E-Rezept-Ausfälle: D-Trust-Störung blockiert Apotheken bundesweit

Nach Störungen bei D-Trust waren E-Rezepte und eAU zeitweise blockiert. Die ABDA verlangt deshalb belastbarere digitale Systeme.

Nach wiederholten technischen Störungen bei der Verarbeitung digitaler Gesundheitsdaten dringt die Standesvertretung der Apotheker auf eine grundlegende Verbesserung der Systemstabilität. Thomas Preis, Präsident der ABDA, mahnte angesichts jüngster Ausfälle eine deutlich robustere Telematikinfrastruktur (TI) an.

Die Forderung zielt darauf ab, die Funktionsfähigkeit des E-Rezept-Systems sowie anderer digitaler Anwendungen im Gesundheitswesen dauerhaft sicherzustellen und die Versorgung der Patienten nicht zu gefährden.

Erhebliche Beeinträchtigungen in Apotheken und Praxen

Hintergrund der Forderungen sind massive technische Probleme, die zu Beginn der Woche den Betrieb in zahlreichen medizinischen Einrichtungen und Apotheken einschränkten. Nach vorliegenden Informationen kam es am vergangenen Montag zu signifikanten Ausfällen bei der Bundesdruckerei-Tochter D-Trust. Die Störungen wurden zeitlich auf 7:40 Uhr und einen weiteren Vorfall um 12:45 Uhr datiert.

Die Auswirkungen dieser IT-Probleme waren weitreichend, da die Störung bei D-Trust sämtliche Krankenkassen betraf. In den Apotheken führte dies dazu, dass während der Ausfallzeiten keine elektronischen Rezepte (E-Rezepte) eingelöst werden konnten. Da das System für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente essenziell ist, kam es zu unmittelbaren Verzögerungen in der Patientenversorgung.

Parallel dazu waren auch die ärztlichen Praxen von der Instabilität betroffen. Aufgrund der technischen Schwierigkeiten war es Medizinern zeitweise nicht möglich, elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) auszustellen. Dieser Umstand unterstreicht die hohe Abhängigkeit der täglichen medizinischen Abläufe von einer funktionierenden digitalen Infrastruktur.

Forderung nach resilienter Infrastruktur

ABDA-Präsident Thomas Preis reagierte auf diese Ereignisse mit einer klaren Positionierung gegenüber den Verantwortlichen. Er verlangte eine höhere Stabilität für das gesamte E-Rezept-System. Die Telematikinfrastruktur müsse so konzipiert sein, dass sie auch bei technischen Teilausfällen oder hoher Last eine verlässliche Basis für die Gesundheitsversorgung bietet.

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Preis betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer robusten Architektur, um das Vertrauen von Leistungserbringern und Patienten in die digitale Transformation des Gesundheitswesens nicht zu untergraben.

Die Abhängigkeit der Apotheken von der ständigen Verfügbarkeit der TI-Komponenten ist durch die verpflichtende Einführung des E-Rezepts massiv gestiegen. Systemausfälle führen hier nicht nur zu administrativem Mehraufwand, sondern blockieren den Kernprozess der Arzneimittelabgabe.

Aktueller Status der Systeme

Nach Angaben der Betreiber konnten die technischen Probleme im Laufe der Zeit behoben werden. D-Trust teilte mit, dass die Störung gegen 7:40 Uhr am Morgen zunächst bereinigt worden sei. Auch die Gematik, die für die nationale Telematikinfrastruktur zuständig ist, meldete nach der Behebung der Probleme bei D-Trust keine weiteren Beeinträchtigungen mehr.

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Obwohl der reguläre Betrieb inzwischen wiederhergestellt ist, bleibt die Diskussion um die Ausfallsicherheit der Systeme bestehen. Die jüngsten Ereignisse verdeutlichen die Verwundbarkeit der digitalen Prozesse, wenn zentrale Dienstleister wie die Bundesdruckerei-Tochter technische Schwierigkeiten verzeichnen.

Die Apothekerschaft sieht hier die Politik und die Systembetreiber in der Pflicht, Lösungen zu erarbeiten, die eine flächendeckende Erreichbarkeit der Dienste garantieren, um die Patientenversorgung auch bei technischen Störungen aufrechtzuerhalten.