E-Invoicing: Avalara ernennt neue Führungskraft für globale Expansion

Avalara besetzt die Leitung für E-Invoicing neu, während Partnerschaften, Übernahmen und neue Plattformen den internationalen Markt prägen.

Angesichts weltweit steigender regulatorischer Anforderungen an den digitalen Rechnungsaustausch verstärkt der Softwareanbieter Avalara seine Führungsebene. Das Unternehmen ernannte Claire Goad zur neuen General Managerin für den Bereich E-Invoicing & Live Reporting. Goad übernimmt damit die Verantwortung für die globale Steuerung dieses Geschäftsbereichs.

Die Neubesetzung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Digitalisierung von Abrechnungsprozessen für international agierende Unternehmen an Komplexität gewinnt. Claire Goad verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Branche. Vor ihrem Wechsel zu Avalara war sie als Senior Vice President für den Vertrieb der Rechnungsautomatisierung bei Tungsten Automation tätig.

Marktpositionierung und technologische Reichweite

Avalara festigte im September 2026 seine Stellung im Markt und wird im IDC MarketScape für E-Invoicing als einer der führenden Anbieter geführt. Das Unternehmen verarbeitet jährlich mehr als 54 Milliarden Transaktionen. Diese technologische Basis dient zunehmend auch als Infrastruktur für Partnerunternehmen.

So gab der Anbieter für gesicherte Finanzierungen, Solifi, die Einführung einer neuen E-Invoicing-Lösung bekannt, die speziell auf die Anforderungen in verschiedenen Rechtsräumen zugeschnitten ist. Das System nutzt die Technologie von Avalara, um die Verbindung zu staatlichen Plattformen und internationalen Netzwerken sicherzustellen.

Ein erster Kunde von Solifi hat die Implementierung in Frankreich bereits begonnen; ein weiterer Rollout in zusätzliche Länder ist für den Zeitraum 2026 bis 2027 geplant. Der Fokus liegt hierbei zunächst auf der Plattform Solifi PM-ILS.

Dynamik im Wettbewerbsumfeld und Konsolidierung

Neben Avalara wird auch der Wettbewerber Sovos im IDC MarketScape für den September 2026 als Marktführer im Bereich der weltweit konformen E-Invoicing-Lösungen gelistet.

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Sovos verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich über 70 Milliarden Transaktionen für mehr als 100.000 Kunden in über 150 Ländern. Zur Stärkung der eigenen Plattform übernahm Sovos das in Tel Aviv ansässige Unternehmen Blue dot, das auf KI-gestützte Mehrwertsteuer-Rückerstattung spezialisiert ist.

Blue dot bedient hunderte Enterprise-Kunden und gibt eine Genauigkeit von über 98 Prozent bei der Verarbeitung von Steuerdaten an. Sovos plant, diese Technologie zur Fehlerdiagnose bei kontinuierlichen Transaktionskontrollen (CTC) einzusetzen.

Auch andere Marktteilnehmer passen ihre Strukturen und Angebote an:
* Medius: Der Spezialist für Kreditorenbuchhaltung und Ausgabenmanagement besetzte zwei Schlüsselpositionen neu. Kevin Young wurde zum Chief Marketing Officer ernannt, während Maartje van Zadelhoff die Position der Sales Director Benelux übernahm.
* Esker: Das Unternehmen stellte Mitte September 2026 das „Synergy Agentic Framework“ vor.

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Diese Lösung nutzt automatisierte Business-Agenten, um repetitive Aufgaben wie die Bearbeitung von Rechnungsausnahmen oder die Priorisierung im Forderungsmanagement unter menschlicher Aufsicht zu erledigen.
* Banqup Group: Nach dem Start des nationalen E-Invoicing-Mandats in Frankreich meldete das Unternehmen signifikantes Wachstum. Mit fast 175.000 registrierten Geschäftskunden fungiert Banqup als technologischer Kern hinter der französischen Plattform jefacture.com.

Strategische Partnerschaften und regionale Anforderungen

Die Bedeutung von Compliance-Lösungen wird durch eine aktuelle Umfrage von TreviPay unterstrichen. Demnach wählen 68 Prozent der B2B-Käufer eher Anbieter, die Handelskredite oder Rechnungszahlung ermöglichen – im Jahr 2023 lag dieser Wert noch bei 51 Prozent. Um die Compliance in den mehr als 60 Ländern mit entsprechenden Vorgaben sicherzustellen, integriert TreviPay künftig die Routty Cloud des Partners Dynatos in seine Zahlungsplattform.

In Deutschland vereinbarten die easy software AG und das TRAFFIQX-Netzwerk am 16. September 2026 eine strategische Partnerschaft. Ziel ist die Integration der TRAFFIQX-Plattform in die Software „easy invoice“, um internationale End-to-End-Prozesse abzubilden. Dem TRAFFIQX-Netzwerk gehören unter anderem die Bundesdruckerei und DATEV an, wobei DATEV seit März 2024 Mehrheitsgesellschafter des Plattformbetreibers b4value.net ist.

Auch in Schwellenländern schreitet die Regulierung voran. OlivePay erhielt im August 2026 die NRS-Akkreditierung als Systemintegrator und Access-Point-Provider für das E-Invoicing-System in Nigeria.

Das Unternehmen bietet dort Integrationen für ERP-Systeme sowie Beratungsdienstleistungen an. Zudem meldeten Nuvei und Kolleno eine Kooperation, bei der Zahlungsnetzwerke direkt in KI-gestützte Finanz-Workflows eingebettet werden, um den Abgleich von Rechnungszahlungen zu beschleunigen.