Die Charité – Universitätsmedizin Berlin hat im September 2026 mit der Erprobung der digitalen Plattform Dossier begonnen. Das System des norwegischen Anbieters dient der zentralen Verwaltung von Mitarbeiterkompetenzen und soll in verschiedenen klinischen sowie administrativen Bereichen zum Einsatz kommen.
Nach Informationen aus einem Bericht vom 17. September 2026 sind von dieser Einführung mehrere tausend Beschäftigte des Universitätsklinikums betroffen.
Die Implementierung der Software markiert einen Schritt in der Digitalisierungsstrategie der Berliner Universitätsmedizin. Ziel ist es, die individuellen Qualifikationen und beruflichen Fähigkeiten des Personals systematisch zu erfassen und für die betriebliche Planung nutzbar zu machen.
Vielfältige Einsatzbereiche in der Klinikpraxis
Die Anwendungsmöglichkeiten der Plattform innerhalb der Charité sind breit gefächert. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Verwaltung von Pflegekompetenzen.
Hierbei geht es darum, die speziellen Qualifikationen des Pflegepersonals tagesaktuell abzubilden, um eine bedarfsgerechte Zuteilung in den verschiedenen Fachabteilungen zu gewährleisten. Dies schließt auch den Bereich der Advanced Nursing Practice ein, bei dem hochspezialisierte Pflegekräfte zusätzliche Verantwortlichkeiten übernehmen.
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Darüber hinaus findet die Plattform Anwendung in der Nachfolgeplanung. Durch die digitale Erfassung von Kompetenzprofilen kann das Klinikum potenziell freiwerdende Schlüsselpositionen frühzeitig identifizieren und die entsprechende Personalentwicklung gezielter steuern.
Ein weiterer Aspekt ist die Einbindung in die Betriebsmedizin und die Krisenvorsorge. Insbesondere in Ausnahmesituationen, in denen Personal kurzfristig nach seinen spezifischen Fähigkeiten mobilisiert werden muss, soll das System eine verlässliche Datenbasis bieten.
Etablierte Technologie und europäische Datensicherheit
Bei der Software Dossier handelt es sich um eine Lösung, die bereits seit über 15 Jahren in Skandinavien eingesetzt wird. Die Plattform verfügt dort über umfassende Erfahrungswerte in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen.
Für den Einsatz an der Charité wurde ein besonderer Fokus auf die IT-Sicherheit und den Datenschutz gelegt. Demnach werden sämtliche Daten der Mitarbeiter in einer europäischen Cloud gespeichert, was die Einhaltung regionaler Datenschutzstandards sicherstellen soll.
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Die Einführung der Plattform erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Krankenhäuser verstärkt vor der Herausforderung stehen, den Fachkräftemangel durch effizientere Managementprozesse abzufedern. Durch die Transparenz über vorhandene Kompetenzen können Fortbildungsbedarfe präziser ermittelt und administrative Aufwände bei der Zertifizierung von Qualifikationen reduziert werden.
In der nun angelaufenen Erprobungsphase wird evaluiert, wie sich das norwegische System in die bestehende IT-Infrastruktur der Charité integriert und in welchem Maße die Plattform die tägliche Arbeitsorganisation der betroffenen Tausenden von Mitarbeitern unterstützt.
Ergebnisse aus diesem Pilotprojekt könnten wegweisend für die weitere digitale Transformation im deutschen Gesundheitswesen sein, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung etablierter internationaler Lösungen für das Personalmanagement.

