EDmotionsAI startet Emotions-Management für Schulen

Das US-Startup EDmotionsAI bringt ein KI-gestütztes Emotionsmanagement-System für Schulen auf den Markt, um die psychische Gesundheit von Jugendlichen zu stärken und Lehrkräfte zu entlasten.

Ein US-Startup bringt das erste KI-gestützte System zur emotionalen Unterstützung von Schülern auf den Markt. Es soll die wachsende psychische Krise unter Jugendlichen bekämpfen.

New York. Die ed-tech-Firma EDmotionsAI hat ein neuartiges Emotional Management System (EMS) für Schulen vorgestellt. Die Plattform transformiert sozial-emotionales Lernen von gelegentlichen Unterrichtsstunden zu einem durchgängigen, personalisierten Unterstützungssystem. Der Start erfolgt zu einer Zeit, in der Schulen zunehmend zur ersten Anlaufstelle für die psychische Gesundheit junger Menschen werden.

Das System bietet Schülern on-demand Emotions-Coaching und liefert Lehrkräften gleichzeitig Echtzeit-Daten für ein gesünderes Lernumfeld. Entwickelt wurde es von einem Team um Dr. Andrew Taylor, CIO eines Schulbezirks in Chappaqua. Eine erste Finanzierungsrunde von rund 600.000 Euro – fast ausschließlich von Pädagogen getragen – unterstreicht die Nachfrage aus dem Bildungssektor.

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Von der Stimmungs- zur Emotionserkennung

Der Kern der Plattform geht über einfache Stimmungstracker hinaus. Schüler können die Intensität von zehn verschiedenen Emotionen protokollieren. Das System erlaubt es sogar, mehrere, teils widersprüchliche Gefühle gleichzeitig zu erfassen. Diese Methode basiert auf der therapeutischen Strategie „name it to tame it“ – Emotionen benennen, um sie zu zähmen.

Nach der Erfassung bietet das System Coaching an, das auf der evidenzbasierten Dialektischen Behavior Therapie (DBT) fußt. Es hilft beim Benennen von Gefühlen, bietet Bewältigungsstrategien, Journaling-Anregungen und schlägt pro-soziale Handlungen vor. Ziel ist nicht, Therapeuten zu ersetzen, sondern Schüler mit Fähigkeiten zur eigenständigen Emotionsregulation auszustatten.

Vier intelligente Agenten sorgen für eine kontinuierliche, personalisierte Unterstützungsschleife. So wird emotionale Intelligenz zu einem täglichen, proaktiven Teil des Schullebens.

Lehrkräfte entlasten, Risiken erkennen

Eine Schlüsselfunktion ist die Entlastung oft überforderter Lehrkräfte. Ein Hintergrund-Algorithmus erkennt sicher und privat Risikomuster – etwa Sprache, die auf Selbstverletzung hindeutet. Das ermöglicht dem Schulpersonal ein rechtzeitiges, informiertes Eingreifen.

Lehrer erhalten Einblicke in emotionale Trends ihrer Klasse, um ein unterstützenderes Klima zu schaffen, ohne ihre Arbeitslast zu erhöhen. Schulleiter und Verwaltungen bekommen mächtige Analysen zur Gesamtkultur ihrer Einrichtung. Diese Daten helfen bei der Entscheidungsfindung, der Verfolgung von Emotionstrends und dem gezielten Einsatz von Unterstützungsressourcen.

Befürworter versprechen sich von diesem „Micro-SEL“-Ansatz eine verbesserte Lernbereitschaft, ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl und bessere Anwesenheitsquoten. Ein dediziertes Tool für emotionale Unterstützung könnte zudem Lehrer-Burnout reduzieren.

Antwort auf eine Systemkrise

Der Launch von EDmotionsAI erfolgt, während Schulen in den USA mit den Folgen einer schweren Jugend-Mental-Health-Krise kämpfen. Studien zeigen, dass viele Schüler bereits allgemeine KI-Chatbots für psychische Unterstützung nutzen – Systeme, die dafür nicht designed sind. EDmotionsAI will eine sichere, speziell für den Bildungsbereich entwickelte Alternative bieten.

Die Plattform wurde bereits beim „Element 46 Tech Accelerator“ Ende 2025 präsentiert. Ihre Integration mit Partnern wie Classlink und die Zusammenarbeit mit „DBT in Schools“ und der Awareness-Organisation „Break the Hold“ signalisieren einen umfassenden Ansatz.

Die nächsten Schritte

Die unmittelbare Herausforderung wird sein, die Wirksamkeit in realen Schulumgebungen zu beweisen und die Implementierung in verschiedenen Bezirken zu skalieren.

Das Entwicklungsteam denkt bereits über Audio- und Video-Komponenten nach, um soziale Signale besser zu erfassen. Die Langzeitvision: Die gesammelten Daten sollen ein klares Bild der Schulkultur zeichnen und zeigen, wie sie sich entwickelt. So könnte sichtbar werden, wie Interaktionen zwischen Schülern und Personal die Bildungserfahrung prägen.

In einer Zeit, in das Wohlbefinden von Schülern immer komplexer wird, markiert die Einführung eines dedizierten Emotions-Management-Systems eine wichtige Entwicklung. EDmotionsAI könnte so zu einem Schlüsselinstrument für widerstandsfähigere Schulgemeinschaften werden.

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