Die Nationale Datenverwaltung Chinas (NDA) hat weitreichende Maßnahmen zur Regulierung und Förderung von verkörperter Künstlicher Intelligenz (embodied AI) angekündigt.
Wie die Behörde im Rahmen eines hochkarätig besetzten Symposiums mitteilte, sollen zeitgerecht neue Datenstandards entwickelt und lokale Behörden bei deren Implementierung angeleitet werden. Ziel der Initiative ist es, die Branche bei der Bewältigung massiver Datenengpässe zu unterstützen und Investitionen in hochwertige Datensätze zu forcieren.
Strategische Ausrichtung der Nationalen Datenverwaltung
Am 10. September leitete Liu Liehong, Direktor der Nationalen Datenverwaltung, ein Fachsymposium zum Thema „Daten befähigen die Entwicklung von embodied AI“. An der Sitzung nahmen neben Vize-Direktor Xia Bing auch führende Vertreter der Abteilungen für Digitaltechnologie und Infrastruktur teil.
Die Behörde begründete den Vorstoß damit, dass die Branche zunehmend datengetriebene Merkmale aufweise. Die Nachfrage nach vielfältigen und großvolumigen Datensätzen nehme kontinuierlich zu, um die Entwicklung physisch agierender KI-Systeme voranzutreiben.
An der Diskussionsrunde beteiligten sich zahlreiche Experten und Wirtschaftsvertreter, darunter Repräsentanten des Instituts für Automatisierung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, des Beijing General AI Research Institute sowie Unternehmen wie die JD Group, Light Wheel Intelligence und Xinghai Map. Die Teilnehmer gaben Empfehlungen ab, wie Datenbestände effektiver für das Training von Robotersystemen und autonomen Agenten genutzt werden können.
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Massive Datenlücke bremst die Entwicklung
Hintergrund der staatlichen Initiative ist ein erheblicher Mangel an verwertbarem Trainingsmaterial. Einem Bericht der Chinesischen Akademie für Information und Kommunikation (CAICT) vom 11. September zufolge benötigen Basismodelle für verkörperte KI reale Daten im Umfang von etwa zehn Millionen Stunden.
Derzeit stünden weltweit jedoch nur hochwertige Echtdaten in einem Umfang von einigen hunderttausend bis zu einer Million Stunden zur Verfügung. Dies entspreche einer Datenlücke von rund 95 Prozent.
Um diese Lücke zu schließen, wird die Infrastruktur massiv ausgebaut. Bis Ende Juni wurden landesweit bereits über 70 Trainingsfelder in Betrieb genommen; weitere 46 befinden sich derzeit in der Bauphase oder Planung. Eine spezialisierte Plattform für entsprechende KI-Daten verzeichnete bis Ende August bereits 52.000 Stunden Datenmaterial, gestützt auf 108 Sammelzentren und 166 Szenariobibliotheken.
Neue Infrastruktur für den Datenhandel
Parallel zu den regulatorischen Bestrebungen entstehen neue Handels- und Registrierungsstrukturen. Am 11. September gründeten die Beijinger Datenbörse sowie die Unternehmen Dongfang Hujing und Gangjing Technology das landesweit erste Innovationslabor für Datenvermögen im Bereich embodied AI.
Das Labor soll die gesamte Wertschöpfungskette von der Datenerzeugung über die Qualitätsbewertung bis hin zur Eigentumsregistrierung und dem Handel abbilden. Zeitgleich nahm das Nationale Datenverwaltungssystem für Datenvermögensregistrierung seinen Testbetrieb auf.
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Zudem debütierte auf der diesjährigen Dienstleistungsmesse CIFTIS im Pekinger Stadtbezirk Shijingshan eine grenzüberschreitende Handelsplattform für KI-Daten. Diese bietet bidirektionale Datenflüsse und umfasst acht Geschäftssubsysteme, die einen vollständigen Transaktionszyklus inklusive Compliance-Prüfung und Zahlungsabwicklung ermöglichen.
Auf der Messe präsentierten über 130 Firmen die vollständige Wertschöpfungskette der verkörperten Intelligenz. Ein Aussteller stellte dabei über 100.000 Stunden Datensätze zu menschlichem Verhalten in 15.000 Szenarien frei zur Verfügung, um die Standardisierung von Datenprodukten zu unterstützen.
Wachsender Exportmarkt für Robotertechnologie
Die Bedeutung der Branche spiegelt sich auch in den Außenhandelszahlen wider. Nach Angaben der Generalzollverwaltung wurden im ersten Halbjahr über 12 Millionen Roboter aus China exportiert.
Der Gesamtwert dieser Exporte belief sich auf 24,85 Milliarden Yuan, wobei Lieferungen in über 160 Länder erfolgten. Mit der nun forcierten Standardisierung der Datenbasis will China seine Position in diesem technologisch anspruchsvollen Wachstumsmarkt weiter festigen.

