Edge ist der erste Browser, der heimliche Bildschirmfotos sensibler Dokumente verhindert.
Microsoft hat eine neue Sicherheitsfunktion für seinen Browser Edge vorgestellt. Seit dem 20. Juli 2026 ist Edge der einzige Webbrowser, der Screenshots von geschützten PDF-Dateien blockieren kann – vorausgesetzt, diese liegen in OneDrive oder SharePoint. Die Maßnahme richtet sich gegen eine der größten Schwachstellen im Datenschutz: das heimliche Abfotografieren von Dokumenten, die eigentlich nicht heruntergeladen oder ausgedruckt werden dürfen.
So funktioniert der neue Schutz
Die Technik dahinter heißt Microsoft Purview Information Protection. Erkennt Edge, dass eine PDF-Datei mit einem bestimmten Sensitivitätslabel versehen ist, deaktiviert der Browser automatisch die gängigen Windows-Screenshot-Tools. Der Nutzer kann dann schlicht kein Bildschirmfoto mehr erstellen.
Das Feature richtet sich an Geschäftskunden und Unternehmen. Administratoren haben zudem die Möglichkeit, den Download sensibler Dateien komplett zu unterbinden. Aktuell ist die Screenshot-Sperre exklusiv für Edge verfügbar. Microsoft kündigte jedoch an, die Funktion in Zukunft auch für andere Browser bereitzustellen. Die allgemeine Verfügbarkeit wird für Ende August 2026 erwartet.
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Malware-Welle macht Druck
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist kein Zufall. Erst am 18. Juli 2026 warnte Microsoft vor einer neuen Bedrohung: dem ACR Stealer. Diese Schadsoftware wird als „Malware-as-a-Service“ angeboten und zielt gezielt auf Unternehmen ab. Sie stiehlt Browser-Passwörter, Authentifizierungs-Tokens und sensible Dokumente direkt aus OneDrive- und SharePoint-Verzeichnissen.
Sicherheitsforscher beschreiben die Taktik des ACR Stealer als besonders perfide. Die Malware nutzt verschleierte PowerShell-Skripte und sogenannte „ClickFix“-Köder, um in Systeme einzudringen. Zudem verwendet sie eine Blockchain-basierte Kommando- und Kontrollinfrastruktur, um der Erkennung zu entgehen. Die neue Screenshot-Sperre soll hier eine zusätzliche Verteidigungslinie bilden – sowohl gegen automatisierte Angriffe als auch gegen manuelle Versuche, Daten abzugreifen.
Mehr Sicherheit im gesamten Microsoft-Universum
Die Dokumentensicherheit ist nur ein Teil einer größeren Offensive. Mitte Juli 2026 kündigte Microsoft zudem neue Copilot-Funktionen für SharePoint an. Nutzer können damit direkt aus bestehenden Inhalten Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente generieren. Ein neuer Befehl hilft zudem dabei, Automatisierungsfähigkeiten innerhalb der Plattform zu entdecken und wiederzuverwenden.
Parallel dazu hat Microsoft seine Sicherheitsforschung massiv ausgeweitet. Am 19. Juli 2026 weitete das Unternehmen sein Bug-Bounty-Programm auf sämtliche Online-Dienste aus – inklusive Drittanbieter- und Open-Source-Komponenten. Ebenfalls im Juli 2026 startete Microsoft „Project Perception“ , eine KI-gestützte Plattform zur Identifizierung von Schwachstellen.
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Kritische Sicherheitslücke in SharePoint
Die jüngsten Entwicklungen folgen auf eine dringende Warnung der US-amerikanischen Cybersicherheitsbehörde CISA vom 18. Juli 2026. Grund war eine aktiv ausgenutzte Sicherheitslücke in SharePoint Server, die Code-Ausführung aus der Ferne ermöglicht. Microsoft hatte zwar bereits am 14. Juli 2026 ein Sicherheitsupdate bereitgestellt, doch die Behörde setzte Bundesbehörden eine Frist bis zum 19. Juli 2026, um ihre Systeme zu schützen. Der Vorfall zeigt: Der Druck auf Unternehmen, ihre Sicherheitsarchitektur zu modernisieren, wächst rasant.

