ECARX stellt mit „Zenith“ eine zentrale Rechenplattform für die nächste Generation vernetzter Fahrzeuge vor. Das System kombiniert erstmals Lenkassistenz und Cockpit-Infotainment auf einem einzigen Hochleistungs-Chip. Die Massenproduktion soll 2027 starten.
Vom Steuergerät-Wirrwarr zur Zentralrechner-Ära
Die Automobilindustrie steht vor einer tiefgreifenden Veränderung. Bisher steuerten Dutzende verteilte Steuergeräte (ECUs) einzelne Fahrzeugfunktionen. Die neue Zenith-Plattform des chinesischen Technologieanbieters ECARX setzt nun auf einen zentralen Hochleistungsrechner. Dieser Ansatz soll Gewicht, Komplexität und Kosten in softwaredefinierten Fahrzeugen (SDVs) deutlich reduzieren.
Als Herzstück dient der Qualcomm Snapdragon Ride Elite (SA8797P)-Chip, gefertigt in 4-Nanometer-Technologie. Die Leistungsdaten sind beachtlich: Die CPU bringt es auf 560.000 DMIPS, die Grafikleistung (GPU) erreicht 8,1 TFLOPS. Besonders relevant für KI-Anwendungen ist die Recheneinheit (NPU) mit einer Leistung von 640 TOPS. Sie ist für generative KI und komplexe autonome Fahrfunktionen optimiert.
Ein Chip für alles: Fahren, Infotainment, Sprachsteuerung
Die Plattform ermöglicht so genannte „End-to-End“-Fahrfunktionen. Dabei verarbeitet ein einheitliches KI-Modell Sensordaten und trifft Fahr-Entscheidungen, anstatt auf starre, regelbasierte Software-Module zurückzugreifen. Gleichzeitig soll sie hochauflösende 3D-Grafiken für das Cockpit und immersives Entertainment liefern.
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Ein entscheidender Vorteil ist die Integration der hauseigenen „Cloudpeak“-Software. Diese Middleware-Schicht abstrahiert die Hardware-Komplexität. Autoherstellern (OEMs) soll sie so die Entwicklung einheitlicher Features über Cockpit und Fahrassistenz hinweg erleichtern. Die Plattform unterstützt zudem fortschrittliche Vision-Language-Action (VLA)-Modelle. Diese generative KI kombiniert visuelle Wahrnehmung mit Sprachverständnis. Ein Beispiel: Der Fahrer könnte per Sprachbefehl „Überhole den Lastwagen vor uns“ ein komplexes Manöver auslösen.
Offenes System im harten Wettbewerb
Für eine breite Akzeptanz setzt ECARX auf Offenheit. Zenith unterstützt große Automobil-Betriebssysteme wie Flyme Auto, Google Automotive Services (GAS) und Android Automotive OS (AAOS). Hersteller können so das Nutzererlebnis individualisieren, während sie auf eine standardisierte Hardware zurückgreifen.
Mit Zenith tritt ECARX in direkte Konkurrenz zu etablierten Playern wie NVIDIA mit seiner DRIVE-Thor-Plattform. Während NVIDIA auf maximale Leistung für hochautonomes Fahren (Level 4) setzt, positioniert sich Zenith als integrierte, effiziente Lösung für den Massenmarkt. Der Fokus liegt auf Level 2+ und Level 3-Assistenzsystemen, kombiniert mit einem reichhaltigen digitalen Erlebnis.
Die Strategie stärkt auch die Position von ECARX innerhalb des Geely-Konzerns und darüber hinaus. Als Komplettlösung aus Hardware und Software soll Zenith den Entwicklungszyklus für Hersteller verkürzen – ein entscheidender Vorteil, wenn sich die Fahrzeugentwicklung von 4-5 auf 2-3 Jahre verdichtet.
Start 2027 mit globalen Ambitionen
Derzeit befindet sich die Plattform in der Verifizierungsphase. Die Massenproduktion ist für 2027 geplant. Dieser Zeitrahmen passt zu den Roadmaps globaler Hersteller, die ihre nächste Generation KI-definierter Fahrzeuge gegen Ende des Jahrzehnts auf den Markt bringen wollen.
Für ECARX, dessen Technologie bereits in über 10 Millionen Fahrzeugen weltweit steckt, ist Zenith ein Schlüssel für die internationale Expansion. Besonders die Märkte in Europa und Südostasien, wo die Nachfrage nach smarter Fahrzeugtechnologie rasant wächst, stehen im Fokus. Die Plattform soll zum Eckpfeiler eines intelligenten Ökosystems aus Hardware, Betriebssystemen und Apps werden.
Die Botschaft ist klar: Das Auto der Zukunft ist ein leistungsstarker mobiler Computer. Plattformen wie Zenith könnten zum neuen Standard werden und Fahrzeuge durch Updates und KI-Fortschritte stetig weiterentwickeln.
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