Am 14. Oktober findet der neunte Internationale Tag des Elektroschrotts statt. Die 2018 vom WEEE Forum ins Leben gerufene Initiative widmet sich in diesem Jahr unter dem Motto „Fast Tech | Don’t bin it, bring it!“ vor allem der rasant zunehmenden Menge kurzlebiger und kleiner Elektronikartikel, die häufig im Restmüll landen oder ungenutzt in Haushalten verbleiben, anstatt geordneten Recyclingkreisläufen zugeführt zu werden.
Globale Schrottberge wachsen schneller als Recyclingsysteme
Nach Angaben des Global E-Waste Monitor der ITU und UNITAR fielen im Jahr 2022 weltweit 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Dies entspricht rechnerisch 7,8 Kilogramm pro Kopf oder dem Volumen von rund 1,55 Millionen 40-Tonnen-Lastkraftwagen. Lediglich 13,8 Millionen Tonnen beziehungsweise 22,3 Prozent davon wurden nachweislich formal gesammelt und recycelt.
Seit 2010, als die globale Menge noch bei 34 Millionen Tonnen lag, wächst das Schrottaufkommen fünfmal schneller als die dokumentierten Sammelquoten. Für das Jahr 2030 prognostizieren die Organisationen einen Anstieg auf 82 Millionen Tonnen. Sollten keine wirksamen Gegenmaßnahmen greifen, könnte die weltweite Sammelquote in einem solchen Szenario auf rund 20 Prozent absinken.
Zugleich gehen damit enorme Rohstoffwerte verloren. Laut den Erhebungen enthielt der Elektroschrott im Jahr 2022 rund 31 Millionen Tonnen Metalle im geschätzten Wert von 91 Milliarden US-Dollar, darunter Kupfer im Wert von 19 Milliarden US-Dollar, Gold für 15 Milliarden US-Dollar sowie Eisen für 16 Milliarden US-Dollar. Auf Kunststoffe entfielen 17 Millionen Tonnen.
Ungenutzte Altgeräte und Brandrisiken in Europa
Besonders bei mobilen Endgeräten bleiben Sammelquoten gering. Angaben der Europäischen Kommission zufolge liegt die Sammelquote für alte Mobiltelefone bei unter 5 Prozent. In den Haushalten der Europäischen Union lagern demnach schätzungsweise 700 Millionen ungenutzte Alt-Handys.
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Das gemeinnützige IT-Unternehmen afb social & green IT verweist darauf, dass Europa zwar eine dokumentierte Sammelquote von 42,8 Prozent verzeichnet, pro Kopf jedoch 17,6 Kilogramm Elektroschrott anfallen, von denen lediglich 7,5 Kilogramm erfasst und verwertet werden.
Bei Kleingeräten, die ein Drittel des weltweiten Aufkommens ausmachen, liege die globale Recyclingquote bei nur 12 Prozent, bei kleiner IT- und Telekommunikationstechnik bei 22 Prozent.
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Geschäftsführer Daniel Büchle betonte, dass es bislang keine vollständig nachhaltig produzierte IT-Hardware gebe und eine möglichst lange Nutzungsdauer daher der wirksamste Hebel bleibe; das Unternehmen habe im Jahr 2025 rund 728.000 Geräte aufgearbeitet und 68.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart.
Die Fehlwürfe bergen zudem erhebliche Sicherheitsrisiken. Im Rahmen einer Erhebung des WEEE Forum Batteries Roundtable gaben 36 Prozent der befragten Entsorgungsbetreiber an, im Vorjahr einen durch Batterien ausgelösten Brand erlebt zu haben. WEEE Ireland wies ebenfalls darauf hin, dass falsch im Hausmüll entsorgte Lithiumbatterien Feuer in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen verursachen können.
Konsumtrends und Reparaturbemühungen
Untersuchungen der britischen Organisation Material Focus verdeutlichen das Ausmaß des Phänomens: In Großbritannien werden jährlich rund 1,14 Milliarden Fast-Tech-Artikel gekauft – fast doppelt so viele wie im Jahr 2023 –, während rund 589 Millionen Artikel pro Jahr im Müll landen, was etwa 19 Geräten pro Sekunde entspricht.
Gleichzeitig gewinnt die Verlängerung von Produktlebenszyklen an Bedeutung. Seit Juni 2025 gelten in der Europäischen Union Ökodesign-Vorgaben für Smartphones und Tablets, die Anforderungen an Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Batterielaufzeit festschreiben.
Der Reparaturdienstleister iServices meldete für 2025, dass über die Hälfte der durchgeführten iPhone-Reparaturen Modelle aus dem Jahr 2019 oder älter betraf, angeführt vom iPhone 11. Internationale Initiativen – wie das am 10. Oktober angekündigte Rückgabeprojekt ALBA Secure-Recycle in Singapur mit rund 2.000 Sammelstellen – erproben unterdessen neue Wege, um Hürden bei der Abgabe veralteter Elektronik abzubauen.

