Microsoft hat am 8. Oktober 2026 die stabile Version 155 seines hauseigenen Edge-Browsers freigegeben. Das Update auf Build 155.0.4283.45 steht für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux bereit.
Die neue Version führt überarbeitete Werkzeuge zur Organisation von Tabs und Arbeitsbereichen ein, trennt sich jedoch gleichzeitig von früheren Funktionen wie der Echtzeit-Videoübersetzung. Zudem treibt der Softwarekonzern technische Standardanpassungen bei Schnittstellen und Verschlüsselungsmethoden voran.
Verbesserte Tab-Verwaltung und bereinigte Funktionen
Im Mittelpunkt der sichtbaren Änderungen steht die Verwaltung von Tabs und Arbeitsbereichen. Das System schlägt Nutzern nun automatische Gruppierungen sowie passende Namen und visuelle Kennzeichnungen vor, um geöffnete Webseiten übersichtlicher zu strukturieren.
Auf der anderen Seite hat Microsoft die Funktion für Echtzeit-Videoübersetzungen im Browser vollständig eingestellt und aus der Anwendung entfernt. Daneben behoben die Entwickler mehrere Fehler auf der Benutzeroberfläche und im System: So wurden Probleme im Zusammenhang mit der Websuche über die Adressleiste korrigiert.
Ein weiterer behobener Fehler betrifft Konfigurationen in Unternehmensumgebungen, bei denen Standardsuchmaschinen auf administrativer Ebene vorgegeben werden.
Umstellung bei unload-Ereignissen und neue Webstandards
Unter der Haube markiert Edge 155 den Abschluss einer schrittweisen Umstellung beim sogenannten unload-Ereignis. Standardmäßig führen aufgerufene Webseiten die entsprechenden Ereignishandler beim Verlassen einer Seite nicht mehr aus.
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Microsoft hatte diesen Deaktivierungsprozess schrittweise vorbereitet: In den Versionen 152 und 153 galt die Einschränkung zunächst für 60 Prozent der Ladevorgänge, bevor sie in Edge 154 auf 80 Prozent angehoben wurde.
Mit Version 155 greift die Deaktivierung nun für alle regulären Seitenaufrufe, es sei denn, eine Webseite fordert die Ausführung ausdrücklich über eine sogenannte Permissions-Policy-Erlaubnis an.
Darüber hinaus erweitert Microsoft die kryptographischen Fähigkeiten der Plattform. Edge 155 unterstützt die vom US-amerikanischen Standardisierungsinstitut NIST spezifizierten Post-Quanten-Verfahren ML-KEM (in den Stufen 768 und 1024) sowie ML-DSA (in den Stufen 44, 65 und 87).
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Ergänzend stehen das hybride Verfahren X-Wing und die Verschlüsselungsmethode ChaCha20-Poly1305 zur Verfügung. Zu den weiteren technischen Neuerungen zählen die Unterstützung des modernen Bildformats JPEG XL sowie erweiterte Optionen zur Fenstersteuerung über die Window Management API.
Geplante Anpassungen bei Authentifizierung und Richtlinien
Hinsichtlich der Behebung von Schwachstellen spekulierten Fachportale über bis zu 247 geschlossene Sicherheitslücken in Edge 155, wobei Microsoft selbst dazu zunächst noch keine offiziellen Angaben veröffentlicht hatte.
Für kommende Versionen zeichnen sich zudem bereits strukturelle Weichenstellungen ab. Für Edge 157, dessen Erscheinen für November 2026 vorgesehen ist, plant Microsoft die Ablösung des bisherigen direkten Anmeldewegs über den Windows Web Account Manager (WAM) durch die OneAuth-Bibliothek. Der bisherige WAM-Fallback soll standardmäßig entfallen, während WAM intern in OneAuth eingebunden bleibt.
Betroffene Profile oder Organisationen, die OneAuth-WAM deaktiviert haben, könnten dadurch in Einzelfällen zu einer erneuten Anmeldung aufgefordert werden. Administratoren müssen sich zudem mittelfristig auf den Wegfall temporärer Richtlinien einstellen: Die Richtlinie für Ausnahmen von Zugriffsbeschränkungen auf lokale Netzwerke soll nach Version 163 vollständig aus dem Browser entfernt werden.

