Die Bundesregierung hat Russland am 1. September offiziell für den versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht, der sich Anfang August ereignete.
Im Rahmen einer Pressekonferenz am späten Nachmittag informierten Außenminister Wadephul und Innenminister Dobrindt über die vorliegenden Erkenntnisse zur russischen Beteiligung an dem Vorfall. Als Konsequenz kündigte Berlin massive diplomatische und sicherheitspolitische Gegenmaßnahmen an.
Details zum gescheiterten Anschlagsversuch
Der Anschlagsversuch datiert auf den 4. August. Nach Angaben der Bundesregierung trug die eingesetzte Drohne eine Sprengladung von 600 g. Dass es nicht zu einer Detonation mit potenziell schwerwiegenden Folgen am Frachtdrehkreuz in Sachsen kam, lag nach aktuellen Berichten an einem technischen Defekt: Der Zünder der Vorrichtung habe versagt.
Die Ermittlungsbehörden haben im Zusammenhang mit dem Vorfall bereits konkrete Schritte eingeleitet. Derzeit werden Ermittlungen gegen zwei Tatverdächtige geführt, die mit dem Drohnenflug und der versuchten Sabotage in Verbindung stehen sollen.
Diplomatische Konsequenzen und Schließungen
Die Reaktion der Bundesregierung auf die offizielle Zuschreibung des Anschlags an staatliche russische Akteure fällt deutlich aus. Ein zentraler Bestandteil der diplomatischen Antwort ist die Anordnung zur Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn, die zum 18. September vollzogen werden soll. Parallel dazu wurde der Vertrag für das Russische Haus in Berlin, eine kulturelle Einrichtung der Russischen Föderation, gekündigt.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen wurde der russische Botschafter einbestellt, um den offiziellen Protest der Bundesrepublik entgegenzunehmen. Die Regierung kündigte zudem die Ausweisung weiterer russischer Diplomaten an, womit die personelle Präsenz russischer Vertretungen in Deutschland weiter reduziert wird.
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Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und internationale Einordnung
Innenminister Dobrindt ordnete den Vorfall in einen größeren Kontext ein. Er erklärte, dass sich Deutschland zwar nicht im Krieg befinde, das Land jedoch zum täglichen Ziel hybrider Kriegsführung geworden sei. Um auf die veränderte Sicherheitslage zu reagieren, hat die Bundesregierung verschärfte Einreisekontrollen für russische Staatsbürger angekündigt.
Auf internationaler Ebene strebt Berlin zudem einen verstärkten Druck auf die sogenannte russische Schattenflotte an – Schiffe, die unter Umgehung von Sanktionen agieren. Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung für neue Sanktionen auf Ebene der Europäischen Union ein, um auf die Sabotageakte zu reagieren.
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Internationale Solidarität und russisches Dementi
Sowohl die Europäische Union als auch die NATO zeigten sich solidarisch mit Deutschland. Die EU-Außenbeauftragte Kallas unterstrich, dass Hinweise auf eine russische Beteiligung an dem Anschlag vorlägen.
Aus Moskau folgte eine prompte Reaktion auf die Vorwürfe aus Berlin. Die russische Führung bestreitet jegliche Beteiligung an dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle. Gleichzeitig kündigte das russische Außenministerium an, auf die deutschen Sanktionen und Ausweisungen mit einer spiegelbildlichen Reaktion zu antworten, was üblicherweise die Ausweisung deutscher Diplomaten oder die Schließung deutscher Vertretungen in Russland bedeutet.
Mehr zum Thema bei RP Online: „Drohnen in Leipzig: Bundesregierung macht Russland verantwortlich“

