ElevenLabs erreicht mit 500-Millionen-Finanzierung 11-Milliarden-Bewertung

Das KI-Sprachunternehmen ElevenLabs sammelte 500 Millionen Dollar ein und erreicht eine Bewertung von 11 Milliarden Dollar. Das Kapital treibt die Entwicklung autonomer Sprach-Agents für Unternehmen voran.

Die KI-Stimmen-Firma ElevenLabs ist nach einer frischen Finanzierungsrunde erstmals mehr als zehn Milliarden Euro wert. Das Geld soll den Ausbau von autonomen Sprach-Agents für Unternehmen vorantreiben.

London/San Francisco – Der Markt für künstliche Intelligenz hat einen neuen Schwergewichtler: ElevenLabs ist nach einer spektakulären Finanzierungsrunde nun offiziell ein Decacorn – ein Startup mit einer Bewertung von über zehn Milliarden Dollar. Das Unternehmen sammelte in einer Series-D-Runde 500 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 460 Millionen Euro) ein und erreicht damit eine Bewertung von 11 Milliarden Dollar. Angeführt wurde die Runde vom Risikokapitalgeber Sequoia Capital. Innerhalb nur eines Jahres hat sich der Wert des Unternehmens damit mehr als verdreifacht.

Venture-Capital-Riesen setzen auf Voice-AI

Die Investition katapultiert das 2022 gegründete Unternehmen an die Spitze der europäischen und US-amerikanischen KI-Startup-Landschaft. Seit seiner Gründung hat ElevenLabs nun insgesamt etwa 781 Millionen Dollar an Kapital eingesammelt.

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Hinter der jüngsten Finanzierung stehen namhafte Investoren. Neben der federführenden Sequoia Capital, deren Partner Andrew Reed in den Verwaltungsrat einzieht, beteiligten sich sowohl alte als auch neue Geldgeber. Die bekannte VC-Firma Andreessen Horowitz (a16z) vervierfachte ihre bisherige Beteiligung, ICONIQ Growth verdreifachte ihren Anteil. Zu den neuen Investoren im Konsortium zählen Lightspeed Venture Partners, Evantic Capital und BOND.

Die Bewertungsexplosion ist bemerkenswert: Erst Anfang 2025 wurde das Unternehmen noch mit rund 3,3 Milliarden Dollar taxiert. Die aktuelle Runde unterstreicht das enorme Vertrauen der Investoren in den Markt für Sprach-KI.

Enterprise-Kunden treiben Umsatzexplosion

Das massive Investoreninteresse speist sich aus beeindruckenden Geschäftszahlen. Das Unternehmen gab bekannt, das Geschäftsjahr 2025 mit einem Annual Recurring Revenue (ARR) von über 330 Millionen Dollar abgeschlossen zu haben. Für ein rund dreijähriges Unternehmen ist diese Umsatzmarke außergewöhnlich und belegt die rasante Adoption von Voice-AI-Technologien in der Wirtschaft.

Verantwortlich für dieses Wachstum ist eine stetig wachsende Liste von Unternehmenskunden. Zu den Nutzern der Technologie zählen globale Konzerne wie Deutsche Telekom, das Bezahlunternehmen Square und sogar die ukrainische Regierung. Erst Ende Januar 2026 kündigte ElevenLabs eine strategische Partnerschaft mit dem Fintech-Riesen Revolut an, um konversationelle KI-Agents für den Kundensupport einzusetzen.

Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen nun seine Enterprise-Plattform „ElevenAgents“ hochskalieren. Dieses System ermöglicht es Firmen, autonome Sprach-Agents einzusetzen, die komplexe Kundeninteraktionen übernehmen können. Die Nachfrage nach solchen Lösungen zur Automatisierung von Callcentern und Support-Workflows boomt derzeit.

Vom Text-zu-Sprache-Anbieter zur Audio-KI-Plattform

Das Unternehmen, das zunächst mit hyperrealistischen Text-zu-Sprache-Modellen (TTS) Aufmerksamkeit erregte, hat sein Portfolio deutlich erweitert. Die Series-D-Finanzierung soll die Entwicklung des sogenannten „vollständigen Audio-Stacks“ beschleunigen. Dazu gehören fortschrittliche Funktionen in den Bereichen Spracherkennung (Speech-to-Text), Soundeffekt-Generierung, Synchronisation und sogar Musikerstellung.

Ein zentraler Fokus liegt auf dem „Eleven v3 Conversational Model“. Dieses soll laut Unternehmen schnellere Antwortzeiten und eine größere emotionale Ausdrucksfähigkeit als frühere Versionen bieten. Solche Verbesserungen sind entscheidend, um Latenzzeiten in Echtzeit-Sprachinteraktionen zu reduzieren – eine der größten Hürden für KI-Agents im Kundenservice.

Gleichzeitig adressiert ElevenLabs ethische Bedenken rund um das Klonen von Stimmen. Im November 2025 startete das Unternehmen den „Iconic Marketplace“. Auf dieser Plattform können Nutzer Stimmen von autorisierten Schauspielern und Prominenten lizenzieren. Zu den prominenten Stimmen im Portfolio sollen laut Berichten Größen wie Michael Caine und Matthew McConaughey gehören. Dieser Schritt soll Voice-Cloning legitimieren und ein nachhaltiges Einnahmemodell für Sprecher schaffen.

Marktführerschaft und internationale Expansion als Ziel

Die Finanzierung positioniert ElevenLabs deutlich vor seinen Mitbewerbern im Wettlauf um die Vorherrschaft im Audio-KI-Markt. Der Londoner Rivale Synthesia wurde in jüngsten Berichten beispielsweise auf etwa 4 Milliarden Dollar bewertet. Die Bewertung von ElevenLabs spiegelt die Überzeugung der Investoren wider, dass die Stimme zur primären Schnittstelle für digitale Interaktionen werden wird – weit über einfache Sprachbefehle hinaus hin zu komplexen, mehrschrittigen Konversationen.

Mit dem neuen Kapital plant das Unternehmen eine aggressive internationale Expansion. Der Fokus liegt auf Schlüsselmärkten wie Indien, Japan, Singapur und Brasilien. Zudem will ElevenLabs Agents entwickeln, die nicht nur sprechen, sondern auch Aktionen ausführen können – etwa das Tippen und Ausführen von Aufgaben innerhalb von Unternehmenssoftware.

Branchenexperten deuten an, dass diese Finanzierungsrunde eine der letzten privaten Kapitalspritzen vor einem potenziellen Börsengang sein könnte. Das Unternehmen hat jedoch keinen offiziellen Zeitplan für einen IPO bestätigt. Vorerst konzentriert man sich darauf, den Enterprise-Sprachmarkt zu dominieren und die „Audio General Intelligence“ zu verfeinern, die die wachsende Produktpalette antreibt.

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