ECARX Zenith: Ein Chip für Cockpit und Autopilot

ECARX stellt zentrale Rechenplattform vor, die Infotainment und Fahrassistenz auf einem Chip vereint. Die Serienproduktion ist für 2027 geplant.

MÜNCHEN. Der chinesische Mobilitätskonzern ECARX hat mit „Zenith“ eine zentrale Rechenplattform für das Auto der Zukunft vorgestellt. Sie soll erstmals das Infotainment und die Fahrassistenz auf einem einzigen Hochleistungs-Chip vereinen.

Ein „Gehirn“ für das Software-Auto

Der Clou der neuen Plattform liegt in ihrer Architektur. Statt wie bisher Dutzende einzelner Steuergeräte zu verbinden, setzt ECARX auf eine zentrale Recheneinheit. Basis ist der 4-Nanometer-Chip Snapdragon Ride Elite von Qualcomm. Diese Technologie soll genug Leistung bieten, um gleichzeitig hochauflösende 3D-Grafiken für den Innenraum zu berechnen und sicherheitskritische Daten für den automatisierten Fahrmodus zu verarbeiten.

Für die wachsende Zahl an Elektroautos ist die Energieeffizienz solcher Systeme entscheidend. Jede eingesparte Wattstunde verlängert die Reichweite. Die 4-nm-Fertigung gilt hier als Schlüssel für ein besseres Thermomanagement und einen geringeren Stromverbrauch.

KI soll das Auto verstehen lernen

Die Plattform ist für den Einsatz generativer KI ausgelegt. Über die eigene Software-Architektur Cloudpeak sollen sogenannte „Vision-Language-Action“-Modelle integriert werden. Diese Form der Künstlichen Intelligenz ermöglicht es Fahrzeugen, ihre Umgebung zu interpretieren und auf natürliche Sprachbefehle zu reagieren.

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Konkret verspricht ECARX dadurch intuitivere Sprachassistenten, die Kontext verstehen, und Benutzeroberflächen, die sich an die Gewohnheiten des Fahrers anpassen. Damit positioniert sich das Unternehmen im Trend zum „KI-definierten Fahrzeug“, bei dem der Software-Mehrwert immer stärker den Autokauf bestimmt.

Globale Strategie mit offener Architektur

Ein weiterer strategischer Vorteil soll die globale Flexibilität sein. „Zenith“ ist kompatibel mit großen Automobil-Betriebssystemen wie Google Automotive Services, Android Automotive OS oder Flyme Auto. Hersteller könnten so weltweit die gleiche Hardware nutzen und nur die Software an lokale Märkte anpassen.

Die offene Middleware-Architektur adressiert ein Kernproblem der Branche: die hohen Kosten für individuelle Software-Entwicklungen pro Fahrzeugmodell. OEMs sollen eigene Apps oder Dienste Dritter einfach einbinden können, ohne das gesamte System neu designen zu müssen.

Die Plattform befindet sich bereits in der Validierungs- und Testphase. Die Serienproduktion ist für 2027 geplant. Die ersten Fahrzeuge mit der Technologie könnten somit in 18 bis 24 Monaten auf den Markt kommen.

Aufbauend auf Volumen-Geschäft mit VW

Der Launch baut auf dem kommerziellen Momentum des Konzerns aus dem Jahr 2025 auf. Im November sicherte sich ECARX einen bedeutenden Auftrag vom Volkswagen-Konzern für digitale Cockpit-Lösungen im lateinamerikanischen Markt. Während dieses Geschäft mit den Antora-Plattformen auf Infotainment fokussiert war, zielt „Zenith“ nun auf die Premium-Klasse mit integrierten Autopilot-Funktionen.

Die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten für solche Spitzentechnologie bleiben eine Herausforderung. Analysten werden die am 12. Februar 2026 veröffentlichten Jahreszahlen 2025 genau prüfen, um Hinweise auf die Profitabilität unter dem hohen Innovationsdruck zu erhalten.

Wettlauf um das „zentrale Gehirn“

Die Branche bewegt sich klar in Richtung integrierter Hochleistungsrechner. Durch die Konsolidierung von Funktionen auf einem Chip könnten Hersteller Gewicht, Kabelbäume und die Anzahl der Steuergeräte reduzieren. Das verspricht Kosteneinsparungen und einfachere Produktionsprozesse.

ECARX steht dabei in einem harten Wettbewerb mit anderen Halbleiter- und Zulieferkonzernen, die ähnliche „Zentralrechner“-Architekturen entwickeln. Der erfolgreiche Rollout von „Zenith“ bis 2027 wird daher entscheidend für die Marktposition des Unternehmens in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts sein. Die Münchner Präsentation markiert den Claim: Die Zukunft gehört der Hochleistungs-Plattform, auf der sich Fahren und Interaktion immer stärker verschmelzen.

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