Die Europäische Kommission hat im Sommer 2026 mit der Einführung der Kommunikationsplattform Element Pro begonnen. Das System wurde als souveräne Ausweichlösung zum US-amerikanischen Dienst Microsoft Teams konzipiert. Im Gegensatz zur Microsoft-Cloud wird die quelloffene Software auf einer eigenen Infrastruktur betrieben, um die behördliche Unabhängigkeit von externen Cloud-Anbietern sicherzustellen.
Berichte über die interne Einführung verdeutlichen jedoch, dass die Umstellung bei der Belegschaft auf erheblichen Widerstand stößt. Beamte der Kommission äußerten in internen Stellungnahmen deutliches Unbehagen und stellten den praktischen Nutzen der neuen Software infrage.
Ein Mitarbeiter bezeichnete die technische Lösung als völlig unzureichend, während ein anderer die Befürchtung äußerte, dass die technologische Vorherrschaft der USA in einem Konfliktfall derzeit nicht herauszufordern sei.
Verteidigung der digitalen Unabhängigkeit
Die Kommission verteidigte die Einführung von Element Pro in einem internen Forum. Die Verantwortlichen betonten, dass die Plattform die digitale Souveränität stärke und die vollständige Hoheit über die behördeninternen Nachrichten garantiere.
Bei der Nutzung von Microsoft Teams bestehe im Kern lediglich die Zusicherung des Anbieters, nicht in die Daten der Nutzer einzusehen. Mit der Open-Source-Lösung wolle man hingegen eine strukturelle Kontrolle über die Datenströme etablieren. In der internen Debatte wurde zudem auf die Risiken der Abhängigkeit von großen US-Technologiekonzernen hingewiesen.
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Die technische Basis von Element Pro wird quelloffen entwickelt. Für die Installation sowie den laufenden Support ist eine britische Firma verantwortlich. Einzelheiten zu den Vertragsbedingungen zwischen der EU-Behörde und dem Dienstleister wurden nicht veröffentlicht; das Unternehmen ist vertraglich zur Verschwiegenheit über die Details der Zusammenarbeit verpflichtet.
Internationaler Trend zu Open-Source-Lösungen
Die Europäische Kommission befindet sich derzeit noch in einer Testphase für das neue System. Damit folgt sie einem Trend innerhalb internationaler Organisationen: Auch die NATO und die Vereinten Nationen setzen Element Pro bereits für ihre Kommunikation ein.
Die Bemühungen der EU-Verwaltung stehen im Kontext einer breiteren europäischen Strategie zur Reduzierung technologischer Abhängigkeiten. In Frankreich besteht die Planung, bis zum Jahr 2027 Millionen von Beamten von etablierten Plattformen wie Teams oder Zoom auf heimische Softwarealternativen umzustellen.
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Bereits im Jahr 2025 hatte das österreichische Militär einen ähnlichen Schritt vollzogen und Microsoft Office durch die Open-Source-Anwendung LibreOffice ersetzt.
Matthew Hodgson, der Chef des Unternehmens hinter Element, kommentierte die interne Kritik an der Umstellung. Er räumte ein, dass tiefgreifende technologische Veränderungen für die Anwender stets mit Schwierigkeiten verbunden seien.
Fachleute weisen zudem darauf hin, dass auch das marktführende Microsoft Teams in entsprechenden Nutzerbewertungen und Negativrankings regelmäßig Kritik erfährt. Demnach kämpfen sowohl proprietäre als auch quelloffene Systeme mit Herausforderungen bei der Nutzerakzeptanz während großflächiger IT-Transformationen.

