Edge-Update: Computer-Vision erkennt Betrug und Datenklau in Echtzeit

Microsoft stattet Edge mit KI-gestütztem Echtzeitschutz aus und entfernt die Collections-Funktion. Ein Chromium-Bug sowie eine gefälschte KI-Erweiterung wurden behoben.

Der Browser-Riese rüstet auf: Microsoft stattet Edge mit KI-gestützten Sicherheitsfunktionen aus und streicht gleichzeitig alte Zöpfe ab. Die Neuerungen rollen ab Ende Juni 2026 aus.

KI schützt vor Betrug und Datenklau

Seit dem 29. Juni 2026 erhalten Edge-Nutzer einen unsichtbaren Leibwächter. Ein Computer-Vision-Modell auf dem Gerät überwacht den Bildschirm in Echtzeit und erkennt Schadsoftware sowie sogenannte Scareware – betrügerische Pop-ups, die Angst machen sollen. Voraussetzung: mindestens 2 GB Arbeitsspeicher und vier CPU-Kerne.

Für Unternehmen bringt das Update gleich mehrere Neuerungen. Administratoren können künftig Data-Loss-Prevention-Richtlinien (DLP) speziell für externe Mitarbeiter und unerlaubte KI-Nutzung festlegen. Wer eigenmächtig auf fremde KI-Dienste zugreift, wird automatisch zu Microsofts eigenem Copilot umgeleitet. Zudem lassen sich Downloads, Screenshots und Kopierfunktionen gezielt unterbinden. Das System speichert Dateien dann direkt in OneDrive statt lokal – ein effektiver Schutz vor Datendiebstahl.

Frisches Gesicht für den Browser

Microsoft hat auch das Erscheinungsbild von Copilot in Edge überarbeitet. Die Designer setzen auf eine redaktionelle Struktur und flüssige Animationen, die Vertrauen schaffen sollen. Die KI soll warmherzig, entspannt und klar wirken – kein kalter Assistent, sondern ein digitaler Begleiter.

Parallel dazu bekommen Windows-11-Nutzer mehr Freiheit bei der Taskleiste. Seit dem 29. Juni lässt sich die Größe zwischen „Standard“ und „Klein“ wählen – ganz ohne Registry-Hacks. Der Anmeldebildschirm erhielt am 30. Juni abgerundete Fokussierungen für Schaltflächen, passend zum Fluent-Design von Microsoft.

Anzeige

Microsoft modernisiert nicht nur den Edge-Browser, sondern optimiert auch das Zusammenspiel mit dem aktuellen Betriebssystem für ein besseres Nutzererlebnis. Dieser kostenlose Expertenreport zeigt Ihnen, wie der Umstieg auf Windows 11 ohne Risiko und Datenverlust gelingt. Windows 11 Starterpaket jetzt kostenlos anfordern

Das Aus für „Collections“

Nicht alles bleibt erhalten. Mit Version 149 verschwand am 4. Juni 2026 die Funktion „Collections“ aus Edge. Microsoft empfiehlt, gespeicherte Daten vor dem Update nach OneNote oder in andere Office-Programme zu exportieren. Ein inoffizieller Workaround über Kommandozeilen-Befehle soll die Funktion zwar noch reaktivieren – offiziell unterstützt wird sie aber nicht mehr.

Die Android-App von Edge hingegen wächst weiter. Seit dem 29. Juni integriert sie Copilot, eine Bildschirmanalyse per „Vision“-Tool und einen eigenen Hub für die Fußball-Weltmeisterschaft. Mit über 100 Millionen Downloads und einer Bewertung von 4,7 Sternen bleibt die App ein Publikumsliebling.

Anzeige

Während Microsoft neue Funktionen einführt und alte streicht, sollten Nutzer auch für technische Notfälle unter Windows gerüstet sein. Ein kostenloser Ratgeber erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen USB-Stick erstellen, um Ihr System im Ernstfall sicher zu reparieren. Anleitung für Windows 11 Boot-Stick gratis sichern

Chromium-Bug: 100.000 Nutzer betroffen

Microsofts Entwickler arbeiten auch hinter den Kulissen. Bereits im März 2026 half Edge-Ingenieur Ting Shao, einen Bug zu beheben, der in Edge und Chrome zum Verlust von Nutzerprofilen führte. Rund 100.000 Anwender waren betroffen – Ursache war eine fehlende Datei namens „Local State“. Der erste Fix reduzierte die Ausfälle deutlich, doch 0,016 Prozent der Edge-Nutzer haben weiterhin Probleme. Ein aktueller Patch in den Canary-Builds soll nun mit einer Wiederholungslogik die Profile endgültig stabilisieren.

Gefälschte KI-Erweiterung enttarnt

Sicherheitsforscher von Microsoft Defender entdeckten am 29. Juni eine bösartige Browser-Erweiterung, die sich als KI-Suchwerkzeug tarnte. In Wirklichkeit zeichnete sie Tastatureingaben auf. Die Extension nutzte Suchanbieter-Überschreibungen und spezielle Berechtigungen, um Daten abzugreifen. Inzwischen wurde sie aus den öffentlichen Erweiterungs-Shops entfernt.