Die Anforderungen an die Dokumentationspflichten in der europäischen Kreislaufwirtschaft nehmen deutlich zu. Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung ist die Einführung einer gemeinsamen Lösung der Unternehmen Advilex und UnicornForms, die Anfang September 2026 im Fokus der Fachöffentlichkeit steht.
Die Kooperation zielt darauf ab, Unternehmen bei der Einhaltung der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR, EU 2025/40) sowie bei der Vorbereitung auf den Digitalen Produktpass (DPP) zu unterstützen.
Integrierte Compliance-Lösungen für die Verpackungsverordnung
Das Kernstück der Zusammenarbeit bildet die Kombination der ARCAIS-Plattform von Advilex mit den verifizierbaren Nachweisverfahren von UnicornForms. Diese Lösung ist laut Berichten vom September 2026 ab sofort verfügbar. Sie soll es Herstellern ermöglichen, die komplexen Anforderungen der EU-Verordnung 2025/40 rechtssicher abzubilden.
Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei die Bereitstellung von verifizierbaren Daten, die für die Erstellung digitaler Produktpässe unerlässlich sind. Eine detaillierte Präsentation der Plattform ist für die Lubricant Expo Europe geplant, die vom 15. bis 17. September 2026 findet.
Erweiterung der PLM-Systeme um Nachhaltigkeitsfunktionen
Parallel zu spezialisierten Compliance-Anbietern integrieren auch Entwickler von Product Lifecycle Management (PLM)-Software verstärkt Funktionen für den digitalen Produktpass. So wurde Anfang September 2026 bekannt, dass das Unternehmen DeSL eine DPP-Software auf PLM-Basis eingeführt hat.
Der CEO von DeSL, Colin Marks, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Implementierung von Produktpässen primär eine Herausforderung im Bereich der Datenverwaltung und Governance darstelle. Die Bereitstellung der Informationen erfolge dabei über verschiedene Kanäle wie QR-Codes, Portale und Programmierschnittstellen (APIs).
Auch Centric Software weitete das Funktionsspektrum seiner PLM-Plattform im September 2026 aus. Die Neuerungen umfassen spezifische Nachhaltigkeits- und Compliance-Module, die unter anderem die Anforderungen der ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation) und der PPWR adressieren. Zu den neuen Werkzeugen gehören Nachhaltigkeitsprofile, Zertifikatsmanagement sowie detaillierte Informationen zur Recyclingfähigkeit von Produkten.
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Effizienzverluste und Sicherheitsrisiken im Dokumentenmanagement
Die Dringlichkeit automatisierter Compliance-Lösungen wird durch aktuelle Erhebungen unterstrichen. Eine im September 2026 veröffentlichte Umfrage von S-Docs unter 600 Führungskräften aus regulierten Branchen zeigt erhebliche Defizite im Umgang mit sensiblen Informationen auf.
Den Ergebnissen zufolge legen rund 50 % der Befragten sensible Daten außerhalb der offiziellen Aufzeichnungssysteme (Systems of Record) offen. Zudem leiten 69 % kritische Dokumente durch mindestens drei verschiedene Software-Tools, was die Fehleranfälligkeit erhöht.
Die Studie beziffert den personellen Aufwand für manuelle Dateneingaben auf etwa 25 % der wöchentlichen Arbeitszeit. Finanzielle Auswirkungen sind ebenfalls spürbar: 21 % der Teilnehmer schätzen den entstandenen Schaden durch ineffiziente Prozesse auf mindestens 500.000 US-Dollar.
Die zunehmende Digitalisierung der Dokumentationsprozesse erfordert nicht nur Effizienz, sondern vor allem die Einhaltung strenger Datenschutz-Mindestanforderungen. Ein kostenloser Basis-Check hilft Unternehmern dabei, unbewusste Verstöße in der Datenverarbeitung aufzudecken und sofort gegenzusteuern. Erfüllt Ihr Unternehmen wirklich alle DSGVO-Mindestanforderungen?
Unternehmen mit hoher Leistungsfähigkeit zeichnen sich laut S-Docs dadurch aus, dass sie Dokumente mit einer um 89 % höheren Wahrscheinlichkeit direkt aus den führenden Systemen generieren.
Globale regulatorische Fristen und technologische Anpassungen
Der Markt für Compliance-Software reagiert mit zunehmender Spezialisierung auf neue gesetzliche Fristen. Visure Solutions brachte Anfang September 2026 eine Lösung für den Cyber Resilience Act (CRA) auf den Markt, da die Meldepflichten nach Artikel 14 bereits am 11. September 2026 beginnen. Die Software unterstützt Unternehmen unter anderem durch die Erstellung von Software Bill of Materials (SBOM) und signierten Baselines.
Auch international verschärfen sich die Regeln. In Indien bereiten sich Organisationen auf den Digital Personal Data Protection Act (DPDPA) vor. Laut Marktanalysen von GoTrust stehen derzeit 70 % der Organisationen vor Herausforderungen bei der Auslegung der Regeln, während die Durchsetzung bis Mai 2027 geplant ist. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 250 Crore Indischen Rupien.
In Schweden hat der Cybersecurity Act, der seit dem 15. Januar 2026 in Kraft ist, den Kreis der betroffenen Unternehmen bereits massiv von etwa 900 auf circa 8.000 Betriebe erweitert. Anbieter wie Isodora AB adressieren hierbei gezielt kleine Unternehmen mit KI-basierten Plattformen, die Standards wie ISO 27001 oder die DSGVO unterstützen.

