Der Technologieriese verhandelt offenbar mit ChangXin Memory Technologies (CXMT) und Yangtze Memory Technologies (YMTC) über Lieferverträge. Beide Unternehmen stehen auf der schwarzen Liste des US-Verteidigungsministeriums. Das berichten Branchenkreise seit Anfang der Woche.
Preisexplosion zwingt Apple zum Handeln
Die Gespräche sind eine direkte Reaktion auf die dramatische Lage am Speichermarkt. Ende Juni 2026 erhöhte Apple die Preise für MacBooks, iPads und die Vision Pro um bis zu 20 Prozent. Je nach Konfiguration bedeutete das Aufschläge zwischen 100 und 1.300 Euro.
Der Grund: Die DRAM-Preise schossen Anfang 2026 um 55 bis 60 Prozent nach oben. Branchenexperten sehen die Ursache in der explosionsartigen Nachfrage nach KI-Anwendungen. Große Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre Produktion auf High-Bandwidth-Memory (HBM) umgestellt – und vernachlässigen den Massenmarkt.
Die Folgen sind drastisch: Seit 2022 sind die DRAM-Preise um rund 700 Prozent gestiegen. Ein am 1. Juli 2026 in Kalifornien eingereichte Sammelklage wirft den drei großen Speicherherstellern zudem Preisabsprachen vor.
Die rasanten Entwicklungen im Bereich der KI-Anwendungen verändern nicht nur die Hardware-Märkte, sondern bringen auch komplexe neue Regularien für Unternehmen mit sich. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer durch die neue EU-KI-Verordnung jetzt kennen müssen. KI-Umsetzungsleitfaden für Unternehmen kostenlos herunterladen
Tim Cook lobbyiert in Washington
Apple-Chef Tim Cook versucht, die politischen Hürden aus dem Weg zu räumen. Er steht in Kontakt mit US-Finanzminister Scott Bessent und weiteren Regierungsvertretern. Das Ziel: eine Ausnahmegenehmigung für die Geschäfte mit den sanktionierten Firmen.
YMTC steht seit 2024 auf der US-Blacklist, CXMT seit 2025. Apple will sich offenbar bis 2027 eine stabile Versorgung sichern.
Doch der Widerstand ist groß. Der einflussreiche Kongressabgeordnete Michael McCaul kritisiert den Deal scharf. Er verweist auf Sicherheitsbedenken wegen der Verbindungen der chinesischen Firmen zum Militär. Apple stellt die Sache deshalb als notwendig für den chinesischen Markt dar – ein Versuch, die politische Sprengkraft zu entschärfen.
Während Großkonzerne wie Apple um politische Ausnahmen ringen, müssen hiesige Unternehmen vor allem die geltenden Compliance-Regeln des EU AI Acts im Blick behalten. Ein kostenloser Download verschafft Ihnen jetzt den notwendigen Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre IT-Abteilung dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Technologische Hürden und begrenzte Kapazitäten
CXMT hält 2026 rund acht Prozent des DRAM-Marktes. Das Unternehmen versucht, die etablierten Giganten anzugreifen. Die DDR5-Chips sind preislich wettbewerbsfähig – technisch aber im Rückstand.
Fachleute schätzen, dass CXMTs DDR5-Komponenten etwa 40 Prozent größer sind als vergleichbare Produkte von Samsung. Die Produktionskosten liegen rund 30 Prozent höher. Grund ist der fehlende Zugang zu modernsten EUV-Belichtungsanlagen.
Hinzu kommt: Die chinesische Regierung könnte CXMTs begrenzte Produktion – derzeit rund 600.000 Wafer-Starts pro Monat – bevorzugt für heimische Abnehmer reservieren.
Ob die Verhandlungen erfolgreich enden, ist völlig offen. Apple will mit den chinesischen Partnern vor allem Druck auf die etablierten Lieferanten ausüben. Doch die Rechnung könnte nicht aufgehen. Andere Hardware-Hersteller wie Dell, HP, Acer und Asus beobachten die Entwicklung genau – sie erwägen ähnliche Schritte.

