E Ink & MediaTek: Neue Chips mit 7,4 TOPS für Farb-E-Reader

E Ink und MediaTek entwickeln neue Chipsätze für Farb-E-Reader. Der Trend zu bewussterem Konsum treibt die Nachfrage nach Spezialgeräten.

Eine Bewegung namens „Slow-Tech“ gewinnt an Fahrt – und die Industrie reagiert mit innovativer Hardware.

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Neue Chips für farbenfrohe E-Paper-Displays

Eine strategische Partnerschaft zwischen E Ink und MediaTek treibt die Entwicklung voran. Die beiden Unternehmen arbeiten an einer neuen Generation von Farb-E-Readern und mobilen Geräten, die auf modernster System-on-Chip-Technologie (SoC) basieren. Die neuen Chipsätze MT8115 und MT8126 verfügen über integrierte Hardware-Timing-Controller und sind für E Ink Gallery- und Kaleido-Displays optimiert.

Die Prozessoren liefern 7,4 TOPS an KI-Leistung – genug für Echtzeit-Transkription und Übersetzung in 20 Sprachen. Zielgruppe sind Bildungseinrichtungen und der professionelle Notizbuchmarkt. Die Displays bieten 7-Bit-Farbtiefe und eine Auflösung von 300 ppi.

Parallel dazu verbessern Software-Updates die Leistung bestehender E-Ink-Smartphones. Der Hersteller Bigme hat ein Over-the-Air-Update (OTA) für mehrere Geräte veröffentlicht, darunter das HiBreak Pro Color und das HiBreak Pro. Der neue „Hyper Mode“ erlaubt Bildwiederholraten von bis zu 80 Bildern pro Sekunde – ein deutlicher Fortschritt gegen das lästige Ghosting und für flüssigere Bedienung.

Die Sehnsucht nach weniger Bildschirmzeit

Der Markt für diese Spezialgeräte wächst rasant. Der Grund: eine anhaltende Aufmerksamkeitskrise. Aktuelle Daten zeigen, dass 53 Prozent der Erwachsenen ihren täglichen Bildschirmkonsum reduzieren möchten. Dieser Trend, oft als „Slow-Tech“ bezeichnet, treibt die Nachfrage nach Hardware, die auf das Wesentliche setzt – ohne soziale Medien und ständige Benachrichtigungen.

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Während der klassische Smartphone-Markt stagniert, boomen bildschirmlose Fitness-Tracker: Die Ausgaben dafür stiegen im Jahresvergleich um 88 Prozent.

Ein prominentes Beispiel für den neuen Zeitgeist: Die Marke Commodore kehrt mit dem Callback 8020 auf den Mobilmarkt zurück. Das Klapphandy verzichtet bewusst auf Webbrowser und soziale Apps – es läuft auf dem Linux-basierten Sailfish OS. Der Bildschirm ist ein 3,25-Zoll-IPS-Display, kein E-Ink, doch die Philosophie ist dieselbe: Digital Detox pur. Der Vorverkauf startet am 30. Juni 2026, die Preise liegen zwischen 499 und 640 Euro.

Neue Modelle für jeden Geldbeutel

Der Markt für E-Ink-Smartphones und Reader wird vielfältiger:

  • YotaPhone in Indien: Das Dual-Display-Modell mit 4,3-Zoll-LCD auf der Vorderseite und gleichgroßem E-Ink-Display auf der Rückseite ist exklusiv über Flipkart erhältlich – zum Preis von umgerechnet rund 260 Euro.
  • BOOX Go 6 (Gen II): Die zweite Generation des 6-Zoll-E-Readers setzt auf Portabilität und Notizfunktionen. Inklusive nativer Notizen-App und Unterstützung für den InkSense Plus-Stift. Vorbestellungspreis: rund 185 Euro.
  • XTEINK X3: Ein ultrakompakter E-Reader in Kreditkartengröße. Mit 58 Gramm Gewicht und 5,1 Millimetern Dicke setzt das Gerät auf radikalen Minimalismus – kein Touchscreen, keine Hintergrundbeleuchtung, keine Apps.

E-Paper erobert neue Anwendungen

Die Technologie beschränkt sich längst nicht mehr auf Handhelds. Auf der Fachmesse Infocomm 2026 präsentierte SEEKINK ein breites Portfolio an E-Paper-Lösungen – darunter 75-Zoll-Farb-E-Paper-Wände und digitale Beschilderung für Büros und Verkehrsknotenpunkte.

Auch Asus steigt ein: Der ZenScreen Color ePaper (MP13UC) ist ein 13,3-Zoll-Portable-Monitor mit 3.200 x 2.400 Pixeln und 35 Hz Bildwiederholrate. Das Gerät richtet sich an Berufstätige, die bei langen Lese- oder Editiersitzungen auf blaues Licht und Bildschirmflimmern verzichten möchten.

Die Botschaft ist klar: E-Ink ist kein Nischenprodukt mehr für Buchliebhaber. Die Technologie wird zum Kern einer Strategie, die den digitalen Konsum bewusster gestalten soll.