Der taiwanesische NAS-Spezialist bringt mit DSM 7.4 künstliche Intelligenz in die Netzwerkspeicher und rüstet sich für den Enterprise-Markt.
Synology hat am heutigen Dienstag die Version 7.4 seines Betriebssystems DiskStation Manager (DSM) freigegeben. Der Schritt erfolgt einen Tag nach den Ankündigungen auf der Computex 2026 in Taipeh, wo das Unternehmen neue Hardware und seine Strategie für die nächste Generation von Datenspeicherlösungen präsentierte.
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DSM Agent: Der KI-Co-Pilot für den NAS
Herzstück des Updates ist die Integration künstlicher Intelligenz. Mit dem DSM Agent führt Synology einen KI-Assistenten ein, der Administratoren durch die Verwaltung ihrer NAS-Umgebung führt. Bereits in Planung ist Version 2.0, die komplexere automatisierte Arbeitsabläufe ermöglichen soll.
„Wir setzen auf lokale KI-Verarbeitung, um Datenschutz und Sicherheit zu gewährleisten“, erklärte Managing Director Chad Chiang am Montag in einem Interview. Das gelte besonders für kleine Büros und Privatanwender.
Die Büro-Suite profitiert ebenfalls: ChatPlus und Meet bringen KI-gestützte Übersetzungs- und Transkriptionsfunktionen auf den eigenen Server. Die Dateiverwaltung Synology Drive erhält eine KI-Suche für schnellere Dateifindung.
Speicher-Effizienz mit Haken
DSM 7.4 bringt native Daten-Deduplizierung und Komprimierung für HDD-Volumes – eine Funktion, die bisher High-End-Modellen vorbehalten war. Allerdings gibt es Einschränkungen: Die Funktion läuft nur auf NAS-Modellen ab Baujahr 2022 und erfordert Synology-eigene Festplatten.
Die Version 7.4-90075 schließt zudem mehrere Sicherheitslücken. Sie bleibt mit Geräten ab 2016 kompatibel. Allerdings stellt Synology den support für Mail Station und Mail Server ein. Auch der Wechsel von PHP 8.1 zu PHP 8.4 soll für Leistungsverbesserungen sorgen.
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Neue Hardware für Unternehmen
Parallel zum Software-Release präsentierte Synology auf der Computex neue Hardware. Das PAS7700 ist eine All-Flash-NVMe-Lösung mit 48 Einschüben, die bis zu 1,65 Petabyte Rohkapazität und zwei Millionen IOPS bei unter einer Millisekunde Latenz liefert.
Für kleinere Umgebungen kommt der FlashStation FS200T – ein kompakter All-Flash-NAS mit sechs 2,5-Zoll-SSD-Einschüben für Home-Labs und leise Büros. Das DP5200 wiederum ist ein dediziertes Backup-Gerät für den Enterprise-Einsatz.
Ausblick: Cluster-Manager und GPU-Support
Die nächste DSM-Generation soll Enterprise-Features wie GPU-NAS-Unterstützung für KI-Workloads und einen neuen Cluster-Manager für große Installationen bringen. General Manager Mike Chen betonte die Strategie der digitalen Souveränität und verwies auf die „3-2-1-1-0″-Regel für vertrauenswürdige Disaster Recovery mit unveränderlichen und luftdicht getrennten Backups.
Das Update ActiveProtect Manager 2.0 wird KI-gestützte Anomalie- und Bedrohungserkennung einführen. Die Backup-Unterstützung für AWS EC2, Azure VM, Proxmox, Nutanix AHV und Google Workspace soll ab dem dritten Quartal 2026 verfügbar sein.

