EFF-Kampagne fordert Ende der Datenschutz-Lücken

Eine Initiative von Sicherheitsexperten kritisiert inkonsistenten Datenschutz bei Tech-Konzernen und fordert Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Standardvoreinstellung.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) erhöht mit ihrer Kampagne „Encrypt It Already“ den Druck auf Tech-Giganten. Die Initiative, die Ende Januar startete und nun breite Unterstützung von Sicherheitsexperten erhält, kritisiert inkonsistenten Datenschutz bei Apple, Google und Meta. Hintergrund ist die rasante Integration von Künstlicher Intelligenz in mobile Betriebssysteme, die neue Sicherheitsrisiken schafft.

Datenschutz als Standard, nicht als Option

Die Kernforderung der EFF ist simpel, aber weitreichend: Privatsphäre darf kein verstecktes Menüpunkt sein, sondern muss der Standard sein. Viele Plattformen bieten zwar Verschlüsselung an – doch Nutzer müssen sie oft mühsam selbst aktivieren. Die Folge: Die große Mehrheit der Verbraucher bleibt verwundbar.

Die Kampagne richtet sich konkret an sechs Konzerne: Apple, Google, Meta, Bluesky, Telegram und Amazons Ring. Ihre Forderungen gliedern sich in drei Säulen: gemachte Versprechen einhalten, Verschlüsselung zur Voreinstellung machen und neue Schutzfunktionen implementieren. „Nutzer müssen die Kontrolle über ihre eigenen Daten zurückerhalten“, betont EFF-Aktivist Thorin Klosowski. Nur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) verhindere zuverlässig, dass Diensteanbieter – oder Staaten – auf Inhalte zugreifen können.

Der blinde Fleck: Messaging und Backups

Ein besonderer Fokus liegt auf der nach wie vor lückenhaften Sicherheit bei mobilen Nachrichten. Zwar hat Apple 2024 den RCS-Standard für den Austausch zwischen iOS und Android übernommen. Eine durchgängige Verschlüsselung über Plattformgrenzen hinweg fehlt jedoch bis heute. Die EFF fordert Apple und Google auf, gemeinsam einen interoperablen Verschlüsselungsstandard für RCS zu entwickeln.

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Eine weitere kritische Schwachstelle sind Cloud-Backups. Die Kampagne drängt Google, E2EE für Android-Backups und Google Authenticator einzuführen. Ohne diesen Schutz liegen sensible Authentifizierungscodes und persönliche Daten unverschlüsselt auf Servern – zugänglich für das Unternehmen und anfällig für behördliche Anfragen oder Hackerangriffe.

Gebrochene Versprechen der Social-Media-Riesen

Die Kampagne nimmt auch soziale Netzwerke ins Visier, die angekündigte Sicherheitsupdates verschleppen. So hat das dezentrale Netzwerk Bluesky eine Verschlüsselung für Direktnachrichten bereits für 2024 versprochen – doch Anfang 2026 ist sie immer noch nicht verfügbar.

Meta steht ebenfalls in der Kritik. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Gruppenchats in Facebook Messenger verharrt seit langem in Testphasen. Und Telegram fällt negativ auf, weil es Verschlüsselung nicht standardmäßig aktiviert – im Gegensatz zu Konkurrenten wie Signal oder WhatsApp.

Bei Amazons Ring lautet die Forderung schlicht: Verschlüsselung zur Voreinstellung für Türklingeln und Sicherheitskammern machen. Derzeit müssen Nutzer etwa 16 Schritte durchlaufen, um sie zu aktivieren. Ein Design, das nach Ansicht von Kritikern Datensammlung über Privatsphäre stellt.

KI-Integration: Neue Bedrohung für private Chats?

Die Timing der Kampagne ist kein Zufall. Die aggressive Einführung von KI-Funktionen in Betriebssystemen seit Ende 2025 schafft neue Risiken. On-Device- und Cloud-KIs benötigen Zugriff auf Bildschirminhalte, um zu funktionieren.

Daher fordert die EFF erstmals „KI-Berechtigungen pro App“ für Apple und Google. Nutzer sollten feingranular entscheiden können, ob KI-Tools auf bestimmte, verschlüsselte Apps zugreifen dürfen. Nur so bleibe eine „verschlüsselte“ Unterhaltung auch vor den intelligenten Assistenten des eigenen Betriebssystems privat.

Druck von Regulierern steigt

Die Kampagne markiert einen Strategiewechsel: von allgemeiner Advocacy zu konkreten, öffentlich nachverfolgbaren Forderungen. Marktbeobachter rechnen damit, dass einfachere Forderungen – wie die Standardverschlüsselung bei Ring – schnell umsetzbar sind. Technisch anspruchsvollere Projekte wie eine interoperable RCS-Verschlüsselung dürften hingegen auf Widerstand stoßen.

Doch der Druck wächst. Mit der EU und anderen Regulierungsbehörden im Rücken, die den digitalen Datenschutz verstärkt in den Fokus rücken, dürfte 2026 zum Schicksalsjahr für „Security by Default“ werden. Bisher haben Apple und Google nicht direkt auf die Forderungen reagiert. Die wachsende Unterstützung aus der Sicherheitsbranche sendet jedoch ein klares Signal: In der nächsten Generation mobiler Technologie wird verschlüsselte Privatsphäre zur Mindestanforderung.

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