soll. In einem Pilotprojekt für Roper My Patient Folio beobachteten Forscher, dass die Digitalisierung von Patientenakten die Dokumentationszeit um etwa 20 Prozent reduzieren kann – bei gleichzeitiger Sicherung von Prüfpfaden und rollenbasiertem Zugriff.

