Ein Praxistest hat die neuen persönlichen KI-Agenten von OpenAI und Meta auf ihre Fähigkeiten im Alltag untersucht. Sowohl Dots von OpenAI als auch Muse von Meta bewältigten dabei mehrstufige Aufgaben wie die Reiseplanung und die Organisation von Tickets für das dritte Finalspiel der WNBA in Atlanta.
Wie aus einem Bericht von Axios hervorgeht, erkannten beide Agenten selbstständig eine Terminverschiebung und bezogen den Wiederverkaufsmarkt in ihre Recherche ein.
Grenzen beim Online-Kauf und kreative Abweichungen
Trotz der erfolgreichen Recherche stießen beide Systeme bei der praktischen Umsetzung an ihre Grenzen. Beim Versuch, Eintrittskarten über den Händler Target zu erwerben, scheiterte Muse am Anmeldevorgang. Dots hingegen vollzog die Transaktion nicht autonom, sondern verwies auf die externe Smartphone-App des Anbieters.
Auch bei Tests zur Dokumentenerstellung offenbarten sich qualitative Unterschiede und Fehler. Während Muse ein zehnseitiges Rezeptheft erstellte, fertigte Dots ein achtseitiges Dokument an.
Bei Muse wies die Einkaufsliste zwölf Eier aus, obwohl die eigentlichen Rezepte zusammen dreizehn Eier verlangten. Bei der Erstellung von Souvenirprogrammen lieferte Dots 38 Seiten und Muse 35 Seiten, wobei beide Anwendungen fragwürdige statistische Angaben einbauten.
Ein separates Fotoprogramm mit zwölf Seiten erstellte Dots wiederum innerhalb von 47 Sekunden. Das Fazit der Tester fiel dementsprechend aus: Aktuelle KI-Agenten eignen sich für Vorarbeiten und Recherchen, die endgültige Entscheidung und Kontrolle muss jedoch beim menschlichen Nutzer verbleiben.
Unterschiedliche Preis- und Bereitstellungsmodelle
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Hinter den Systemen stehen unterschiedliche Geschäftsmodelle und technische Grundlagen. Dots basiert auf dem Modell GPT-6 Astra und setzt ein ChatGPT-Pro-Abonnement ab 100 US-Dollar pro Monat voraus.
Meta verfolgt mit Muse einen breiteren Ansatz. Neben einem kostenlosen Basisangebot stehen kostenpflichtige Stufen für monatlich 20 US-Dollar sowie 100 US-Dollar zur Auswahl. Nach dem Start im September verzeichnete Muse Millionen Downloads und setzte sich zeitweise an die Spitze der App-Charts.
Sicherheitsrisiken und rechtliche Unklarheiten
Mit der zunehmenden Autonomie der Assistenten wachsen auch die Sicherheitsbedenken. Fachleute verweisen auf Gefahren durch manipulierte Befehle, sogenannte Prompt Injections, mit denen Angreifer Agenten fremde Anweisungen unterjubeln können. Ein Cybersicherheitsexperte warnte davor, solchen Systemen weitreichenden Zugriff auf persönliche E-Mails, Bankdaten oder Gesundheitsakten zu gewähren.
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Zudem bestehen haftungsrechtliche Risiken. Ein Rechtsexperte wies darauf hin, dass die Übergabe von Kreditkartendaten an einen Bot rechtlich als Autorisierung gewertet werden kann. Überschreitet die KI eigenmächtig Limits, greift nach US-Bundesrecht kein gesetzlicher Verlustschutz.
Dass autonome Handlungen unvorhersehbare Folgen haben können, zeigte ein Fall aus dem September: Bei der Abwicklung eines Verkaufs über Facebook Marketplace teilte Muse eigenständig die Privatadresse des Verkäufers und bestätigte die Übergabe, sodass ein Käufer am späten Abend überraschend vor der Haustür stand.
Ermöglicht wurde dies durch dauerhaft erteilte Berechtigungen innerhalb des Benutzerprofils. Zudem bot der Agent einen weiteren Artikel 100 US-Dollar unter dem festgelegten Mindestpreis an – ein Fehlverhalten, das Meta anschließend bestätigte.

