Element Pro: EU-Kommission testet souveränes Backup für Microsoft Teams

Die Kommission setzt auf Matrix-basierte Kommunikation, während Beschäftigte den Nutzen bezweifeln und der Hersteller auf eine laufende Testphase verweist.

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Die Europäische Kommission hat im Sommer 2026 die Software Element Pro als zusätzliches Kommunikations-Backup eingeführt. Die Lösung wird auf einer eigenen Infrastruktur der Kommission betrieben und basiert auf dem offenen Standard Matrix. Das primäre Werkzeug für die tägliche Arbeit der Beamten bleibt jedoch vorerst weiterhin Microsoft Teams.

Element Pro soll intern als Ausweichlösung dienen, falls Teams aus technischen oder politischen Gründen ausfallen sollte. Über die Plattform sollen Beamte Textnachrichten austauschen, Videoanrufe durchführen und Dateien teilen können – vollständig abgewickelt auf einer von der Europäischen Union kontrollierten Infrastruktur.

Kritik aus den eigenen Reihen und Gegenwind intern

Die Einführung stieß intern jedoch auf deutliche Vorbehalte. Berichten des Portals Politico zufolge bezweifelten einzelne anonyme Kommissionsmitarbeiter sowohl die Qualität als auch den praktischen Mehrwert der Plattform. Drei Mitarbeiter äußerten demnach fundamentale Bedenken an der Notwendigkeit und der Leistungsfähigkeit des Systems.

Während einer der Beschäftigten keinen zusätzlichen Nutzen in dem Werkzeug erkennen konnte, bezeichnete ein anderer Kollege die Software als absoluten Mist. Ein dritter Beamter verwies auf die deutliche technologische Überlegenheit der Vereinigten Staaten und erklärte, Washington würde einen hypothetischen Technologiekonflikt sofort für sich entscheiden.

Aus internen Mitteilungen ging zudem die Sorge hervor, dass die quelloffene Lösung mit den etablierten kommerziellen Programmen nicht mithalten könne. Mehrere Beschäftigte äußerten Zweifel daran, dass Europa einem künftigen Technologiewettbewerb mit US-amerikanischen Anbietern gewachsen sei.

Hersteller verweist auf Testphase und internationale Referenzen

Matthew Hodgson, Chef des Entwicklerunternehmens Element, reagierte auf die Kritik und betonte, dass sich der Einsatz bei der Kommission noch in der Anfangsphase befinde. Es handele sich um eine laufende Testphase, bei der anfängliche Schwierigkeiten und Anlaufprobleme zu erwarten seien.

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Hodgson wies zudem darauf hin, dass die Kommunikationslösung keineswegs ungetestet sei: Sowohl die Vereinten Nationen als auch das Militärbündnis NATO setzten die Plattform bereits für ihre Kommunikationszwecke ein.

Einordnung in die europäische Digitalstrategie

Die Bereitstellung des Backups fügt sich in die übergeordneten Bestrebungen der Behörde ein, die eigene digitale Widerstandsfähigkeit auszubauen. Laut einem Bericht vom 5. Oktober 2026 stellte die EU-Kommission eine Open-Source-orientierte Strategie vor, mit der die Abhängigkeit von proprietären Softwareanbietern verringert werden soll.

Diese Initiative zielt darauf ab, die Beschaffung von quelloffener Software zu fördern und zugleich die Sicherheit innerhalb der Software-Lieferkette zu stärken.

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Wie aus einem weiteren Bericht vom 5. Oktober 2026 hervorgeht, präsentierte die Behörde zudem ein Maßnahmenpaket für technologische Souveränität, das einen zweiten Chips Act sowie neue Cloud-Regulierungen umfasst. Ziel dieser Pläne ist es, Europas Verwundbarkeit gegenüber Technologieanbietern aus den USA und China zu reduzieren sowie die Halbleiterindustrie und die digitale Infrastruktur auf dem Kontinent auszubauen.

Bereits laut einem Bericht vom 4. Oktober 2026 hatte die Kommission zudem einen Vorschlag für ein europaweites kritisches Kommunikationssystem für Einsatzkräfte unterbreitet.

Die Mitgliedstaaten sollen hierbei schrittweise vom bisherigen Schmalbandfunk auf Breitbandnetze wie 5G wechseln. Das geplante System soll Einsatzkräften ermöglichen, Daten, Videos, Nachrichten und Standortdaten in Echtzeit über ein abhörsicheres Gerät zu übermitteln.

Bei überlasteten Netzen erhalten Einsatzkräfte Vorrang, während EU-Satelliten und mobile Einheiten bei Störungen als Absicherung dienen. Die Überwachung von Netzwerkverbindungen und Cybersicherheitsrisiken soll über zwei geplante Zentren der Union erfolgen.

Mehr zum Thema bei Neowin: „Why EU officials blasted Teams alternative Element Pro“