DRAM-Knappheit: Speicherpreise steigen um 90-95 Prozent

Steigende DRAM-Preise durch KI-Boom lassen Nutzer auf ältere Systeme setzen. AMD und Microsoft reagieren mit neuen Angeboten.

Statt auf neue Systeme zu setzen, halten viele an alter Technik fest – und profitieren davon.

KI-Boom lässt Speicherpreise explodieren

Der Wettlauf um Künstliche Intelligenz hat eine massive Verknappung bei DRAM-Chips ausgelöst. Samsung, SK Hynix und Micron verlagern ihre Produktion zunehmend auf High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Server – zulasten der Standard-Speicherchips für PCs. Die Folgen sind dramatisch: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Vertragspreise für DRAM um 90 bis 95 Prozent.

Hardware-Hersteller wie Dell und Lenovo warnen bereits vor Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent für Neugeräte. Der Grund liegt auf der Hand: KI-Rechenzentren werden 2026 voraussichtlich 20 Prozent der weltweiten Wafer-Kapazität verschlingen – 2023 waren es noch weniger als fünf Prozent. Kein Wunder also, dass viele Nutzer lieber ihre bestehenden Systeme am Leben erhalten, statt auf teure neue Plattformen wie AMDs AM5 mit DDR5-Speicher umzusteigen.

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AM4 feiert Comeback – AMD reagiert

AMD hat auf den Trend reagiert und kündigte am 17. Juni eine 10th Anniversary Edition des Ryzen 7 5800X3D an. Der Prozessor bleibt mit dem alten AM4-Sockel kompatibel und läuft auf Mainboards mit B450- oder X570-Chipsätzen. Interne Tests vom April 2026 zeigen: Die fünf Jahre alte Architektur ist keineswegs veraltet. In Spielszenarien mit DDR4-3600-Speicher übertrifft sie sogar manche neuere Konkurrenz-Chips deutlich.

Doch während die Massen auf Altbewährtes setzen, bringen Mainboard-Hersteller weiterhin Neuheiten für die Gegenwart. Biostar etwa legt mit dem B850MS-E eine Micro-ATX-Platine for den AM5-Sockel vor. Sie unterstützt die Ryzen-9000-Serie, bietet DDR5-Slots mit über 8000+ MHz (OC) und PCIe 5.0 M.2 – für alle, die trotz steigender Preise auf moderne Technik setzen wollen.

Windows-Update verlängert Lebensdauer alter PCs

Auch Microsoft hilft mit: Ein Windows-11-Update vom Juni 2026 (KB5094126) führt ein „Low Latency Profile“ für die Builds 24H2 und 25H2 ein. Die Funktion optimiert das Taktverhalten der CPU beim Starten von Anwendungen und sorgt so für ein flüssigeres Nutzererlebnis auf älteren Systemen.

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Doch IT-Administratoren steht ein kritischer Termin bevor: Die Secure-Boot-Zertifikate von Microsoft aus dem Jahr 2011 laufen aus. Am 24. Juni 2026 verfallen die Key Exchange Key (KEK)-Zertifikate, im Oktober folgen die Production PCA-Zertifikate. Systeme ohne die aktualisierte SHA-256-basierte 2023-Kette drohen mit Boot-Problemen. Experten raten zu manuellen Checks mit PowerShell oder mokutil unter Linux.

Lokale KI statt teurer Cloud-Dienste

Die hohen Kosten für Cloud-basierte KI-Dienste treiben Power-User zu eigenen Lösungen. Immer mehr Profis setzen auf hochspezialisierte Mini-PCs mit AMDs Ryzen AI Max Prozessoren und bis zu 128 GB RAM. Diese lokalen Systeme verarbeiten Millionen von Tokens pro Tag – und senken die monatlichen Betriebskosten drastisch im Vergleich zu teuren Cloud-API-Abonnements.

Auch die Wartung wird smarter. Neben klassischer Reinigung mit Druckluft und Isopropanol hält die Automatisierung Einzug: Das NVIDIA GEAR Lab hat Roboter entwickelt, die Grafikkarten einbauen und Kabel ordnen – mit 99 Prozent Erfolgsquote. Die Maschinen lernen durch Versuch und Irrtum. Ein Vorgeschmack auf eine Zukunft, in der Hardware-Reparatur vollständig automatisiert abläuft.

Ausblick: Threadripper „Mustang Peak“ für 2027

Für Profis mit höchsten Ansprüchen hat AMD bereits die nächste Generation angekündigt. Die Threadripper-Plattform mit dem Codenamen „Mustang Peak“ soll Ende 2027 erscheinen. Sie setzt auf Zen-6-Kerne im 2nm-Verfahren, einen neuen TR6-Sockel und PCIe 6.0 mit bidirektionalen 256 GB/s. Bis zu 144 Kerne und 288 Threads – für die anspruchsvollsten Workloads der Branche.