Die Preise für Speicherchips in Routern sind um 600 Prozent gestiegen – Schuld ist der KI-Boom. Verbraucher und Unternehmen müssen sich auf deutlich teurere Netzwerk-Hardware einstellen. Grund ist eine schwere Knappheit an Arbeitsspeicher (DRAM), die nun von Servern auf Router und Switches übergegriffen hat.
KI-Boom verursacht Engpass bei Standard-Chips
Während die explodierenden Kosten für KI-Server seit Monaten Schlagzeilen machen, hat die „Speicherkrise“ nun die Netzwerkbranche voll erfasst. Laut einem aktuellen Bericht von Counterpoint Research sind die Preise für Speicherkomponenten in Breitband-Produkten im letzten Jahr um fast 600 Prozent gestiegen.
Die Auswirkung auf die Herstellungskosten ist drastisch. Speicherchips machen inzwischen rund 20 Prozent der Gesamtkosten für einfache bis mittlere Router aus. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei etwa drei Prozent. Netzwerkausrüster sind besonders verwundbar, da sie oft keine langfristigen Lieferverträge wie Smartphone-Giganten besitzen.
Spotmarkt-Preise explodieren
Hersteller von Routern, Gateways und Set-Top-Boxen sind gezwungen, Speicher auf dem Spotmarkt zu kaufen – wo die Preise am volatilsten sind. Seit Ende 2025 sind die Spotpreise für Standard-DDR5-Module aggressiv gestiegen. Einige Konfigurationen haben sich in weniger als drei Monaten verdreifacht.
Die Ursache liegt in der strategischen Neuausrichtung der Halbleiterindustrie. Große Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron haben Kapazitäten auf High Bandwidth Memory (HBM) umgestellt. Dieser Speichertyp ist für KI-Beschleuniger essenziell und bringt höhere Gewinnmargen. Für den Standard-DRAM in PCs und Routern bleibt dadurch zu wenig übrig.
Weitere Preissprünge erwartet
Die Vertragspreise für wichtige 16Gb-DDR5-Chips sind laut TrendForce von rund 6,84 US-Dollar im September 2025 auf fast 27,20 US-Dollar im Dezember gestiegen. Die Analyse des Marktforschungsunternehmens sagt für das erste Quartal 2026 einen weiteren Anstieg von 55 bis 60 Prozent voraus. Eine baldige Stabilisierung ist nicht in Sicht.
Die rasante Eskalation zwingt Hardware-Hersteller bereits, ihre Preis- und Lagerstrategien anzupassen. Große Netzwerkplayer wie Cisco, Juniper und Huawei erhöhen ihre Bestellungen, um verbleibende Kapazitäten zu sichern. Das verschärft die Knappheit für kleinere Anbieter zusätzlich.
Verbraucher müssen zahlen
Der Druck, die Kosten an die Käufer weiterzugeben, wächst. Während Smartphone-Hersteller wie Xiaomi bereits vor Preiserhöhungen für ihre 2026er-Modelle warnen, ist der prozentuale Kostenanstieg bei Routern aufgrund ihrer niedrigeren Grundmargen sogar noch höher.
Im Einzelhandel schlagen sich die Veränderungen bereits nieder. Die Preise für einzelne Speicher-Bausteine sind explodiert. Einige Gaming-RAM-Kits kosten seit Ende 2025 500 Prozent mehr. Diese inflationäre Dynamik wird voraussichtlich zu höheren Verkaufspreisen für Wi-Fi 7-Router und Enterprise-Switches führen, die in der ersten Jahreshälfte auf den Markt kommen.
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Keine schnelle Entspannung in Sicht
Marktanalysten rechnen nicht mit einer baldigen Entlastung. Der Konsens unter Experten ist, dass das strukturelle Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage das gesamte Jahr 2026 anhalten wird. TrendForce-Projektionen deuten darauf hin, dass das Preiswachstum in der zweiten Jahreshälfte zwar etwas nachlassen könnte, die angespannte Versorgungslage aber bis 2027 andauern könnte.
Für IT-Entscheider und Verbraucher ist die Botschaft aus der Lieferkette klar: Das Zeitfenster, um Netzwerk-Hardware zu Preisen von 2025 zu sichern, ist geschlossen. Solange die Speicherhersteller voll auf den KI-Sektor setzen, bleibt die „Steuer“ auf Standard-Netzwerkhardware ein fester Bestandteil des Tech-Jahres 2026.





